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Mein Freiwilliges Jahr

Abschlussseminar

Um nahtlos beim letzten Eintrag anzuknüpfen, will ich kurz berichten, was die Seminare, für Freiwillige bei meinem Träger so besonders macht. Ich habe schon ein paar Mal erwähnt, dass ich mit meiner Entsendeorganisation wahrscheinlich sehr viel Glück hatte, vor allem weil sie sehr motivierende Seminare anbietet, die mich auf eine ungewöhnliche Art und Weise hervorragend auf das Jahr im Ausland vorbereitet haben.

Dieser letzte Halbsatz ist vielleicht nicht ganz unwichtig, denn wer sich mit frühem Aufstehen, Workshops bei 15 Grad und viel Sport im Freien überhaupt nicht anfreunden kann, wäre auf diesen Seminaren gänzlich falsch gewesen. Üblicherweise sind wir (ungefähr 35 Personen) um sieben Uhr morgens aufgestanden, haben uns draußen zum Wachwerden versammelt und erst einmal Fangen, „Hase und Igel“ oder sonst irgendein lustiges Spiel gespielt. Danach ging es rein zum gemütlichen Frühstück im ungeheizten Haus und anschließend wieder raus für verschiedene Workshops. Nach dem selbstverständlich selbstgekochten Mittagessen hatten wir Zeit, unsere Kreativität auszuleben. Da ich in einer Gruppe war, die nichts gegen körperliche Anstrengung oder Dreck hatte, war ziemlich schnell klar, dass wir rangeln wollen. Und zwar genau so, wie man es von den gelegentlichen Auseinandersetzungen mit den Geschwistern von früher kennt. Sieger des Rangelturniers war jeder, der am Ende ein paar blaue Flecken und mindestens eine dreckverschmierte Hose vorzuweisen hatte. Abends gab es zum Ausgleich dann noch eine Runde „Werwolf“ zum Nachdenken, Analysieren und Taktieren. Denn nach zwei Seminaren mit jeweils acht Tagen sind wirklich alle Seminarteilnehmer geübte Spieler, die wissen, wie man sich als Werwolf Freunde macht.

Selbstverständlich fand der ganze Spaß in einem Haus ohne Handynetz und Internet statt. Dabei stellten wir konsensfähig fest, dass eine Woche Selbstversorger zu spielen und mit den Produkten der Bauern vor Ort auskommen zu müssen, eine ebenso interessante wie überraschend leichte Herausforderung ist.

Und genau dieser Konsens, das Gefühl eine Herausforderung gemeinschaftlich zu meistern, gab den Seminaren bei unserem erlebnispädagogischen Träger eine unglaublich motivierende Atmosphäre, die wir alle nach Frankreich mitnehmen konnten.

Autor: Katha  |  Rubrik: orientieren  |  08.10.2015
Autor: Katha
Rubrik: orientieren
08.10.2015

Mein Freiwilliges Jahr

Zukunftswerkstatt

Mir verschlug es für einen kurzen Moment die Sprache, als ich letzten Montag die Mensa meiner alten Schule betrat, in der die sogenannte Zukunftswerkstatt für die neuen Elftklässler stattfand. Die Stuhlreihen waren voll besetzt. Falls ich dachte, dass mein eigener ehemaliger Jahrgang mit knapp 160 Schülern groß war, hatte ich mich geirrt: Die neue 11. Jahrgangsstufe besteht aus 215 Schülern!

Wieso ich überhaupt zu einer Versammlung der Elftklässler gehe? Die Veranstaltung sollte dazu dienen, die Schüler auf die Oberstufe vorzubereiten. Deswegen wurden ein paar Abiturienten eingeladen, die in kleinen Gruppen ihre eigenen Erfahrungen und Tipps zu Abikasse, Abiball und anderem weitergeben sollten. Da ich in meinem Jahrgang für die Abizeitung zuständig gewesen bin, war ich auch dabei.

Die Schüler in meiner Gruppe blätterten durch unsere Abizeitung, die ich extra mitgebracht hatte. Und sofort wurden mir unzählige Fragen gestellt: Wie funktioniert das mit den Umfragen? Welches Layout-Programm ist am besten? Und wie finanziert man das alles? Ich war über all die Fragen ein bisschen überrascht. In der 11. Klasse hatten wir uns noch überhaupt keine Gedanken um unsere Abizeitung gemacht. Allerdings gab es für meinen Jahrgang damals auch keine Zukunftswerkstatt in dieser Form. Uns hat niemand, der das alles schon einmal gemacht hat, Tipps gegeben. Dabei hätten wir die wirklich gebrauchen können. Wir dachten damals, dass es reicht, mit der Planung erst kurz vor dem Abitur anzufangen, und sind am Ende dann sehr unter Zeitdruck geraten. Außerdem hatte uns keiner vorgewarnt, dass die Suche nach Sponsorengeldern Wochen dauern und niemand die Abgabefristen für Berichte einhalten würde. Und an die ganzen anstrengenden Diskussionen innerhalb des Jahrgangs, weil immer jemand etwas zu auszusetzen hatte, möchte ich gar nicht mehr zurückdenken.

Trotz des ganzen Chaos hat es sehr viel Spaß gemacht, die Abizeitung für meinen Jahrgang zu erstellen. Ich hoffe, dass ich den Abiturjahrgang 2018 ein bisschen auf das, was auf sie zukommen wird, vorbereiten konnte. Wenn ich dabei geholfen habe, dass unsere Fehler nicht wiederholt werden, habe ich mein Ziel schon erreicht!

Autor: Franziska  |  Rubrik: orientieren  |  30.09.2015
Autor: Franziska
Rubrik: orientieren
30.09.2015

Mein Freiwilliges Jahr

Fazit

Da ich nun meinen Freiwilligendienst beendet habe, stellt sich mir die Frage: Hat es sich gelohnt? Waren die elf Monate, die ich im Krankenhaus gearbeitet habe, sinnvoll?

Eigentlich wollte ich gar kein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) machen. Anfangs habe ich wirklich gedacht, ich würde ein Jahr vergeuden, wenn ich mich im gesundheitlichen Bereich sozial engagiere, wo ich doch sowieso Medizin studieren möchte. Und immerhin habe ich ein gutes Abitur gemacht, es sollte mir also doch gegönnt sein, direkt ins Studium einzusteigen.

Diese jugendliche Arroganz wurde glücklicherweise bestraft. Ich erhielt keinen Studienplatz beziehungsweise keinen an einem guten Standort und wurde so eines Besseren belehrt. Ein Freiwilligendienst macht keinen Sinn? Von wegen! Es ist weniger das, was ich medizinisch gelernt habe, was mich davon überzeugt, dass es absolut gewinnbringend ist, einen solchen Dienst zu leisten. Viel mehr zählt für mich meine persönliche Entwicklung. Ich kann jetzt viel besser mit Menschen umgehen, bin selbstbewusster geworden, kann verschiedene Situationen viel besser einschätzen und finde, auch wenn es schwer ist, oft die richtigen Worte. Ich habe gelernt, Trauer zu verarbeiten, habe verstanden, was es heißt, andere Menschen zu ermutigen, zu motivieren, sie zu trösten und sie aufzuheitern. Ich habe außerdem Demut gelernt und was es bedeutet Berufsanfänger zu sein, aber dennoch alles zu geben. Und am Ende habe ich mich als wichtigen Teil meiner Station gesehen und wurde auch als solcher behandelt.

Darüber hinaus hat sich der Freiwilligendienst auch aufgrund der Seminare für mich gelohnt. Was habe ich für tolle Menschen kennenlernen dürfen! Es war wunderbar, vier Mal in diesem Jahr für eine Woche wegzufahren, zusammenzurücken und einander zu begegnen. Ich habe Freunde gefunden während dieser Seminare, aber auch während meiner Arbeit im Krankenhaus. Ich hatte Zeit, mich auf mich selbst zu besinnen, mir Gedanken über meine Zukunft zu machen, Hobbys nachzugehen und mal mein eigenes Geld zu verdienen.Kurzum: Es war ein tolles Jahr voller Höhen und Tiefen. Ich bin froh, dass ich es gemacht habe!

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  28.09.2015
Autor: Thilo
Rubrik: orientieren
28.09.2015