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Mein Freiwilliges Jahr

Vier Frühaufsteher-Tipps

Mein Alltag im Krankenhaus ist ganz anders als der in der Schule Das wusste ich schon vor Beginn des FSJ. Neben den pflegerischen Tätigkeiten kam allerdings noch ein anderer Aspekt auf mich zu: das frühe Aufstehen. Im Gegensatz zu meinen FSJ-Kollegen arbeite ich ausschließlich im Frühdienst. Ich bin generell ein Frühaufsteher und habe den Nachmittag lieber für mich, insofern freut es mich sogar. Doch anfangs hatte ich sehr damit zu kämpfen. Immerhin ist es etwas anderes, um 4.30 Uhr aufzustehen als um 6 Uhr. Aus diesem Grund habe ich euch die Top 4 meiner Frühaufsteher-Tipps aufgelistet.

1. Mehrere Wecker
Ich habe morgens drei Wecker gestellt, die innerhalb von einer halben Stunde klingeln. Der erste eine halbe Stunde, bevor ich aufstehen muss, der zweite 15 Minuten später und der letzte, wenn ich wirklich aufstehen sollte. So habe ich genug Zeit, um wach zu werden und muss nicht gehetzt aus dem Bett springen. Gerade in den ersten Wochen, fand ich das enorm hilfreich, um mich an die neue Zeit zu gewöhnen.

2. Was du heute kannst besorgen …
... das verschiebe nicht auf Morgen! Natürlich musst du regelmäßig deine Tasche packen, Essen zubereiten oder duschen. Doch alles, was du am Abend erledigt hast, spart dir Zeit und Stress am Morgen vor der Arbeit. So lassen sich sogar ein paar Minuten mehr Schlaf rausholen.

3. Rituale pflegen
Jeder hat seine Methode, in den Tag zu starten. Ich lese morgens gerne ein paar Seiten in einem Buch, eine Freundin macht jeden Morgen Yoga. Finde dein Ritual! Es sollte dir Spaß bereiten, somit hast du jeden Morgen etwas, auf das du dich freuen kannst.

4. Durchhalten!
Auch wenn das frühe Aufstehen am Anfang unmöglich erscheint und schwer fällt – es wird leichter. Schon nach ein paar Wochen sprang ich förmlich aus dem Bett. Ähnlich wie die allseits bekannten Vorsätze braucht es etwa 30 Tage, bis der Mensch sich an etwas Neues gewöhnt hat – zumindest, wenn man den Rhythmus nicht unterbricht. Also halte durch!

Autor: Lydia  |  Rubrik: orientieren  |  08.12.2017
Autor: Lydia
Rubrik: orientieren
08.12.2017

Mein Freiwilliges Jahr

Seminar 1: Ich bin ich und du bist du

Zu meinem FSJ gehören nicht nur die praktische Arbeit im Krankenhaus, sondern auch Seminare. Für einen zwölfmonatigen Freiwilligendienst sind 25 Seminartage angesetzt, die zudem als Arbeitstage zählen.
Vor kurzem fand nun mein erstes Seminar statt, zum Kennenlernen. Einige FSJler kannte ich schon von den Bewerbergesprächen. Doch da wir fast alle zu unterschiedlichen Zeitpunkten und an verschiedenen Orten starteten, hatte ich wenig Hoffnung, ein bekanntes Gesicht zu sehen. Wer würde mir in den nächsten beiden Tagen so begegnen? Was waren ihre bisherigen Eindrücke? Und kannten sich einige schon vorher? Immerhin hat mein Träger sechs verschiedene Seminargruppen mit je 20 bis 30 Freiwilligen. Und tatsächlich: Schon bei meiner Ankunft sah ich kleine Grüppchen, die sich fröhlich unterhielten – offenbar die FSJler, die schon länger ihren Dienst leisten. Skeptisch setzte ich mich zu einer größeren Gruppe, die sich schüchtern vorstellten. Schnell stellte sich dabei heraus: Sie sind Seminar-Erstis wie ich.
Zunächst wurden die Zimmer verteilt. Meine Zimmergenossen und ich waren allesamt neu gestartet und schnell brach das Eis. Wir alle arbeiten im Krankenhaus, teilweise sogar im selben und nur auf unterschiedlichen Stationen. Es war super, sich über Gedanken und Eindrücke auszutauschen. Viel zu schnell wurden wir in den Tagungsraum zurückbeordert – es ging los!
Zunächst sollte sich jeder kurz vorstellen und anschließend die Namen der Freiwilligen aufzählen, die bereits dran gewesen waren. So konnten sich die Namen besser gemerkt und die Gruppendynamik gestärkt werden. Anschließend spielten wir den lieben langen Tag Kennlernspiele. Zu welchen Aussagen würden wir uns positionieren? Wer kann gut im Team arbeiten? Was kann jeder individuell am besten? Zuletzt spielten wir eine Art Escapespiel, bei dem wir einen Tresor knacken mussten. Jedoch durften wir dabei nicht reden und mussten etliche andere Regeln beachten. Ich bin eigentlich kein Freund von diesen Kennlernspielen, aber dieses hat echt Spaß gemacht! Abends ging es dann für alle noch zum Bowlen. Der nächste Tag war dem vorigen sehr ähnlich. Allerdings schwand die Begeisterung allmählich und ich war nicht allzu traurig, als das Seminar zu Ende ging. Das nächste steht in zwei Wochen an.
Mein Fazit ist positiv! Meine Sorge, keinen Anschluss zu finden, war völlig unbegründet – immerhin steckten wir alle in derselben Situation.

Autor: Lydia  |  Rubrik: orientieren  |  04.12.2017
Autor: Lydia
Rubrik: orientieren
04.12.2017

Mein Freiwilliges Jahr

Ein Oktopus sollte man sein!

Ein Freiwilligendienst in der Krankenpflege ist nicht immer ein so leichter Job, wie ich es mir zu Beginn vorgestellt hatte. Die ersten Tage und Wochen, in denen ich mich einlebte, waren noch relativ entspannt. Doch sobald ich eingearbeitet war, sah das anders aus: Mein Aufgabenkontingent stieg an. Das Schöne: Ich lerne weitaus mehr, als nur Kaffee zu verteilen. Außerdem kann ich bereits selbstständig zu vielen Fragen Auskunft geben. Ich fühle mich nun weniger verloren und suche nicht mehr immer sofort Hilfe bei einer Schwester. Schließlich kenne ich mich langsam aus und weiß jetzt selbst, wo die Patienten die Caféteria finden oder wann die Ärzte mit der Besprechung fertig sind.
Andrerseits sahen viele Patienten schon von Beginn an eine vollwertige Schwester in mir, denn woher sollen sie auch wissen, dass ich nur eine Langzeitpraktikantin bin? Von allen Seiten wenden sie sich mit ihren Anliegen an mich, die natürlich zur vollsten Zufriedenheit erledigt werden wollen. Der eine möchte auf Toilette, der andere braucht ein neues Bettlaken, der nächste möchte eine Infusion. Natürlich ist es mir als FSJlerin schon allein rechtlich nicht erlaubt, all diese Aufgaben allein zu erledigen – schließlich dauert die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger nicht ohne Grund drei Jahre. Aber einen Großteil der Aufgaben kann und möchte ich auch erfüllen.
Die meisten Patienten sind jedoch sehr ungeduldig und wollen ihre Behandlung sofort. Am liebsten möchte ich alles gleichzeitig machen und weiß manchmal gar nicht, wo ich anfangen soll. Denn ich kann nicht überall gleichzeitig sein. In solchen Momenten frage ich mich, warum ich kein Oktopus geworden bin. Immerhin hätte ich dann ein paar Arme mehr zur Verfügung und könnte somit mehrere Aufgaben gleichzeitig erfüllen. Klar, in manchen Situationen ist Stress unvermeidbar, wenn zum Beispiel eine REA (Reanimation) vorgenommen werden muss. Dann muss alles schnell gehen.
Mein bisheriges Fazit: Ich mag meine Stelle und die Arbeit, die ich dort verrichte. Aber manchmal bin ich von meinen ungeduldigen Patienten genervt. Und wenn ich so darüber nachdenke, ist es doch gar nicht so gut, ein Oktopus zu sein. Die acht Arme sind zwar ein großer Vorteil, aber leider ist die Station kein Großraumaquarium. Und was bringen mir acht Arme, wenn ich doch nur zwei Beine zum Hin- und Hersprinten habe?

Autor: Lydia  |  Rubrik: orientieren  |  29.11.2017