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Mein Freiwilliges Jahr

Die fünfte Jahreszeit

Luftschlangen und Konfetti in den Kaufhäusern, verkleidete Narren auf den Straßen – in einer Fastnachts-Hochburg wie Mainz ist es schwierig, um das bunte Spektakel herum zu kommen. Obwohl ich mich selbst nicht als leidenschaftlichen Fan bezeichnen würde, bin ich mit der „Meenzer Fassenacht“ groß geworden und die fünfte Jahreszeit gehört somit für mich einfach dazu – und dieses Jahr ganz besonders.

Die jährliche Kreis-Fassenachts-Sitzung wird nämlich unter anderem von dem Kulturbüro organisiert, in dem ich mein Freiwilliges Soziales Jahr Kultur leiste. Die Vorbereitungen auf diese Veranstaltung haben die diesjährige Fastnachtssaison für mich also schon vor Wochen eingeläutet. Richtig los ging es dann aber erst an Altweiberfastnacht. Dieser Tag zählt hier als inoffizieller Feiertag und in unserem Büro herrschte Ausnahmezustand. Da es Brauch ist, dass die Frauen den Männern die Krawatten abschneiden, blieb niemand verschont und es dauerte nicht lange, bis alle Männer nur noch einen Stofffetzen um den Hals trugen. Außerdem haben meine Kollegen und ich, verkleidet als Matrosen, Cowboys, Hexen und andere ungewöhnliche Gestalten, eine kleine Feier innerhalb unserer Abteilung veranstaltet. Eine Kollegin hat dann eine selbstgedichtete Büttenrede vorgetragen, wir haben sämtliche deutsche Schlagerlieder gesungen und „Kreppel" – in anderen Regionen als Berliner oder Krapfen bekannt – gegessen. Anschließend konnte ich dann in ein verlängertes Wochenende starten, da ich mir den Freitag Urlaub genommen und die Verwaltung am Rosenmontag geschlossen hatte. Irgendwie war ich froh, als danach wieder Ruhe einkehrte. Fastnacht bedeutet neben dem Spaß nämlich auch immer irgendwie Chaos. Aber schön war es trotzdem!

Autor: Franziska  |  Rubrik: orientieren  |  16.02.2016
Autor: Franziska
Rubrik: orientieren
16.02.2016

Mein Freiwilliges Jahr

Zweite Seminarfahrt

Mitte Januar ging es für uns Freiwillige aus Kultur und Politik in Rheinland-Pfalz wieder auf Seminarfahrt, diesmal in ein kleines Städtchen im Wetteraukreis. Die Stimmung war von Anfang an gut, weil es schön war, all die anderen nach drei Monaten wiederzusehen. Den ersten Tag widmeten wir unseren persönlichen Erfahrungen. Viele erzählten von der Planung ihrer eigenständigen Projekte und dem Alltag in der Einsatzstelle.

Am zweiten Tag ging es dann mit den Workshops los, die wir bereits ein paar Wochen vorher wählen konnten. Zur Auswahl standen unter anderem Songwriting, Tanz, Fotografie und Theater. Da ich gerne schreibe, habe ich mich für den Poetry Slam-Workshop entschieden. Unser Referent, ein deutscher Poetry Slam-Künstler, ging die Sache zum Glück relativ locker an, sodass die folgenden drei Tage sehr abwechslungsreich wurden. Um warm zu werden, dachten wir uns Ein-Wort-Geschichten aus, bei denen jeder reihum nur ein Wort anhängen darf. Wir versuchten zu beatboxen und schrieben Haikus (eine traditionelle japanische Gedichtform, die als die kürzeste der Welt gilt) mit möglichst abstrusen Reimen, die mir nicht nur einmal Bauchschmerzen vor Lachen beschert haben. Außerdem schauten wir uns einige Videos von verschiedenen Poeten an, bei denen wir uns in Sachen Gestikulation und Stimme etwas abschauen konnten. Und natürlich schrieben wir auch selbst Texte und gaben uns gegenseitig Feedback dazu. Es ist zwar nicht ganz einfach, einen Text innerhalb von nur wenigen Stunden zu verfassen, aber in dem Workshop ging es weniger um den perfekten Schreibstil, sondern viel mehr um die Botschaft unserer Texte und wie wir diese vermitteln können.

Am letzten Abend stand dann die Abschlussfeier samt Workshop-Präsentationen auf dem Programm. Wir selbst veranstalten, wie könnte es auch anders sein, eine kleine Poetry-Slam-Show. Es kostete zwar ein bisschen Überwindung, meine eigenen Texte vor über hundert Menschen vorzutragen, aber für den Applaus und die positiven Reaktionen hinterher hat es sich gelohnt. Und auch der restliche Abend bewies die Kreativität meiner Mit-Freiwilligen: Der Musik-Workshop präsentierte eigene Lieder, die Theatergruppe ein selbstgeschriebenes Stück, die Tänzer eine einstudierte Choreographie und vieles mehr.

Viel bleibt mir nicht mehr zu sagen, außer, dass diese fünf Tage viel zu schnell vorbeigingen. Auf die nächste Seminarwoche im April freue ich mich schon besonders. Wir fahren nämlich in die Kulturhauptstadt 2016: San Sebastian in Spanien.

Autor: Franziska  |  Rubrik: orientieren  |  04.02.2016
Autor: Franziska
Rubrik: orientieren
04.02.2016

Mein Freiwilliges Jahr

Mentale Fitness

Im Rahmen meines FSJ Kultur habe ich sogenannte freie Bildungstage zur Verfügung, an denen ich spezielle Veranstaltungen besuchen kann, die ich mir selbst aussuche. Ich belegte zum Beispiel ein Seminar mit dem Titel „Erfolgsstrategien für mentale Fitness“. Schon im Voraus klang es interessant und versprach viel: Steigerung von Kreativität und Konzentration im Handumdrehen sowie Merktechniken, die zukünftig jeden Einkaufszettel überflüssig machen würden. Ich war also sehr gespannt.

Bevor das Seminar richtig anfing, erklärte uns die Referentin, dass das menschliche Gehirn mit den richtigen Übungen ebenso trainierbar sei wie ein Bizeps. Außerdem versprach sie uns, am Ende des Tages alle Seminarteilnehmer mit Namen ansprechen zu können, was einigen nur ein skeptisches Lachen entlockte. Es ging mit ein paar Aufwärmübungen los, die unseren „Arbeitsspeicher“ in Schwung bringen sollten. Wir entzifferten einen Text ohne Satzzeichen und mit wahlloser Groß- und Kleinschreibung, lasen Namen von Farben vor, die jeweils in andersfarbiger Tinte geschrieben waren und bildeten Anagramme aus verschiedenen Wörtern. All diese Übungen stellten mit ein bisschen Konzentration keine größere Herausforderung dar, verfehlten aber ihre Wirkung nicht: Auch ohne Kaffee war jegliche Müdigkeit anschließend schlagartig verflogen. Danach stellte sich jeder Teilnehmer vor. Zusammen überlegten wir uns kreative Eselsbrücken, um sich die fremden Namen besser merken zu können. Außerdem zeigte uns die Referentin ein Zahlen-Bilder-System, bei dem die Zahlen von eins bis 20 verschiedenen Symbolen zugeordnet sind. Die Zwei ist zum Beispiel ein Schwan, die Fünf eine Hand, die Zwölf ein Geist und so weiter. Mithilfe von Eselsbrücken soll man so mehrere Dinge behalten können. Und tatsächlich: Spielerisch und ohne es wirklich zu bemerken, habe ich 14 Bundesministerien auswendig gelernt, die ich, sogar Wochen nach dem Seminar, noch nicht vergessen habe. Zum Abschluss lernten wir noch eine spezielle Atemübung, mit der wir es schaffen können, Stress abzubauen, um danach wieder leistungsfähiger zu sein. Und wieder wurde ich positiv überrascht, da diese Übung selbst nach einem langen Seminartag half, mich noch einmal konzentrieren zu können.

Von vielen der Tricks, die ich durch das Seminar kennengelernt habe, wünschte ich, ich hätte schon in der Lernphase für das Abitur davon gewusst, da sie mir einiges erleichtert hätten. Trotzdem werde ich auch in Zukunft nicht auf einen Einkaufszettel verzichten – sicher ist sicher!

Autor: Franziska  |  Rubrik: orientieren  |  20.01.2016
Autor: Franziska
Rubrik: orientieren
20.01.2016