Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Mein Freiwilliges Jahr

Ein Oktopus sollte man sein!

Ein Freiwilligendienst in der Krankenpflege ist nicht immer ein so leichter Job, wie ich es mir zu Beginn vorgestellt hatte. Die ersten Tage und Wochen, in denen ich mich einlebte, waren noch relativ entspannt. Doch sobald ich eingearbeitet war, sah das anders aus: Mein Aufgabenkontingent stieg an. Das Schöne: Ich lerne weitaus mehr, als nur Kaffee zu verteilen. Außerdem kann ich bereits selbstständig zu vielen Fragen Auskunft geben. Ich fühle mich nun weniger verloren und suche nicht mehr immer sofort Hilfe bei einer Schwester. Schließlich kenne ich mich langsam aus und weiß jetzt selbst, wo die Patienten die Caféteria finden oder wann die Ärzte mit der Besprechung fertig sind.
Andrerseits sahen viele Patienten schon von Beginn an eine vollwertige Schwester in mir, denn woher sollen sie auch wissen, dass ich nur eine Langzeitpraktikantin bin? Von allen Seiten wenden sie sich mit ihren Anliegen an mich, die natürlich zur vollsten Zufriedenheit erledigt werden wollen. Der eine möchte auf Toilette, der andere braucht ein neues Bettlaken, der nächste möchte eine Infusion. Natürlich ist es mir als FSJlerin schon allein rechtlich nicht erlaubt, all diese Aufgaben allein zu erledigen – schließlich dauert die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger nicht ohne Grund drei Jahre. Aber einen Großteil der Aufgaben kann und möchte ich auch erfüllen.
Die meisten Patienten sind jedoch sehr ungeduldig und wollen ihre Behandlung sofort. Am liebsten möchte ich alles gleichzeitig machen und weiß manchmal gar nicht, wo ich anfangen soll. Denn ich kann nicht überall gleichzeitig sein. In solchen Momenten frage ich mich, warum ich kein Oktopus geworden bin. Immerhin hätte ich dann ein paar Arme mehr zur Verfügung und könnte somit mehrere Aufgaben gleichzeitig erfüllen. Klar, in manchen Situationen ist Stress unvermeidbar, wenn zum Beispiel eine REA (Reanimation) vorgenommen werden muss. Dann muss alles schnell gehen.
Mein bisheriges Fazit: Ich mag meine Stelle und die Arbeit, die ich dort verrichte. Aber manchmal bin ich von meinen ungeduldigen Patienten genervt. Und wenn ich so darüber nachdenke, ist es doch gar nicht so gut, ein Oktopus zu sein. Die acht Arme sind zwar ein großer Vorteil, aber leider ist die Station kein Großraumaquarium. Und was bringen mir acht Arme, wenn ich doch nur zwei Beine zum Hin- und Hersprinten habe?

Autor: Lydia  |  Rubrik: orientieren  |  29.11.2017

Mein Freiwilliges Jahr

Mein erster Tag im FSJ

5.30 Uhr – der Wecker klingelt. Aufstehen, denn heute ist mein erster Tag im FSJ. Schnell mache ich mich fertig und fahre los, denn ich will auf keinen Fall zu spät kommen.
Als ich nervös vor dem großen Krankenhaus stehe, denke ich an meine Hospitation vor ein paar Wochen zurück. Damals habe ich zur Probe gearbeitet und die Station kennengelernt. Die Stationspflegeleitung teilte mir mit, dass ich in meinem FSJ viel in der Hauswirtschaft eingesetzt werden soll und weniger bei den Patienten. Ehrlich gesagt war ich von der Aussage wenig begeistert, denn ich wollte pflegerische und medizinische Maßnahmen kennenlernen – nicht die Kaffeemaschine. Ich wollte dem Ganzen dennoch eine Chance geben und sagte zu.
Die Zweifel schwirren mir noch im Kopf herum, als ich das Krankenhaus betrete. Kurz muss ich noch bei der Pflegedirektion vorbeischauen und fehlende Unterlagen abgeben. Dann werde ich mit einem freundlichen „Viel Spaß!“ in mein FSJ und auf meine Station entlassen. Es geht also los!
Auf der Station kommt mir Schwester Anna freudig entgegen, bei der ich schon zur Hospitation mitlief. Sie zeigt mir meinen Spind und gibt mir meine Arbeitskleidung. Dann stellt sie mich den Kollegen vor, die mich gleich mit Fragen löchern. Wer bist du? Warum machst du ein FSJ? Was hast du danach vor? Nachdem ich sämtliche Fragen beantwortet habe, gehe ich mit Anna mit. Sie zeigt mir die Station und wichtige Bereiche außerhalb dieser, denn ich werde später auch Medikamente aus der Apotheke holen oder Patienten den Weg zu Untersuchungen erklären. Das Krankenhaus ist aber sehr groß und unsere (Doppel-)Station umfasst knapp 80 Betten – das ist sehr verwirrend am Anfang.
Dann beginnt meine Arbeit: Das Mittagsessen muss ausgeteilt werden. Auch wenn das eine einfache Aufgabe zu sein scheint, brauche ich eine Weile, bis das jeweilige Essen beim richtigen Patienten landet – aber das werde ich schon noch rausbekommen! Anschließend nimmt mich Anna zu ihren Patienten mit und erklärt mir einige Abläufe in der Pflege. Zusammen wechseln wir Inkontinenzmaterial wie Unterlagen oder Windeln, lagern Patienten oder bringen jemanden zur Toilette. Vieles davon ist mir von meinem Orientierungspraktikum zwei Jahre zuvor noch in Erinnerung. Zum Schluss gehen wir nochmal durch alle Patientenzimmer und verteilen Kaffee und Tee.
Insgesamt war mein erster Tag sehr angenehm. Ich arbeite mehr am Patienten als gedacht, was ich gut finde – schließlich will ich ja etwas lernen! Die Kollegen sind supernett und auch wenn ich heute nur überwiegend mitgelaufen bin, kann ich zufrieden sein. Ich glaube, es wird ein wunderbares Jahr!

Mein Freiwilliges Jahr

Hallo, hier bin ich!

Hallo und herzlich willkommen auf meinem Blog! Schön, dass ihr hierher gefunden bzw. geklickt habt. In den nächsten Wochen und Monaten werde ich euch einen Einblick in mein Freiwilliges Soziales Jahr, kurz FSJ, geben. Doch bevor ich verrate, was euch so erwartet, möchte ich mich kurz vorstellen!
Mein Name ist Lydia, ich bin 19 Jahre alt und habe im Sommer dieses Jahres mein Abitur bestanden. Meine Hobbys sind Lesen und mich mit Freunden treffen. Außerdem arbeite ich gerne ehrenamtlich in der Kinder- und Jugendarbeit mit und verbringe meist meine Sommer auf deren Gruppenfahrten. Auch wenn das oft eine sehr anstrengende Arbeit ist, liebe ich sie vom ganzen Herzen.
Ich wohne in unserer wunderschönen Hauptstadt, Berlin. Jedoch muss ich zugeben, dass ich auch kleine Dörfer sehr gern habe und ich später aus Berlin wegziehen möchte.
Seit September absolviere ich ein FSJ im Krankenhaus. Dabei liegen meine Einsatzstellen in der Neurologie und der dazugehörigen Intensivstation. Es ist also immer ganz schön was los und ich lerne täglich neue Dinge dazu. Aber was genau alles passiert, erzähle ich euch in den späteren Beiträgen!
Nach meinem FSJ würde ich gerne Medizin studieren, jedoch ist meine Abiturnote nicht gut genug, um sofort einzusteigen. Aus diesem Grund werde ich wahrscheinlich noch eine Ausbildung einschieben. Ich bin auch schon fleißig am Bewerbungen schreiben für Ausbildungen zur Physiotherapeutin, Hebamme, Notfallsanitäterin sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin. Mal sehen, was da noch auf mich zukommt!
So, nun habt ihr die Person hinter dem Blog ein wenig kennengelernt. Ich freue mich euch in den nächsten Beiträgen aus dem Alltag meines FSJ-Lebens zu berichten.

Autor: Lydia  |  Rubrik: orientieren  |  07.11.2017