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Mein Freiwilliges Jahr

Aus den Augen, aus dem Sinn?

Obwohl ich selbst noch nicht studiere, merke ich, dass die Semesterferien vorbei sind. Das liegt daran, dass viele meiner Freunde aus der Heimat jetzt wieder zurück in ihre Studienstädte gefahren sind. Die Zeiten, in denen die meisten meiner Freunde eine Straße oder maximal einen Ortsteil entfernt gewohnt haben, sind nämlich vorbei. Stattdessen hat sich meine Clique aus der Schule komplett zerstreut. Die eine studiert in Würzburg, die nächste in Bonn, die dritte in Darmstadt und eine sogar in Dublin. Anfangs war es eine riesige Umstellung für mich, die Menschen, die ich sonst täglich in der Schule und jedes Wochenende getroffen habe, plötzlich nicht mehr regelmäßig sehen zu können. Trotzdem haben die Umzüge und die damit verbundene Entfernung unserer Freundschaft keinen Abbruch getan. Fernbusse und BahnCard machen Wochenendtrips zu den meisten meiner Freunde sogar bezahlbar, was außerdem den Vorteil hat, dass ich im vergangenen Jahr einige neue Städte kennengelernt habe. Und dann gibt es ja schließlich auch noch die Semesterferien, in denen wir wieder zusammenkommen.

Dass Fernfreundschaften bestens klappen können, wusste ich allerdings schon vorher. Meine Brieffreundin, die ich vor fast sieben Jahren kennengelernt habe, zählt mittlerweile zu meinen engsten Freunden. Wir besuchen uns regelmäßig, telefonieren häufig und schreiben uns fast täglich über soziale Netzwerke. Und auch mit den meisten meiner Freunde aus den USA, die ich während eines Schüleraustauschs kennen gelernt habe, konnte ich bis heute Kontakt halten – trotz Zeitumstellung und einem Ozean, der zwischen uns liegt.

Das Sprichwort „Aus den Augen, aus dem Sinn“ hat sich bei mir also bisher nicht bewahrheitet und ich hoffe, dass es dabei bleibt. Man muss nicht in der Nähe wohnen, um eng befreundet zu sein. Trotzdem vermisse ich es natürlich manchmal, mich jederzeit einfach aufs Fahrrad setzen zu können und innerhalb weniger Minuten bei meiner besten Freundin zu sein. Telefonieren und Schreiben ist zwar ein tröstlicher Ersatz für die, aber definitiv nicht das gleiche, wie ein persönliches Gespräch oder eine Umarmung.

Autor: Franziska  |  Rubrik: orientieren  |  20.04.2016
Autor: Franziska
Rubrik: orientieren
20.04.2016

Mein Freiwilliges Jahr

Flucht & Migration

Ende März besuchte ich im Rahmen meines Freiwilligendienstes ein dreitägiges Seminar zum Thema „Flucht & Migration“ in Hannover. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde ging es direkt mit dem Programm los. Zuerst klärten wir die grundlegende Frage, wo Migration eigentlich anfängt, und kamen zu dem Ergebnis, dass bereits der Umzug in eine fremde Stadt als Migration bezeichnet werden kann. Außerdem redeten wir über persönliche Grenzerfahrungen und internationale Einflüsse, die unseren Alltag prägen. Nachmittags besuchten wir dann den Afrikanischen Dachverband Norddeutschland e.V. Der Vorsitzende des Vereins stammt aus Nigeria und erzählte uns viel über sein Land und die Probleme, mit denen afrikanische Einwanderer in Europa konfrontiert werden. Außerdem trafen wir vor Ort ein paar Flüchtlinge, die uns ihre Geschichten erzählten. Obwohl sie erst seit ein paar Monaten Deutsch lernten, klappte die Kommunikation ziemlich gut.

Am zweiten Tag redeten wir über Vorurteile, mit denen unterschiedliche ethnische Gruppen in unserer Gesellschaft zu kämpfen haben und inwiefern Medien diese beeinflussen. Die Diskussionen darüber, was wir tun können, wenn uns Fremdenfeindlichkeit oder Rassismus im Alltag begegnen, fand ich besonders wichtig. Am letzten Tag spielten wir in einem Planspiel die Ankunft eines Asylbewerbers aus Somalia nach und bekamen damit gute Einblicke in das Asylgesetz in Deutschland. Ich muss sagen, ich konnte viele neue Erkenntnisse aus dem Seminar mitnehmen. Obwohl ich mich vorher schon sehr ausführlich mit diesem Thema beschäftigt habe, habe ich viel Neues gelernt. Gerade durch den direkten Austausch mit Flüchtlingen wurde mir bewusst, dass der europäische Wohlstand ganz und gar keine Selbstverständlichkeit ist. Und dass Einwanderung nicht nur aktuell ein wichtiges Thema ist, sondern es schon immer war und auch in Zukunft sein wird.

Autor: Franziska  |  Rubrik: orientieren  |  08.04.2016
Autor: Franziska
Rubrik: orientieren
08.04.2016

Mein Freiwilliges Jahr

Projektmanagement für Anfänger

Alle Freiwilligen aus Kultur und Politik dürfen im Laufe ihres Freiwilligendienstes eigenständig ein Projekt planen, organisieren und durchführen. Nach langem Überlegen habe ich mich dazu entschieden, einen Poetry Slam zu veranstalten. Schnell merkte ich jedoch, dass die Organisation einer öffentlichen Veranstaltung ziemlich aufwendig ist, weshalb ich mich sehr freute, als eine Kollegin in mein Projekt einsteigen wollte.

Wir stellten unsere Idee einem Kleinkunstverein vor, der sich glücklicherweise dazu bereiterklärte, mit uns zu kooperieren. Der Verein verfügt über einen Gewölbekeller als Austragungsort für Veranstaltungen. Dort wird nun auch unser Poetry Slam stattfinden. Der Vorteil einer solchen Kooperation ist zudem, dass der Verein bereits Kontakte in die Kleinkunstszene pflegt, sodass uns die Suche nach Künstlern und einem Moderator erleichtert wurde. Außerdem dürfen wir die vollständige Technikausstattung nutzen, wodurch wir viel Geld sparen. Nachdem alle Eckdaten geklärt waren, mussten wir uns Gedanken um die Finanzierung machen. Wir haben eine Kostenkalkulation aufgestellt und einen Förderantrag bei einer Stiftung gestellt, die speziell die Kultur in unserem Landkreis unterstützt. Mit dem gesponserten Geld müssen wir sämtliche Kosten, unter anderem GEMA-Gebühren, Künstlerhonorare und Sachpreise, decken.

Bis zur Veranstaltung bleiben uns jetzt noch ein paar Wochen Zeit, um kräftig Werbung zu machen. Dafür lassen wir im Moment Plakate und Flyer drucken, die wir dann im Umkreis verteilen wollen. Außerdem werden wir neben Programmhinweisen in den Lokalzeitungen auch in sozialen Netzwerken dafür werben. Je näher die Veranstaltung rückt, desto aufgeregter werde ich. Ich kann nur hoffen, dass keine größeren Katastrophen mehr passieren und alles glatt geht.

Autor: Franziska  |  Rubrik: orientieren  |  30.03.2016
Autor: Franziska
Rubrik: orientieren
30.03.2016