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Mein Freiwilliges Jahr

Poetry Slam

Vor einer Weile habe ich euch ja schon mal von dem Projekt erzählt, das ich im Rahmen meines Freiwilligendienstes in der Kultur auf die Beine stellen sollte. Zusammen mit einer Freundin habe ich einen Poetry Slam organisiert. Die letzten Vorbereitungen liefen gut, trotzdem wurde ich immer nervöser, je näher die Veranstaltung rückte. Meine größte Sorge war, dass kurzfristig ein Künstler abspringt oder kaum Besucher kommen würden. Diese Bedenken erwiesen sich letztendlich jedoch als unbegründet: Alle Poeten, die sich angekündigt hatten, erschienen pünktlich und mit knapp 130 Besuchern wurden nicht nur unsere Erwartungen übertroffen, sondern war die Veranstaltung auch ausverkauft.

Der ganze Abend verlief größtenteils nach Plan, sodass die Anspannung mehr und mehr von mir abfiel. Nur unseren Zeitplan konnten wir nicht ganz einhalten, da wir die Dauer der Veranstaltung etwas unterschätzt hatten. Der Sieger des Abends wurde also mit etwas Verzögerung gekürt. Er gewann einen Stoffbeutel voller Dinge, die die Besucher spontan aus ihren Taschen kramten: Kosmetikartikel, zahlreiche Coupons und etwas Kleingeld – sowie eine Nominierung für die rheinland-pfälzischen Landesmeisterschaften im Poetry Slam.

Alles in allem bin ich zufrieden mit dem Projekt. Es war eine ganz neue Erfahrung für mich, selbst Veranstalterin und Hauptverantwortliche eines öffentlichen Events zu sein. Die Planung hatte zwar viel Zeit und manchmal auch Nerven gekostet, jedoch hat sich die Arbeit am Ende gelohnt. Der Kleinkunstverein, mit dem wir kooperiert haben, hat uns sogar gefragt, ob wir den Poetry Slam nächstes Jahr nicht fortführen wollen. Ob daraus etwas wird, kann ich noch nicht sicher sagen, aber Interesse habe ich definitiv.

Autor: Franziska  |  Rubrik: orientieren  |  19.05.2016
Autor: Franziska
Rubrik: orientieren
19.05.2016

Mein Freiwilliges Jahr

Seminar in San Sebastián

Die dritte Seminarfahrt führte mich zusammen mit den anderen Freiwilligen aus Kultur und Politik in Rheinland-Pfalz in die europäische Kulturhauptstadt 2016, San Sebastián in Nordspanien.

Da es nicht so leicht ist, mit über 100 Leuten einen fremden Ort zu erkunden, gab es jeden Tag mehrere Angebote, aus denen wir auswählen durften, um die Stadt und ihre Kultur kennenzulernen. Ich entschied mich am ersten Tag für eine Stadtführung mit einem Einheimischen, der sehr viel über San Sebastián wusste. Er zeigte uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, die schönsten Plätze und gab uns Insider-Tipps für Restaurants und Bars. An einem anderen Tag besuchte ich eine ehemalige Tabakfabrik, die mittlerweile in ein modernes Kulturzentrum umgebaut wurde. Es verfügt sogar über ein Kino, eine Art Bibliothek sowie verschiedene Spielkonsolen. Besonders gut hat mir die Wanderung auf den Berg Urgull gefallen, auf dessen Gipfel eine riesige Christus-Statue errichtet ist. Von dort oben bot sich ein beeindruckender Ausblick über die ganze Stadt.

Mit der ganzen Gruppe machten wir dann noch eine Katamaran-Tour durch die Buchten von San Sebastián und trafen uns an einem Abend alle zum Picknick am Strand. Am letzten Tag fuhren wir nach Bilbao, der größten Stadt im Baskenland. Die bekannteste Sehenswürdigkeit dort ist das Guggenheim-Museum, ein Museum für Moderne Kunst.

Ich muss sagen, dieses Seminar in Spanien war bisher das Highlight meines Freiwilligendienstes. San Sebastián hat super viel zu bieten, weswegen die Stadt den Titel „Kulturhauptstadt“ meiner Meinung nach verdient trägt. Die nächste Seminarwoche findet schon im Juni statt – und das ist leider schon die letzte.

Autor: Franziska  |  Rubrik: orientieren  |  09.05.2016
Autor: Franziska
Rubrik: orientieren
09.05.2016

Mein Freiwilliges Jahr

Aus den Augen, aus dem Sinn?

Obwohl ich selbst noch nicht studiere, merke ich, dass die Semesterferien vorbei sind. Das liegt daran, dass viele meiner Freunde aus der Heimat jetzt wieder zurück in ihre Studienstädte gefahren sind. Die Zeiten, in denen die meisten meiner Freunde eine Straße oder maximal einen Ortsteil entfernt gewohnt haben, sind nämlich vorbei. Stattdessen hat sich meine Clique aus der Schule komplett zerstreut. Die eine studiert in Würzburg, die nächste in Bonn, die dritte in Darmstadt und eine sogar in Dublin. Anfangs war es eine riesige Umstellung für mich, die Menschen, die ich sonst täglich in der Schule und jedes Wochenende getroffen habe, plötzlich nicht mehr regelmäßig sehen zu können. Trotzdem haben die Umzüge und die damit verbundene Entfernung unserer Freundschaft keinen Abbruch getan. Fernbusse und BahnCard machen Wochenendtrips zu den meisten meiner Freunde sogar bezahlbar, was außerdem den Vorteil hat, dass ich im vergangenen Jahr einige neue Städte kennengelernt habe. Und dann gibt es ja schließlich auch noch die Semesterferien, in denen wir wieder zusammenkommen.

Dass Fernfreundschaften bestens klappen können, wusste ich allerdings schon vorher. Meine Brieffreundin, die ich vor fast sieben Jahren kennengelernt habe, zählt mittlerweile zu meinen engsten Freunden. Wir besuchen uns regelmäßig, telefonieren häufig und schreiben uns fast täglich über soziale Netzwerke. Und auch mit den meisten meiner Freunde aus den USA, die ich während eines Schüleraustauschs kennen gelernt habe, konnte ich bis heute Kontakt halten – trotz Zeitumstellung und einem Ozean, der zwischen uns liegt.

Das Sprichwort „Aus den Augen, aus dem Sinn“ hat sich bei mir also bisher nicht bewahrheitet und ich hoffe, dass es dabei bleibt. Man muss nicht in der Nähe wohnen, um eng befreundet zu sein. Trotzdem vermisse ich es natürlich manchmal, mich jederzeit einfach aufs Fahrrad setzen zu können und innerhalb weniger Minuten bei meiner besten Freundin zu sein. Telefonieren und Schreiben ist zwar ein tröstlicher Ersatz für die, aber definitiv nicht das gleiche, wie ein persönliches Gespräch oder eine Umarmung.

Autor: Franziska  |  Rubrik: orientieren  |  20.04.2016
Autor: Franziska
Rubrik: orientieren
20.04.2016