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Mein Freiwilliges Jahr

Mein neues FSJ-Projekt

Ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) „Kultur“ hat zwei wichtige Besonderheiten, durch die es sich von einem anderen FSJ´s unterscheidet. Erstens: Im Laufe des Jahres darf jeder Freiwillige ein eigenständiges Projekt betreuen, dass er oder sie sich selbst aussuchen kann. Ich stehe mit der Planung für mein FSJ-Projekt noch in den Startlöchern und möchte noch nicht allzu viel verraten. Doch so viel kann ich schon sagen: Es wird eine Veranstaltung werden. Zweitens: Ich muss insgesamt 25 sogenannter Bildungstage ableisten. 20 davon werden schon durch die Seminarfahrten abgedeckt, die vier Mal im Jahr stattfinden. Die übrigen fünf Bildungstage darf ich aus verschiedenen Seminaren, die das Kulturbüro Rheinland-Pfalz anbietet, frei auswählen.

Einen dieser frei wählbaren Bildungstage habe ich bereits abgeleistet. Das Seminar, das ich besucht habe, hat sich mit öffentlichen Kulturförderungen beschäftigt. Klingt langweilig? Dachte ich zuerst auch. Aber um eine Veranstaltung durchzuführen, brauche ich natürlich Geld und bin deswegen auf Förderung angewiesen. Letztendlich war das Seminar alles andere als langweilig. Ich war ziemlich überrascht darüber, wie viele verschiedene Möglichkeiten es gibt, Kulturförderungen zu beantragen. Gelernt habe ich, wie ich Stiftungen und Förderämter von meiner Idee überzeugen kann, worauf bei meiner Kalkulation zu achten ist und wie ein ordentlicher Kosten- und Finanzierungsplan aussehen muss. Diese Informationen sind nicht nur für mein Projekt nützlich, sondern auch später im Beruf, falls ich mich dazu entscheide, in der Kulturarbeit zu bleiben. Außerdem habe ich in Gesprächen mit anderen Seminarteilnehmern viele Anregungen und jede Menge Zuspruch für meine Veranstaltung bekommen, sodass ich mich mit einigen neuen Ideen auf den Heimweg machen konnte.

Natürlich wird es ein ganzes Stück Arbeit, mein FSJ-Projekt so durchzuführen, wie ich es mir vorstelle. Momentan beschäftige ich mich noch mit der Frage nach einem Datum und den passenden Räumlichkeiten für meine Veranstaltung. Erst wenn das fest steht, kann ich mit der restlichen Planung weiter machen. Trotzdem fühle ich mich durch das Seminar um einiges besser vorbereitet auf das, was in den kommenden Wochen und Monaten noch auf mich zukommen wird.

Autor: Franziska  |  Rubrik: orientieren  |  25.11.2015
Autor: Franziska
Rubrik: orientieren
25.11.2015

Mein Freiwilliges Jahr

Was ist eigentlich Kultur?

Vor ein paar Tagen hat mich ein Kollege gefragt, wie ich Kultur beschreiben würde. Diese Frage hat mich zum Nachdenken gebracht und seitdem bekomme ich sie einfach nicht mehr aus dem Kopf. Durch mein Freiwilliges Soziales Jahr Kultur höre ich den Begriff natürlich ständig und habe täglich damit zu tun. Aber was ist das überhaupt, Kultur?

Für mich ist Kultur der Poetry Slam im Jugendzentrum, der regionale Bandwettbewerb für Nachwuchstalente und die Ballettaufführung im Staatstheater. Das Sinfonieorchester in der Alten Oper und das Rockkonzert nächste Woche im Kulturhaus. Es ist das große Kinocenter mit den überteuerten Tickets, es sind Ausstellungen und Museen, die über die letzten Jahrhunderte informieren und Lesungen unbekannter Autoren. Aber ist Kultur nur das, worüber die entsprechende Rubrik in unserer Tageszeitung berichtet? Gehört da nicht noch viel mehr dazu?

Ich finde, Kultur ist dort, wo Menschen sind. Es ist die Art und Weise zu leben. Und dazu zählen meiner Meinung nach auch die weißen Tennissocken in den Sandalen deutscher Touristen und die bunten Haare mancher Jugendlicher. Auch die Garagenband aus der Nachbarschaft, die für ihren ersten Auftritt probt, gehört dazu. Sogar das Graffiti unter der Brücke würde ich als Kultur bezeichnen.

„Kultur beginnt im Herzen jedes einzelnen“, steht auf einer kleinen Tafel in unserem Büro; ein Zitat von Johann Nestroy. Schenkt man ihm Glauben, ist Kultur also das, was einen glücklich macht. Die einen schimpfen auf die teure Kinokarte und nennen es Wirtschaft. Die anderen lehnen sich zufrieden im gemütlichen Kinosessel zurück und sind überzeugt, dass das Erlebnis jeden Cent wert ist.

Kultur ist einfach überall. Aber in erster Linie ist es etwas ganz persönliches, weswegen es wahrscheinlich so schlecht zu beschreiben ist.

Autor: Franziska  |  Rubrik: orientieren  |  09.11.2015
Autor: Franziska
Rubrik: orientieren
09.11.2015

Mein Freiwilliges Jahr

Seminarfahrt

Letzte Woche war es so weit: Das erste Seminar für den diesjährigen Jahrgang des Freiwilligen Sozialen Jahres Kultur aus Rheinland-Pfalz stand an. Genauer gesagt nicht nur für Freiwillige in der Kultur, sondern auch in der Politik sowie Leute, die einen Bundesfreiwilligendienst leisten. Es ging in die Eifel, in einen kleinen Ort, dessen Einwohnerzahl wir für diese Woche fast verdoppelt haben. Handyempfang oder WLAN waren nicht vorhanden. Aber dafür konnte ich über 100 neue Leute treffen.

Durch eine Fahrgemeinschaft habe ich zum Glück direkt auf der Hinfahrt drei Mädels kennengelernt, mit denen ich mich sofort gut verstanden habe. Da ich ansonsten niemanden kannte, war ich froh, dass wir den ersten Tag hauptsächlich mit Spielen zum Kennenlernen verbracht haben. Alle sind dabei sehr offen aufeinander zugegangen, sodass wir als Gruppe ziemlich schnell zusammengewachsen sind. Dies haben wir nicht zuletzt unseren vier ebenso entspannten Seminarleitern zu verdanken, die von Anfang an für eine lockere Stimmung gesorgt haben.

Die gesamte Woche wurden wir von der Frage „Was ist eigentlich Heimat?“ begleitet. Mit Workshops und Gruppenarbeiten versuchten wir eine Antwort darauf zu finden, was sich als gar nicht so einfach erwiesen hat. Ist Heimat ein Gefühl oder ein Ort? Sind es Freunde oder die Familie? Ist es eine Illusion oder eine Erinnerung? Eine allgemeine Antwort konnten wir zwar nicht finden, aber dafür jeder seine persönliche.

Nicht weniger interessant als das Tagesprogramm war auch die Abendgestaltung, die uns größtenteils selbst überlassen war. Die „Werwolf“-Runde mit knapp 50 Leuten ist zwar gescheitert, aber dafür hat es in einer kleineren Gruppe gut geklappt. Andere machten Musik auf ihren mitgebrachten Instrumenten, andere quatschen einfach oder spielten Karten. Für den letzten Abend haben wir eine Abschlussfeier mit anschließender Aftershow-Party organisiert. Ob Dekoration, Catering, Technik oder Showgruppen, jedem wurde eine andere Aufgabe zugeteilt. Das Bühnenprogramm an diesem Abend war genauso vielfältig wie unsere gesamte Truppe. Die anschließende Aftershow-Party war dank bester Stimmung dann mein persönliches Highlight der Woche. Nach einer kurzen Feedbackrunde machten wir uns alle am Freitagmittag mit vielen neuen Kontakten und Eindrücken wieder auf den Heimweg.

Mein Fazit zu diesem ersten Seminar? Es war auf jeden Fall eine tolle Woche und ein sehr vielversprechender Auftakt für das restliche FSJ-Jahr. Das nächste Seminar findet im Januar statt - und wird hoffentlich genauso gut wie das erste!

Autor: Franziska  |  Rubrik: orientieren  |  28.10.2015
Autor: Franziska
Rubrik: orientieren
28.10.2015