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Mein Freiwilliges Jahr

Flucht & Migration

Ende März besuchte ich im Rahmen meines Freiwilligendienstes ein dreitägiges Seminar zum Thema „Flucht & Migration“ in Hannover. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde ging es direkt mit dem Programm los. Zuerst klärten wir die grundlegende Frage, wo Migration eigentlich anfängt, und kamen zu dem Ergebnis, dass bereits der Umzug in eine fremde Stadt als Migration bezeichnet werden kann. Außerdem redeten wir über persönliche Grenzerfahrungen und internationale Einflüsse, die unseren Alltag prägen. Nachmittags besuchten wir dann den Afrikanischen Dachverband Norddeutschland e.V. Der Vorsitzende des Vereins stammt aus Nigeria und erzählte uns viel über sein Land und die Probleme, mit denen afrikanische Einwanderer in Europa konfrontiert werden. Außerdem trafen wir vor Ort ein paar Flüchtlinge, die uns ihre Geschichten erzählten. Obwohl sie erst seit ein paar Monaten Deutsch lernten, klappte die Kommunikation ziemlich gut.

Am zweiten Tag redeten wir über Vorurteile, mit denen unterschiedliche ethnische Gruppen in unserer Gesellschaft zu kämpfen haben und inwiefern Medien diese beeinflussen. Die Diskussionen darüber, was wir tun können, wenn uns Fremdenfeindlichkeit oder Rassismus im Alltag begegnen, fand ich besonders wichtig. Am letzten Tag spielten wir in einem Planspiel die Ankunft eines Asylbewerbers aus Somalia nach und bekamen damit gute Einblicke in das Asylgesetz in Deutschland. Ich muss sagen, ich konnte viele neue Erkenntnisse aus dem Seminar mitnehmen. Obwohl ich mich vorher schon sehr ausführlich mit diesem Thema beschäftigt habe, habe ich viel Neues gelernt. Gerade durch den direkten Austausch mit Flüchtlingen wurde mir bewusst, dass der europäische Wohlstand ganz und gar keine Selbstverständlichkeit ist. Und dass Einwanderung nicht nur aktuell ein wichtiges Thema ist, sondern es schon immer war und auch in Zukunft sein wird.

Autor: Franziska  |  Rubrik: orientieren  |  08.04.2016
Autor: Franziska
Rubrik: orientieren
08.04.2016

Mein Freiwilliges Jahr

Projektmanagement für Anfänger

Alle Freiwilligen aus Kultur und Politik dürfen im Laufe ihres Freiwilligendienstes eigenständig ein Projekt planen, organisieren und durchführen. Nach langem Überlegen habe ich mich dazu entschieden, einen Poetry Slam zu veranstalten. Schnell merkte ich jedoch, dass die Organisation einer öffentlichen Veranstaltung ziemlich aufwendig ist, weshalb ich mich sehr freute, als eine Kollegin in mein Projekt einsteigen wollte.

Wir stellten unsere Idee einem Kleinkunstverein vor, der sich glücklicherweise dazu bereiterklärte, mit uns zu kooperieren. Der Verein verfügt über einen Gewölbekeller als Austragungsort für Veranstaltungen. Dort wird nun auch unser Poetry Slam stattfinden. Der Vorteil einer solchen Kooperation ist zudem, dass der Verein bereits Kontakte in die Kleinkunstszene pflegt, sodass uns die Suche nach Künstlern und einem Moderator erleichtert wurde. Außerdem dürfen wir die vollständige Technikausstattung nutzen, wodurch wir viel Geld sparen. Nachdem alle Eckdaten geklärt waren, mussten wir uns Gedanken um die Finanzierung machen. Wir haben eine Kostenkalkulation aufgestellt und einen Förderantrag bei einer Stiftung gestellt, die speziell die Kultur in unserem Landkreis unterstützt. Mit dem gesponserten Geld müssen wir sämtliche Kosten, unter anderem GEMA-Gebühren, Künstlerhonorare und Sachpreise, decken.

Bis zur Veranstaltung bleiben uns jetzt noch ein paar Wochen Zeit, um kräftig Werbung zu machen. Dafür lassen wir im Moment Plakate und Flyer drucken, die wir dann im Umkreis verteilen wollen. Außerdem werden wir neben Programmhinweisen in den Lokalzeitungen auch in sozialen Netzwerken dafür werben. Je näher die Veranstaltung rückt, desto aufgeregter werde ich. Ich kann nur hoffen, dass keine größeren Katastrophen mehr passieren und alles glatt geht.

Autor: Franziska  |  Rubrik: orientieren  |  30.03.2016
Autor: Franziska
Rubrik: orientieren
30.03.2016

Mein Freiwilliges Jahr

Halbzeit

Die erste Hälfte meines Freiwilligen Sozialen Jahres Kultur ist bereits vorbei, ein guter Zeitpunkt also, um ein Zwischenfazit zu ziehen.

Als ich vor einem halben Jahr etwas unsicher an die Tür des Kulturbüros geklopft hatte, konnte ich mir kaum vorstellen, was mich erwarten würde. Die Kollegen waren mir fremd, die nahezu ständig klingelnden Telefone wirkten beängstigend und ich konnte mir noch nicht vorstellen, dass ich mich an den Büroalltag gewöhnen würde. Viele Verwandte und Bekannte hatten mir geraten, direkt nach dem Abitur zu studieren. Ihrer Meinung nach war ein Freiwilliges Soziales Jahr die reinste Ausbeute und Zeitverschwendung. Und davon ließ ich mich verunsichern.

Heute, sechs Monate später, weiß ich, dass meine Entscheidung goldrichtig war. Abgesehen von meinen Kollegen, die längst nicht mehr fremd sind, habe ich viel auf fachlicher Ebene gelernt. Obwohl die Arbeit im Kulturbereich nicht immer leicht ist, macht mir die Vorbereitung jeder einzelnen Veranstaltung Spaß. Erst durch den Blick hinter die Kulissen habe ich gemerkt, wie viel Aufwand dahinter steckt. Neben dem Alltag in der Einsatzstelle besuche ich in meinem Freiwilligen Sozialen Jahr auch Seminare und führe ein eigenes Projekt durch. Ich bin sehr gespannt auf die kommenden sechs Monate und hoffe, dass die Zeit nicht ganz so schnell vorbeigehen wird, denn durch all die vielen neuen Leute, die teilweise komplett unterschiedlich sind, habe ich nicht nur neue Freundschaften geknüpft, sondern auch einiges über mich selbst gelernt.

Autor: Franziska  |  Rubrik: orientieren  |  03.03.2016
Autor: Franziska
Rubrik: orientieren
03.03.2016