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Mein Freiwilliges Jahr

Projektmanagement für Anfänger

Alle Freiwilligen aus Kultur und Politik dürfen im Laufe ihres Freiwilligendienstes eigenständig ein Projekt planen, organisieren und durchführen. Nach langem Überlegen habe ich mich dazu entschieden, einen Poetry Slam zu veranstalten. Schnell merkte ich jedoch, dass die Organisation einer öffentlichen Veranstaltung ziemlich aufwendig ist, weshalb ich mich sehr freute, als eine Kollegin in mein Projekt einsteigen wollte.

Wir stellten unsere Idee einem Kleinkunstverein vor, der sich glücklicherweise dazu bereiterklärte, mit uns zu kooperieren. Der Verein verfügt über einen Gewölbekeller als Austragungsort für Veranstaltungen. Dort wird nun auch unser Poetry Slam stattfinden. Der Vorteil einer solchen Kooperation ist zudem, dass der Verein bereits Kontakte in die Kleinkunstszene pflegt, sodass uns die Suche nach Künstlern und einem Moderator erleichtert wurde. Außerdem dürfen wir die vollständige Technikausstattung nutzen, wodurch wir viel Geld sparen. Nachdem alle Eckdaten geklärt waren, mussten wir uns Gedanken um die Finanzierung machen. Wir haben eine Kostenkalkulation aufgestellt und einen Förderantrag bei einer Stiftung gestellt, die speziell die Kultur in unserem Landkreis unterstützt. Mit dem gesponserten Geld müssen wir sämtliche Kosten, unter anderem GEMA-Gebühren, Künstlerhonorare und Sachpreise, decken.

Bis zur Veranstaltung bleiben uns jetzt noch ein paar Wochen Zeit, um kräftig Werbung zu machen. Dafür lassen wir im Moment Plakate und Flyer drucken, die wir dann im Umkreis verteilen wollen. Außerdem werden wir neben Programmhinweisen in den Lokalzeitungen auch in sozialen Netzwerken dafür werben. Je näher die Veranstaltung rückt, desto aufgeregter werde ich. Ich kann nur hoffen, dass keine größeren Katastrophen mehr passieren und alles glatt geht.

Autor: Franziska  |  Rubrik: orientieren  |  30.03.2016
Autor: Franziska
Rubrik: orientieren
30.03.2016

Mein Freiwilliges Jahr

Halbzeit

Die erste Hälfte meines Freiwilligen Sozialen Jahres Kultur ist bereits vorbei, ein guter Zeitpunkt also, um ein Zwischenfazit zu ziehen.

Als ich vor einem halben Jahr etwas unsicher an die Tür des Kulturbüros geklopft hatte, konnte ich mir kaum vorstellen, was mich erwarten würde. Die Kollegen waren mir fremd, die nahezu ständig klingelnden Telefone wirkten beängstigend und ich konnte mir noch nicht vorstellen, dass ich mich an den Büroalltag gewöhnen würde. Viele Verwandte und Bekannte hatten mir geraten, direkt nach dem Abitur zu studieren. Ihrer Meinung nach war ein Freiwilliges Soziales Jahr die reinste Ausbeute und Zeitverschwendung. Und davon ließ ich mich verunsichern.

Heute, sechs Monate später, weiß ich, dass meine Entscheidung goldrichtig war. Abgesehen von meinen Kollegen, die längst nicht mehr fremd sind, habe ich viel auf fachlicher Ebene gelernt. Obwohl die Arbeit im Kulturbereich nicht immer leicht ist, macht mir die Vorbereitung jeder einzelnen Veranstaltung Spaß. Erst durch den Blick hinter die Kulissen habe ich gemerkt, wie viel Aufwand dahinter steckt. Neben dem Alltag in der Einsatzstelle besuche ich in meinem Freiwilligen Sozialen Jahr auch Seminare und führe ein eigenes Projekt durch. Ich bin sehr gespannt auf die kommenden sechs Monate und hoffe, dass die Zeit nicht ganz so schnell vorbeigehen wird, denn durch all die vielen neuen Leute, die teilweise komplett unterschiedlich sind, habe ich nicht nur neue Freundschaften geknüpft, sondern auch einiges über mich selbst gelernt.

Autor: Franziska  |  Rubrik: orientieren  |  03.03.2016
Autor: Franziska
Rubrik: orientieren
03.03.2016

Mein Freiwilliges Jahr

Die fünfte Jahreszeit

Luftschlangen und Konfetti in den Kaufhäusern, verkleidete Narren auf den Straßen – in einer Fastnachts-Hochburg wie Mainz ist es schwierig, um das bunte Spektakel herum zu kommen. Obwohl ich mich selbst nicht als leidenschaftlichen Fan bezeichnen würde, bin ich mit der „Meenzer Fassenacht“ groß geworden und die fünfte Jahreszeit gehört somit für mich einfach dazu – und dieses Jahr ganz besonders.

Die jährliche Kreis-Fassenachts-Sitzung wird nämlich unter anderem von dem Kulturbüro organisiert, in dem ich mein Freiwilliges Soziales Jahr Kultur leiste. Die Vorbereitungen auf diese Veranstaltung haben die diesjährige Fastnachtssaison für mich also schon vor Wochen eingeläutet. Richtig los ging es dann aber erst an Altweiberfastnacht. Dieser Tag zählt hier als inoffizieller Feiertag und in unserem Büro herrschte Ausnahmezustand. Da es Brauch ist, dass die Frauen den Männern die Krawatten abschneiden, blieb niemand verschont und es dauerte nicht lange, bis alle Männer nur noch einen Stofffetzen um den Hals trugen. Außerdem haben meine Kollegen und ich, verkleidet als Matrosen, Cowboys, Hexen und andere ungewöhnliche Gestalten, eine kleine Feier innerhalb unserer Abteilung veranstaltet. Eine Kollegin hat dann eine selbstgedichtete Büttenrede vorgetragen, wir haben sämtliche deutsche Schlagerlieder gesungen und „Kreppel" – in anderen Regionen als Berliner oder Krapfen bekannt – gegessen. Anschließend konnte ich dann in ein verlängertes Wochenende starten, da ich mir den Freitag Urlaub genommen und die Verwaltung am Rosenmontag geschlossen hatte. Irgendwie war ich froh, als danach wieder Ruhe einkehrte. Fastnacht bedeutet neben dem Spaß nämlich auch immer irgendwie Chaos. Aber schön war es trotzdem!

Autor: Franziska  |  Rubrik: orientieren  |  16.02.2016
Autor: Franziska
Rubrik: orientieren
16.02.2016