Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Mein Freiwilliges Jahr

Tapetenwechsel

In den vergangenen Wochen haben meine Eltern und ich in unserem Haus renoviert. Wir haben Laminat verlegt, uns über Dachschrägen und Tapetenkleister geärgert, Kartons gepackt und Möbel geschleppt. Mit dem Ergebnis, dass nach getaner Arbeit endlich alles so ist, wie wir es uns vorgestellt haben.

Mein neues Reich befindet sich jetzt im Dachgeschoss und nicht mehr in der mittleren Etage. Dort habe ich viel mehr Platz als in meinem alten Zimmer und sogar ein eignes Bad für mich. Den größeren der beiden Räume habe ich in Wohn-, Ess- und Arbeitsbereich unterteilt, im kleineren Zimmer steht mein Bett sowie der Kleiderschrank. Zwar habe ich keine eigene Küche, aber dafür eine Kaffeemaschine, einen Wasserkocher und einen Toaster. Außerdem möchte ich mir noch einen kleinen Kühlschrank zulegen. So muss ich nicht wegen jeder Kleinigkeit, die ich essen oder trinken möchte, zwei Stockwerke runter und wieder hoch laufen. Es ist auf jeden Fall sehr praktisch, dass ich jetzt mehrere Freunde gleichzeitig einladen kann, ohne in Platznot zu geraten. Und auch auf meinen eigenen, kleinen Tannenbaum, den ich mir dieses Jahr ins Wohnzimmer stellen und selbst schmücken werde, freue ich mich schon. Ganz oben im Haus zu wohnen hat außerdem den Vorteil, dass vor meiner Zimmertür kein Durchgangsverkehr mehr herrscht und ich somit viel Ruhe habe, was nach einem anstrengenden Arbeitstag ganz angenehm ist.

Trotzdem fand ich es schon ein bisschen komisch, mein altes Kinder- und Jugendzimmer auszuräumen. Ich habe viele längst verloren geglaubte Gegenstände wieder gefunden, wie zum Beispiel Freundesbücher aus der Grundschule und den Ordner, in dem ich früher leidenschaftlich Diddl-Blätter gesammelt habe. Alles könne man nicht aufheben, sagt meine Mutter, und damit hat sie auch Recht. Also habe ich mich zwar von einigen Dingen trennen müssen, aber dafür nun wesentlich mehr Ordnung in meinen Schränken und Platz für neue Dinge.

Ganz alleine wohne ich nach unserem kleinen Umbau aber nicht – und das ist auch gut so. Trotz aller Vorteile, die mir dieser Tapetenwechsel beschert hat, bin ich froh, dass meine Eltern noch immer zu jeder Zeit maximal 26 Treppenstufen entfernt sind. So können sie mir nach wir vor zur Seite stehen, wenn der Fernseher mal wieder nicht funktioniert oder es gilt, eine riesengroße Spinne zu entfernen.

Autor: Franziska  |  Rubrik: orientieren  |  04.12.2015
Autor: Franziska
Rubrik: orientieren
04.12.2015

Mein Freiwilliges Jahr

Mein neues FSJ-Projekt

Ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) „Kultur“ hat zwei wichtige Besonderheiten, durch die es sich von einem anderen FSJ´s unterscheidet. Erstens: Im Laufe des Jahres darf jeder Freiwillige ein eigenständiges Projekt betreuen, dass er oder sie sich selbst aussuchen kann. Ich stehe mit der Planung für mein FSJ-Projekt noch in den Startlöchern und möchte noch nicht allzu viel verraten. Doch so viel kann ich schon sagen: Es wird eine Veranstaltung werden. Zweitens: Ich muss insgesamt 25 sogenannter Bildungstage ableisten. 20 davon werden schon durch die Seminarfahrten abgedeckt, die vier Mal im Jahr stattfinden. Die übrigen fünf Bildungstage darf ich aus verschiedenen Seminaren, die das Kulturbüro Rheinland-Pfalz anbietet, frei auswählen.

Einen dieser frei wählbaren Bildungstage habe ich bereits abgeleistet. Das Seminar, das ich besucht habe, hat sich mit öffentlichen Kulturförderungen beschäftigt. Klingt langweilig? Dachte ich zuerst auch. Aber um eine Veranstaltung durchzuführen, brauche ich natürlich Geld und bin deswegen auf Förderung angewiesen. Letztendlich war das Seminar alles andere als langweilig. Ich war ziemlich überrascht darüber, wie viele verschiedene Möglichkeiten es gibt, Kulturförderungen zu beantragen. Gelernt habe ich, wie ich Stiftungen und Förderämter von meiner Idee überzeugen kann, worauf bei meiner Kalkulation zu achten ist und wie ein ordentlicher Kosten- und Finanzierungsplan aussehen muss. Diese Informationen sind nicht nur für mein Projekt nützlich, sondern auch später im Beruf, falls ich mich dazu entscheide, in der Kulturarbeit zu bleiben. Außerdem habe ich in Gesprächen mit anderen Seminarteilnehmern viele Anregungen und jede Menge Zuspruch für meine Veranstaltung bekommen, sodass ich mich mit einigen neuen Ideen auf den Heimweg machen konnte.

Natürlich wird es ein ganzes Stück Arbeit, mein FSJ-Projekt so durchzuführen, wie ich es mir vorstelle. Momentan beschäftige ich mich noch mit der Frage nach einem Datum und den passenden Räumlichkeiten für meine Veranstaltung. Erst wenn das fest steht, kann ich mit der restlichen Planung weiter machen. Trotzdem fühle ich mich durch das Seminar um einiges besser vorbereitet auf das, was in den kommenden Wochen und Monaten noch auf mich zukommen wird.

Autor: Franziska  |  Rubrik: orientieren  |  25.11.2015
Autor: Franziska
Rubrik: orientieren
25.11.2015

Mein Freiwilliges Jahr

Was ist eigentlich Kultur?

Vor ein paar Tagen hat mich ein Kollege gefragt, wie ich Kultur beschreiben würde. Diese Frage hat mich zum Nachdenken gebracht und seitdem bekomme ich sie einfach nicht mehr aus dem Kopf. Durch mein Freiwilliges Soziales Jahr Kultur höre ich den Begriff natürlich ständig und habe täglich damit zu tun. Aber was ist das überhaupt, Kultur?

Für mich ist Kultur der Poetry Slam im Jugendzentrum, der regionale Bandwettbewerb für Nachwuchstalente und die Ballettaufführung im Staatstheater. Das Sinfonieorchester in der Alten Oper und das Rockkonzert nächste Woche im Kulturhaus. Es ist das große Kinocenter mit den überteuerten Tickets, es sind Ausstellungen und Museen, die über die letzten Jahrhunderte informieren und Lesungen unbekannter Autoren. Aber ist Kultur nur das, worüber die entsprechende Rubrik in unserer Tageszeitung berichtet? Gehört da nicht noch viel mehr dazu?

Ich finde, Kultur ist dort, wo Menschen sind. Es ist die Art und Weise zu leben. Und dazu zählen meiner Meinung nach auch die weißen Tennissocken in den Sandalen deutscher Touristen und die bunten Haare mancher Jugendlicher. Auch die Garagenband aus der Nachbarschaft, die für ihren ersten Auftritt probt, gehört dazu. Sogar das Graffiti unter der Brücke würde ich als Kultur bezeichnen.

„Kultur beginnt im Herzen jedes einzelnen“, steht auf einer kleinen Tafel in unserem Büro; ein Zitat von Johann Nestroy. Schenkt man ihm Glauben, ist Kultur also das, was einen glücklich macht. Die einen schimpfen auf die teure Kinokarte und nennen es Wirtschaft. Die anderen lehnen sich zufrieden im gemütlichen Kinosessel zurück und sind überzeugt, dass das Erlebnis jeden Cent wert ist.

Kultur ist einfach überall. Aber in erster Linie ist es etwas ganz persönliches, weswegen es wahrscheinlich so schlecht zu beschreiben ist.

Autor: Franziska  |  Rubrik: orientieren  |  09.11.2015
Autor: Franziska
Rubrik: orientieren
09.11.2015