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Mein Freiwilliges Jahr

Seminar 1: Ich bin ich und du bist du

Zu meinem FSJ gehören nicht nur die praktische Arbeit im Krankenhaus, sondern auch Seminare. Für einen zwölfmonatigen Freiwilligendienst sind 25 Seminartage angesetzt, die zudem als Arbeitstage zählen.
Vor kurzem fand nun mein erstes Seminar statt, zum Kennenlernen. Einige FSJler kannte ich schon von den Bewerbergesprächen. Doch da wir fast alle zu unterschiedlichen Zeitpunkten und an verschiedenen Orten starteten, hatte ich wenig Hoffnung, ein bekanntes Gesicht zu sehen. Wer würde mir in den nächsten beiden Tagen so begegnen? Was waren ihre bisherigen Eindrücke? Und kannten sich einige schon vorher? Immerhin hat mein Träger sechs verschiedene Seminargruppen mit je 20 bis 30 Freiwilligen. Und tatsächlich: Schon bei meiner Ankunft sah ich kleine Grüppchen, die sich fröhlich unterhielten – offenbar die FSJler, die schon länger ihren Dienst leisten. Skeptisch setzte ich mich zu einer größeren Gruppe, die sich schüchtern vorstellten. Schnell stellte sich dabei heraus: Sie sind Seminar-Erstis wie ich.
Zunächst wurden die Zimmer verteilt. Meine Zimmergenossen und ich waren allesamt neu gestartet und schnell brach das Eis. Wir alle arbeiten im Krankenhaus, teilweise sogar im selben und nur auf unterschiedlichen Stationen. Es war super, sich über Gedanken und Eindrücke auszutauschen. Viel zu schnell wurden wir in den Tagungsraum zurückbeordert – es ging los!
Zunächst sollte sich jeder kurz vorstellen und anschließend die Namen der Freiwilligen aufzählen, die bereits dran gewesen waren. So konnten sich die Namen besser gemerkt und die Gruppendynamik gestärkt werden. Anschließend spielten wir den lieben langen Tag Kennlernspiele. Zu welchen Aussagen würden wir uns positionieren? Wer kann gut im Team arbeiten? Was kann jeder individuell am besten? Zuletzt spielten wir eine Art Escapespiel, bei dem wir einen Tresor knacken mussten. Jedoch durften wir dabei nicht reden und mussten etliche andere Regeln beachten. Ich bin eigentlich kein Freund von diesen Kennlernspielen, aber dieses hat echt Spaß gemacht! Abends ging es dann für alle noch zum Bowlen. Der nächste Tag war dem vorigen sehr ähnlich. Allerdings schwand die Begeisterung allmählich und ich war nicht allzu traurig, als das Seminar zu Ende ging. Das nächste steht in zwei Wochen an.
Mein Fazit ist positiv! Meine Sorge, keinen Anschluss zu finden, war völlig unbegründet – immerhin steckten wir alle in derselben Situation.

Autor: Lydia  |  Rubrik: orientieren  |  04.12.2017
Autor: Lydia
Rubrik: orientieren
04.12.2017

Mein Freiwilliges Jahr

Ein Oktopus sollte man sein!

Ein Freiwilligendienst in der Krankenpflege ist nicht immer ein so leichter Job, wie ich es mir zu Beginn vorgestellt hatte. Die ersten Tage und Wochen, in denen ich mich einlebte, waren noch relativ entspannt. Doch sobald ich eingearbeitet war, sah das anders aus: Mein Aufgabenkontingent stieg an. Das Schöne: Ich lerne weitaus mehr, als nur Kaffee zu verteilen. Außerdem kann ich bereits selbstständig zu vielen Fragen Auskunft geben. Ich fühle mich nun weniger verloren und suche nicht mehr immer sofort Hilfe bei einer Schwester. Schließlich kenne ich mich langsam aus und weiß jetzt selbst, wo die Patienten die Caféteria finden oder wann die Ärzte mit der Besprechung fertig sind.
Andrerseits sahen viele Patienten schon von Beginn an eine vollwertige Schwester in mir, denn woher sollen sie auch wissen, dass ich nur eine Langzeitpraktikantin bin? Von allen Seiten wenden sie sich mit ihren Anliegen an mich, die natürlich zur vollsten Zufriedenheit erledigt werden wollen. Der eine möchte auf Toilette, der andere braucht ein neues Bettlaken, der nächste möchte eine Infusion. Natürlich ist es mir als FSJlerin schon allein rechtlich nicht erlaubt, all diese Aufgaben allein zu erledigen – schließlich dauert die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger nicht ohne Grund drei Jahre. Aber einen Großteil der Aufgaben kann und möchte ich auch erfüllen.
Die meisten Patienten sind jedoch sehr ungeduldig und wollen ihre Behandlung sofort. Am liebsten möchte ich alles gleichzeitig machen und weiß manchmal gar nicht, wo ich anfangen soll. Denn ich kann nicht überall gleichzeitig sein. In solchen Momenten frage ich mich, warum ich kein Oktopus geworden bin. Immerhin hätte ich dann ein paar Arme mehr zur Verfügung und könnte somit mehrere Aufgaben gleichzeitig erfüllen. Klar, in manchen Situationen ist Stress unvermeidbar, wenn zum Beispiel eine REA (Reanimation) vorgenommen werden muss. Dann muss alles schnell gehen.
Mein bisheriges Fazit: Ich mag meine Stelle und die Arbeit, die ich dort verrichte. Aber manchmal bin ich von meinen ungeduldigen Patienten genervt. Und wenn ich so darüber nachdenke, ist es doch gar nicht so gut, ein Oktopus zu sein. Die acht Arme sind zwar ein großer Vorteil, aber leider ist die Station kein Großraumaquarium. Und was bringen mir acht Arme, wenn ich doch nur zwei Beine zum Hin- und Hersprinten habe?

Autor: Lydia  |  Rubrik: orientieren  |  29.11.2017

Mein Freiwilliges Jahr

Mein erster Tag im FSJ

5.30 Uhr – der Wecker klingelt. Aufstehen, denn heute ist mein erster Tag im FSJ. Schnell mache ich mich fertig und fahre los, denn ich will auf keinen Fall zu spät kommen.
Als ich nervös vor dem großen Krankenhaus stehe, denke ich an meine Hospitation vor ein paar Wochen zurück. Damals habe ich zur Probe gearbeitet und die Station kennengelernt. Die Stationspflegeleitung teilte mir mit, dass ich in meinem FSJ viel in der Hauswirtschaft eingesetzt werden soll und weniger bei den Patienten. Ehrlich gesagt war ich von der Aussage wenig begeistert, denn ich wollte pflegerische und medizinische Maßnahmen kennenlernen – nicht die Kaffeemaschine. Ich wollte dem Ganzen dennoch eine Chance geben und sagte zu.
Die Zweifel schwirren mir noch im Kopf herum, als ich das Krankenhaus betrete. Kurz muss ich noch bei der Pflegedirektion vorbeischauen und fehlende Unterlagen abgeben. Dann werde ich mit einem freundlichen „Viel Spaß!“ in mein FSJ und auf meine Station entlassen. Es geht also los!
Auf der Station kommt mir Schwester Anna freudig entgegen, bei der ich schon zur Hospitation mitlief. Sie zeigt mir meinen Spind und gibt mir meine Arbeitskleidung. Dann stellt sie mich den Kollegen vor, die mich gleich mit Fragen löchern. Wer bist du? Warum machst du ein FSJ? Was hast du danach vor? Nachdem ich sämtliche Fragen beantwortet habe, gehe ich mit Anna mit. Sie zeigt mir die Station und wichtige Bereiche außerhalb dieser, denn ich werde später auch Medikamente aus der Apotheke holen oder Patienten den Weg zu Untersuchungen erklären. Das Krankenhaus ist aber sehr groß und unsere (Doppel-)Station umfasst knapp 80 Betten – das ist sehr verwirrend am Anfang.
Dann beginnt meine Arbeit: Das Mittagsessen muss ausgeteilt werden. Auch wenn das eine einfache Aufgabe zu sein scheint, brauche ich eine Weile, bis das jeweilige Essen beim richtigen Patienten landet – aber das werde ich schon noch rausbekommen! Anschließend nimmt mich Anna zu ihren Patienten mit und erklärt mir einige Abläufe in der Pflege. Zusammen wechseln wir Inkontinenzmaterial wie Unterlagen oder Windeln, lagern Patienten oder bringen jemanden zur Toilette. Vieles davon ist mir von meinem Orientierungspraktikum zwei Jahre zuvor noch in Erinnerung. Zum Schluss gehen wir nochmal durch alle Patientenzimmer und verteilen Kaffee und Tee.
Insgesamt war mein erster Tag sehr angenehm. Ich arbeite mehr am Patienten als gedacht, was ich gut finde – schließlich will ich ja etwas lernen! Die Kollegen sind supernett und auch wenn ich heute nur überwiegend mitgelaufen bin, kann ich zufrieden sein. Ich glaube, es wird ein wunderbares Jahr!