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Mein Freiwilliges Jahr

Auf ein Neues

Als ich vor genau einem Jahr an Silvester die Feuerwerksraketen am Himmel beobachtet und auf 2015 angestoßen habe, konnte ich noch nicht absehen, wie das Jahr verlaufen würde. Meine schriftlichen Abiturprüfungen standen kurz bevor und ich wusste nicht, wie es danach weiter gehen sollte. Ich habe mir tage- und nächtelang Gedanken um die verschiedenen Möglichkeiten für meine Zukunft gemacht und bin doch zu keinem Masterplan gekommen. Ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal in Erwägung gezogen. Erst im Laufe der Zeit ist das eine zum anderen gekommen. Obwohl sich das Jahr ganz anders entwickelt hat, als ich anfangs gedacht hatte, war ich dann am Ende sehr zufrieden mit 2015.

365 Tage später habe ich wieder auf ein neues Jahr angestoßen und wieder kann ich nicht sagen, wie 2016 enden wird. Zwar werde ich bis zum Sommer mein FSJ Kultur zu Ende machen und möchte danach anfangen zu studieren, aber was genau und vor allem in welcher Stadt, weiß ich noch nicht. Meine Liste mit möglichen Studienfächern und -orten ist relativ lang geworden, sodass ich mich an vielen verschiedenen Hochschulen bewerben werde. In welche Himmelsrichtung es mich nächsten Herbst dann letztendlich verschlägt, wird sich dann herausstellen.

Wie 2015 gezeigt hat, wird es wahrscheinlich sowieso anders kommen, als ich planen werde. Das beweist mir auch mein Abiturjahrgang. Zwischen den Jahren haben wir beschlossen, ein Nachtreffen für den ganzen Jahrgang zu veranstalten. Obwohl sich äußerlich kaum jemand verändert hat, sind die Dinge, die uns jetzt beschäftigen, ganz andere, als noch vor einem Jahr. Und auch die Pläne, die die meisten so hatten, sind nicht mehr die gleichen. Viele haben mittlerweile angefangen zu studieren und bei den wenigstens ist das Studium wirklich so, wie sie es sich vorgestellt hatten. Einige denken bereits über einen Studienfachwechsel nach, mindestens zwei haben das Studium sogar schon wieder an den Nagel gehängt. Das Mädchen, das schon in der Mittelstufe wusste, dass direkt nach dem Abitur ein Psychologiestudium folgen sollte, ist doch erst noch für ein ganzes Jahr an das andere Ende der Welt gereist. Der Junge, der nach der Schule unbedingt wegziehen wollte, studiert jetzt doch in der Heimatstadt. Und die Freundesgruppe, die ich in der Schule immer nur zusammen gesehen habe, hat sich inzwischen komplett aufgelöst.

Obwohl ich heute noch nicht sicher weiß, was es ist, bin ich sehr gespannt auf das, was mich im Jahr 2016 erwarten wird. Denn mittlerweile weiß ich, dass es gar nicht so schlecht ist, die Dinge einfach auf sich zukommen zu lassen.

Autor: Franziska  |  Rubrik: orientieren  |  05.01.2016
Autor: Franziska
Rubrik: orientieren
05.01.2016

Mein Freiwilliges Jahr

Die Freiwilligenvertretung

Freiwillige haben die Chance, in Form einer Interessenvertretung ihre Ziele und Probleme innerhalb des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) zu formulieren und sogar bis auf Bundesebene weiterzuleiten und zu vertreten. Nachdem uns unsere FSJ-Koordinatoren von dieser Möglichkeit erzählt haben, haben sich ein paar Freiwillige zusammen getan, um sich näher damit zu befassen.Darunter auch ich, denn ich finde das Engagement in einer Interessenvertretung sehr spannend und setze mich gerne für meine Wünsche ein.

Beim ersten Treffen ging zunächst einmal um die Struktur und die Ziele unserer Interessenvertretung. Da die Forderungen, die wir aufstellen, noch nicht legitimiert sind, haben wir uns dazu entschieden, auf der nächsten Seminarfahrt eine Blockwahl stattfinden zu lassen. Dabei stellen sich alle Interessierten vor und können anschließend vom Rest der Seminargruppe in die Interessenvertretung gewählt werden. So bildet sich eine legitimierte Gruppe, die als Ansprechpartner für alle anderen Freiwilligen fungiert. Bei regelmäßigen Sitzungen mit allen Mitgliedern werden gemeinsame Ziele formuliert und an deren Durchsetzung gearbeitet. Außerdem werden zu jedem Treffen auf Landes- oder Bundesebene jeweils zwei Delegierte entsandt, die zuvor demokratisch bestimmt werden. Soweit zumindest die Theorie. Ob auch in der Praxis alles so reibungslos klappt, wird sich erst im Laufe des Jahres zeigen.

Obwohl wir als Gruppe noch nicht offiziell gewählt wurden, haben wir uns bereits erste Gedanken über Forderungen und Ziele gemacht. Einer der wichtigsten Punkte, für den wir uns einsetzen wollen, ist eine Anhebung des FSJ-Gehalts auf das Niveau der Grundsicherung. Denn trotz Wohn- und Kindergeld liegt die monatliche Summe derzeit weit unter diesem Niveau, weswegen es sich viele Jugendliche ohne elterliche Unterstützung nicht leisten können, einen Freiwilligendienst zu absolvieren. Unser zweites Ziel ist es, die Obergrenze der freien Bildungstage zu lockern. Momentan sieht ein FSJ Kultur genau fünf solcher Tage vor, obwohl es oft wesentlich mehr interessante Seminarangebote gibt.

Noch wissen wir nicht, inwiefern wir mit unseren Forderungen etwas bewegen können. Trotzdem ist die Tätigkeit in der Freiwilligenvertretung für mich jetzt schon eine sehr gute Erfahrung, die mir Spaß macht. Und selbst wenn wir es schaffen sollten, nur eine Kleinigkeit für die Freiwilligen zu verbessern, hat sich das Mitwirken schon gelohnt.

Autor: Franziska  |  Rubrik: studium  |  15.12.2015
Autor: Franziska
Rubrik: studium
15.12.2015

Mein Freiwilliges Jahr

Tapetenwechsel

In den vergangenen Wochen haben meine Eltern und ich in unserem Haus renoviert. Wir haben Laminat verlegt, uns über Dachschrägen und Tapetenkleister geärgert, Kartons gepackt und Möbel geschleppt. Mit dem Ergebnis, dass nach getaner Arbeit endlich alles so ist, wie wir es uns vorgestellt haben.

Mein neues Reich befindet sich jetzt im Dachgeschoss und nicht mehr in der mittleren Etage. Dort habe ich viel mehr Platz als in meinem alten Zimmer und sogar ein eignes Bad für mich. Den größeren der beiden Räume habe ich in Wohn-, Ess- und Arbeitsbereich unterteilt, im kleineren Zimmer steht mein Bett sowie der Kleiderschrank. Zwar habe ich keine eigene Küche, aber dafür eine Kaffeemaschine, einen Wasserkocher und einen Toaster. Außerdem möchte ich mir noch einen kleinen Kühlschrank zulegen. So muss ich nicht wegen jeder Kleinigkeit, die ich essen oder trinken möchte, zwei Stockwerke runter und wieder hoch laufen. Es ist auf jeden Fall sehr praktisch, dass ich jetzt mehrere Freunde gleichzeitig einladen kann, ohne in Platznot zu geraten. Und auch auf meinen eigenen, kleinen Tannenbaum, den ich mir dieses Jahr ins Wohnzimmer stellen und selbst schmücken werde, freue ich mich schon. Ganz oben im Haus zu wohnen hat außerdem den Vorteil, dass vor meiner Zimmertür kein Durchgangsverkehr mehr herrscht und ich somit viel Ruhe habe, was nach einem anstrengenden Arbeitstag ganz angenehm ist.

Trotzdem fand ich es schon ein bisschen komisch, mein altes Kinder- und Jugendzimmer auszuräumen. Ich habe viele längst verloren geglaubte Gegenstände wieder gefunden, wie zum Beispiel Freundesbücher aus der Grundschule und den Ordner, in dem ich früher leidenschaftlich Diddl-Blätter gesammelt habe. Alles könne man nicht aufheben, sagt meine Mutter, und damit hat sie auch Recht. Also habe ich mich zwar von einigen Dingen trennen müssen, aber dafür nun wesentlich mehr Ordnung in meinen Schränken und Platz für neue Dinge.

Ganz alleine wohne ich nach unserem kleinen Umbau aber nicht – und das ist auch gut so. Trotz aller Vorteile, die mir dieser Tapetenwechsel beschert hat, bin ich froh, dass meine Eltern noch immer zu jeder Zeit maximal 26 Treppenstufen entfernt sind. So können sie mir nach wir vor zur Seite stehen, wenn der Fernseher mal wieder nicht funktioniert oder es gilt, eine riesengroße Spinne zu entfernen.

Autor: Franziska  |  Rubrik: orientieren  |  04.12.2015
Autor: Franziska
Rubrik: orientieren
04.12.2015