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Mein Freiwilliges Jahr

Der neue Kollege

Seit Kurzem arbeitet ein neuer Kollege bei mir im Kulturbüro. Anfangs war ich wenig begeistert darüber, denn das bedeutete gleichzeitig, dass eine meiner Kolleginnen die Abteilung wechselte. Mit dieser habe ich mich sehr gut verstanden und ich wollte mir gar nicht vorstellen, wie es sein würde, sie nicht mehr jeden Tag auf der Arbeit zu sehen und mich mit ihr über alles Mögliche unterhalten zu können. So kam es, dass ich fast ein bisschen missmutig dabei zusah, wie sich der neue Kollege an dem Schreibtisch direkt gegenüber meinem einrichtete. Da half es auch nichts, dass er erst Anfang 30 war und auf den ersten Eindruck ganz nett zu sein schien – so nett wie meine ehemalige Kollegin konnte er gar nicht sein, davon war ich überzeugt.

Dass ich mit dieser Annahme falsch lag, habe ich dann aber schnell gemerkt. Als ich den neuen Kollegen erst einmal ein bisschen besser kennengelernt hatte, stellte ich fest, dass er sehr offen und lustig ist. Mittlerweile verstehen wir uns richtig gut und es macht Spaß, mit ihm zusammenzuarbeiten. Durch diesen Personalwechsel habe ich auch gemerkt, wie viel ich in den neun Monaten meines Freiwilligen Sozialen Jahrs schon gelernt habe. Die meisten Fragen, die mein Kollege zu den verschiedenen Veranstaltungen stellt, kann ich ihm direkt beantworten. Er hat sich sogar schon bei mir bedankt und gesagt, dass ich eine große Unterstützung für ihn sei. Und natürlich freue ich mich, wenn ich helfen kann und meine Arbeit geschätzt wird.

Mein anfänglicher Pessimismus dem neuen Kollegen gegenüber tut mir im Nachhinein ziemlich leid, weil er völlig unbegründet war. Zukünftig nehme ich mir vor, Veränderungen auf jeden Fall unvoreingenommener entgegenzublicken, denn wie sich gezeigt hat, kommt es meistens ohnehin anders, als man denkt.

Autor: Franziska  |  Rubrik: orientieren  |  13.06.2016
Autor: Franziska
Rubrik: orientieren
13.06.2016

Mein Freiwilliges Jahr

Poetry Slam

Vor einer Weile habe ich euch ja schon mal von dem Projekt erzählt, das ich im Rahmen meines Freiwilligendienstes in der Kultur auf die Beine stellen sollte. Zusammen mit einer Freundin habe ich einen Poetry Slam organisiert. Die letzten Vorbereitungen liefen gut, trotzdem wurde ich immer nervöser, je näher die Veranstaltung rückte. Meine größte Sorge war, dass kurzfristig ein Künstler abspringt oder kaum Besucher kommen würden. Diese Bedenken erwiesen sich letztendlich jedoch als unbegründet: Alle Poeten, die sich angekündigt hatten, erschienen pünktlich und mit knapp 130 Besuchern wurden nicht nur unsere Erwartungen übertroffen, sondern war die Veranstaltung auch ausverkauft.

Der ganze Abend verlief größtenteils nach Plan, sodass die Anspannung mehr und mehr von mir abfiel. Nur unseren Zeitplan konnten wir nicht ganz einhalten, da wir die Dauer der Veranstaltung etwas unterschätzt hatten. Der Sieger des Abends wurde also mit etwas Verzögerung gekürt. Er gewann einen Stoffbeutel voller Dinge, die die Besucher spontan aus ihren Taschen kramten: Kosmetikartikel, zahlreiche Coupons und etwas Kleingeld – sowie eine Nominierung für die rheinland-pfälzischen Landesmeisterschaften im Poetry Slam.

Alles in allem bin ich zufrieden mit dem Projekt. Es war eine ganz neue Erfahrung für mich, selbst Veranstalterin und Hauptverantwortliche eines öffentlichen Events zu sein. Die Planung hatte zwar viel Zeit und manchmal auch Nerven gekostet, jedoch hat sich die Arbeit am Ende gelohnt. Der Kleinkunstverein, mit dem wir kooperiert haben, hat uns sogar gefragt, ob wir den Poetry Slam nächstes Jahr nicht fortführen wollen. Ob daraus etwas wird, kann ich noch nicht sicher sagen, aber Interesse habe ich definitiv.

Autor: Franziska  |  Rubrik: orientieren  |  19.05.2016
Autor: Franziska
Rubrik: orientieren
19.05.2016

Mein Freiwilliges Jahr

Seminar in San Sebastián

Die dritte Seminarfahrt führte mich zusammen mit den anderen Freiwilligen aus Kultur und Politik in Rheinland-Pfalz in die europäische Kulturhauptstadt 2016, San Sebastián in Nordspanien.

Da es nicht so leicht ist, mit über 100 Leuten einen fremden Ort zu erkunden, gab es jeden Tag mehrere Angebote, aus denen wir auswählen durften, um die Stadt und ihre Kultur kennenzulernen. Ich entschied mich am ersten Tag für eine Stadtführung mit einem Einheimischen, der sehr viel über San Sebastián wusste. Er zeigte uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, die schönsten Plätze und gab uns Insider-Tipps für Restaurants und Bars. An einem anderen Tag besuchte ich eine ehemalige Tabakfabrik, die mittlerweile in ein modernes Kulturzentrum umgebaut wurde. Es verfügt sogar über ein Kino, eine Art Bibliothek sowie verschiedene Spielkonsolen. Besonders gut hat mir die Wanderung auf den Berg Urgull gefallen, auf dessen Gipfel eine riesige Christus-Statue errichtet ist. Von dort oben bot sich ein beeindruckender Ausblick über die ganze Stadt.

Mit der ganzen Gruppe machten wir dann noch eine Katamaran-Tour durch die Buchten von San Sebastián und trafen uns an einem Abend alle zum Picknick am Strand. Am letzten Tag fuhren wir nach Bilbao, der größten Stadt im Baskenland. Die bekannteste Sehenswürdigkeit dort ist das Guggenheim-Museum, ein Museum für Moderne Kunst.

Ich muss sagen, dieses Seminar in Spanien war bisher das Highlight meines Freiwilligendienstes. San Sebastián hat super viel zu bieten, weswegen die Stadt den Titel „Kulturhauptstadt“ meiner Meinung nach verdient trägt. Die nächste Seminarwoche findet schon im Juni statt – und das ist leider schon die letzte.

Autor: Franziska  |  Rubrik: orientieren  |  09.05.2016
Autor: Franziska
Rubrik: orientieren
09.05.2016