Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Mein Freiwilliges Jahr

Halbzeit

Die erste Hälfte meines Freiwilligen Sozialen Jahres Kultur ist bereits vorbei, ein guter Zeitpunkt also, um ein Zwischenfazit zu ziehen.

Als ich vor einem halben Jahr etwas unsicher an die Tür des Kulturbüros geklopft hatte, konnte ich mir kaum vorstellen, was mich erwarten würde. Die Kollegen waren mir fremd, die nahezu ständig klingelnden Telefone wirkten beängstigend und ich konnte mir noch nicht vorstellen, dass ich mich an den Büroalltag gewöhnen würde. Viele Verwandte und Bekannte hatten mir geraten, direkt nach dem Abitur zu studieren. Ihrer Meinung nach war ein Freiwilliges Soziales Jahr die reinste Ausbeute und Zeitverschwendung. Und davon ließ ich mich verunsichern.

Heute, sechs Monate später, weiß ich, dass meine Entscheidung goldrichtig war. Abgesehen von meinen Kollegen, die längst nicht mehr fremd sind, habe ich viel auf fachlicher Ebene gelernt. Obwohl die Arbeit im Kulturbereich nicht immer leicht ist, macht mir die Vorbereitung jeder einzelnen Veranstaltung Spaß. Erst durch den Blick hinter die Kulissen habe ich gemerkt, wie viel Aufwand dahinter steckt. Neben dem Alltag in der Einsatzstelle besuche ich in meinem Freiwilligen Sozialen Jahr auch Seminare und führe ein eigenes Projekt durch. Ich bin sehr gespannt auf die kommenden sechs Monate und hoffe, dass die Zeit nicht ganz so schnell vorbeigehen wird, denn durch all die vielen neuen Leute, die teilweise komplett unterschiedlich sind, habe ich nicht nur neue Freundschaften geknüpft, sondern auch einiges über mich selbst gelernt.

Autor: Franziska  |  Rubrik: orientieren  |  03.03.2016
Autor: Franziska
Rubrik: orientieren
03.03.2016

Mein Freiwilliges Jahr

Die fünfte Jahreszeit

Luftschlangen und Konfetti in den Kaufhäusern, verkleidete Narren auf den Straßen – in einer Fastnachts-Hochburg wie Mainz ist es schwierig, um das bunte Spektakel herum zu kommen. Obwohl ich mich selbst nicht als leidenschaftlichen Fan bezeichnen würde, bin ich mit der „Meenzer Fassenacht“ groß geworden und die fünfte Jahreszeit gehört somit für mich einfach dazu – und dieses Jahr ganz besonders.

Die jährliche Kreis-Fassenachts-Sitzung wird nämlich unter anderem von dem Kulturbüro organisiert, in dem ich mein Freiwilliges Soziales Jahr Kultur leiste. Die Vorbereitungen auf diese Veranstaltung haben die diesjährige Fastnachtssaison für mich also schon vor Wochen eingeläutet. Richtig los ging es dann aber erst an Altweiberfastnacht. Dieser Tag zählt hier als inoffizieller Feiertag und in unserem Büro herrschte Ausnahmezustand. Da es Brauch ist, dass die Frauen den Männern die Krawatten abschneiden, blieb niemand verschont und es dauerte nicht lange, bis alle Männer nur noch einen Stofffetzen um den Hals trugen. Außerdem haben meine Kollegen und ich, verkleidet als Matrosen, Cowboys, Hexen und andere ungewöhnliche Gestalten, eine kleine Feier innerhalb unserer Abteilung veranstaltet. Eine Kollegin hat dann eine selbstgedichtete Büttenrede vorgetragen, wir haben sämtliche deutsche Schlagerlieder gesungen und „Kreppel" – in anderen Regionen als Berliner oder Krapfen bekannt – gegessen. Anschließend konnte ich dann in ein verlängertes Wochenende starten, da ich mir den Freitag Urlaub genommen und die Verwaltung am Rosenmontag geschlossen hatte. Irgendwie war ich froh, als danach wieder Ruhe einkehrte. Fastnacht bedeutet neben dem Spaß nämlich auch immer irgendwie Chaos. Aber schön war es trotzdem!

Autor: Franziska  |  Rubrik: orientieren  |  16.02.2016
Autor: Franziska
Rubrik: orientieren
16.02.2016

Mein Freiwilliges Jahr

Zweite Seminarfahrt

Mitte Januar ging es für uns Freiwillige aus Kultur und Politik in Rheinland-Pfalz wieder auf Seminarfahrt, diesmal in ein kleines Städtchen im Wetteraukreis. Die Stimmung war von Anfang an gut, weil es schön war, all die anderen nach drei Monaten wiederzusehen. Den ersten Tag widmeten wir unseren persönlichen Erfahrungen. Viele erzählten von der Planung ihrer eigenständigen Projekte und dem Alltag in der Einsatzstelle.

Am zweiten Tag ging es dann mit den Workshops los, die wir bereits ein paar Wochen vorher wählen konnten. Zur Auswahl standen unter anderem Songwriting, Tanz, Fotografie und Theater. Da ich gerne schreibe, habe ich mich für den Poetry Slam-Workshop entschieden. Unser Referent, ein deutscher Poetry Slam-Künstler, ging die Sache zum Glück relativ locker an, sodass die folgenden drei Tage sehr abwechslungsreich wurden. Um warm zu werden, dachten wir uns Ein-Wort-Geschichten aus, bei denen jeder reihum nur ein Wort anhängen darf. Wir versuchten zu beatboxen und schrieben Haikus (eine traditionelle japanische Gedichtform, die als die kürzeste der Welt gilt) mit möglichst abstrusen Reimen, die mir nicht nur einmal Bauchschmerzen vor Lachen beschert haben. Außerdem schauten wir uns einige Videos von verschiedenen Poeten an, bei denen wir uns in Sachen Gestikulation und Stimme etwas abschauen konnten. Und natürlich schrieben wir auch selbst Texte und gaben uns gegenseitig Feedback dazu. Es ist zwar nicht ganz einfach, einen Text innerhalb von nur wenigen Stunden zu verfassen, aber in dem Workshop ging es weniger um den perfekten Schreibstil, sondern viel mehr um die Botschaft unserer Texte und wie wir diese vermitteln können.

Am letzten Abend stand dann die Abschlussfeier samt Workshop-Präsentationen auf dem Programm. Wir selbst veranstalten, wie könnte es auch anders sein, eine kleine Poetry-Slam-Show. Es kostete zwar ein bisschen Überwindung, meine eigenen Texte vor über hundert Menschen vorzutragen, aber für den Applaus und die positiven Reaktionen hinterher hat es sich gelohnt. Und auch der restliche Abend bewies die Kreativität meiner Mit-Freiwilligen: Der Musik-Workshop präsentierte eigene Lieder, die Theatergruppe ein selbstgeschriebenes Stück, die Tänzer eine einstudierte Choreographie und vieles mehr.

Viel bleibt mir nicht mehr zu sagen, außer, dass diese fünf Tage viel zu schnell vorbeigingen. Auf die nächste Seminarwoche im April freue ich mich schon besonders. Wir fahren nämlich in die Kulturhauptstadt 2016: San Sebastian in Spanien.

Autor: Franziska  |  Rubrik: orientieren  |  04.02.2016
Autor: Franziska
Rubrik: orientieren
04.02.2016