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Mein Freiwilliges Jahr

Neues altes Leben

Jetzt ist es endgültig vorbei: mein Jahr im Elsass. Eine tolle, prägende und vor allem interessante Zeit. Zum Abschluss gab es ein bisschen Kuchen, ein paar Abschiedsgeschenke und auch ein paar Tränen bei den Senioren und mir. Aber im Großen und Ganzen waren die letzten Tage in meiner Einrichtung außergewöhnlich schön.

Dank straffem Zeitplan sollte es aber nahtlos weitergehen. Nach meinem letzten Arbeitstag steht direkt ein Abschluss-Seminar zusammen mit den anderen Frankreich-Freiwilligen an. Von da aus muss ich einmal quer durch Deutschland nach Hause auf einen kurzen Zwischenstopp, um Farbe und Pinsel einzupacken, und im Anschluss dann direkt weiter zur Uni und in die neue WG.

Das war zumindest der Plan. Völlig übermüdet schaffe ich es natürlich nicht, planmäßig loszukommen. Dann höre ich im Radio, dass die Lufthansa streikt und viele auf das Auto umsteigen – und gerate selbstverständlich auch prompt in zwei Staus. Es war also absehbar, dass ich es nicht mehr rechtzeitig zur Anmeldung für einen Vorkurs in der Uni schaffen würde. Also entwickelte ich schnell einen Plan B und fragte Taxi Mama, ob es Zeit hat, mich vielleicht kurz mal zwischendurch in Köln abzuholen und nach Aachen zu begleiten. Der Vorkurs ist also gerettet, der Zwischenstopp zu Hause fällt aber flach. Doch obwohl ich noch kein Zeug zum Streichen dabei habe, als ich nach dem Termin in der Uni das erste Mal meine neue Wohnung und einen meiner Mitbewohner kennenlerne, bringen wir doch noch etwas Produktives zustande. Kochen und essen ist ja auch sehr wichtig.

Nach einer guten Stunde bringt meine Mama mich dann wieder zu meinem Auto und wir fahren endlich nach Hause. Beim abendlichen Telefonat mit meinem Freund nicke ich noch ein paar Mal weg, bevor ich nach den Gute-Nacht-Wünschen augenblicklich einschlafe. Soviel also zu meinem ersten Tag zurück in meinem neuen alten Leben.

Autor: Katha  |  Rubrik: orientieren  |  18.09.2015
Autor: Katha
Rubrik: orientieren
18.09.2015

Mein freiwilliges Jahr

Wie zu Schulzeiten

Mein Wecker klingelt um halb sieben. Nachdem die Müdigkeit im Kampf gegen mein Pflichtgefühl unterliegt, stehe ich auf und schlurfe ins Bad. Zurück in meinem Zimmer stehe ich vor meinem Kleiderschrank und muss mich für ein Outfit entscheiden. Instinktiv greife ich nach der ausgewaschenen Lieblingsjeans und einem meiner gemütlichen Hoodies. Doch ich halte inne und erinnere mich daran, dass ich nun nicht mehr zur Schule gehe und greife doch zu einer sauberen, schwarzen Hose und einem gebügelten Pullover. Abgesehen von meiner Klamotten- und Frisurwahl ist meine morgendliche Routine dieselbe – wie zu Schulzeiten. Meine Eltern sitzen mit mir zusammen am Frühstückstisch. Aber statt in meine Sneakers schlüpfe ich in schwarze Stiefeletten und statt einem Rucksack schnappe ich mir meine Handtasche. Jetzt bin ich bereit für einen weiteren Arbeitstag als FSJlerin.

Die Einsatzstelle für mein Freiwilliges Soziales Jahr Kultur ist das Kulturbüro der Kreisverwaltung Mainz-Bingen. Hauptsächlich werden hier Veranstaltungen, beispielsweise Lesungen, Preisverleihungen oder Fastnachtssitzungen geplant und organisiert. In den nächsten Wochen steht eine Ehrung für Bürger an, die sich in besonderer Weise engagiert haben. Dafür habe ich in den letzten Tagen sämtliche Einladungen verschickt und die Ehrenurkunden geschrieben. Denn obwohl ich erst vor knapp zwei Wochen angefangen habe, habe ich schon eigene Aufgaben und ein kleines bisschen Verantwortung übertragen bekommen, worüber ich sehr froh bin. Und vor allem habe ich eines gelernt: Telefonieren. Ich weiß, dass man mit 19 Jahren in der Lage sein sollte, mit fremden Menschen zu telefonieren. Trotzdem habe ich anfangs immer Panik bekommen, sobald meine Kollegin alle Anrufer in ihrer Abwesenheit zu mir umgestellt hat. Nach den ersten paar Anrufern war meine Telefonphobie aber überwunden und mein Begrüßungssatz klingt immer weniger einstudiert.

Ich komme ein bisschen später als zu Schulzeiten nach Hause, aber dafür muss ich keine Hausaufgaben mehr machen. Abends kocht meine Mutter mein Lieblingsessen und mir wird einmal mehr bewusst, dass ich noch nicht dazu bereit wäre, in den nächsten Wochen auszuziehen. Denn es ist wirklich alles ein bisschen wie früher. Nur eben viel besser.

Autor: Franziska  |  Rubrik: orientieren  |  16.09.2015
Autor: Franziska
Rubrik: orientieren
16.09.2015

Mein Freiwilliges Jahr

Eine Reise durch Europa

Drei meiner Freunde planen eine Reise quer durch Europa. Hier gibt es viel zu entdecken: In Italien stehen die Toskana und Städte wie Venedig, Genua und Rom auf dem Plan, mit ihren Prachtbauten und der geschichtsträchtigen Vergangenheit. Außerdem wollen sie ins skandinavische Gebirge, fischen am Fjord, baden in der Ostsee in Stockholm, an der steilsten Küste in Westirland stehen, die Pyrenäen zwischen Frankreich und Spanien besteigen, an der Straße von Gibraltar nach Afrika schauen und sich in die Tundra nach Osteuropa begeben. Wenn ich so darüber nachdenke, bin ich überzeugt: Europa bietet viele interessante Orte, die in kürzester Zeit erreichbar sind.

Alle drei haben den Freiwilligendienst im selben Krankenhaus absolviert wie ich, obwohl ihre Pläne eigentlich anders aussahen. Ursprünglich wollten sie alle direkt nach dem Abi ins Ausland gehen. Leider hat das nicht geklappt, weshalb sie das nachholen wollen, bevor ihre Ausbildung bzw. das Studium beginnt. Und mit einem InterRail-Ticket ist es möglich, beinahe jeden Zug in Europa zu nutzen. Während des Freiwilligendienstes haben sie das nötige Geld dafür verdient. Die erste Etappe wird sie nach Prag und Graz führen, um dort Auswahlverfahren für medizinische Studiengänge zu durchlaufen. Danach wollen sie ans Meer und die Seele baumeln lassen. Das klingt für mich total nach Freiheit.

Ein bisschen bewundere ich sie auch dafür, dass sie einfach so ins Ungewisse reisen, kaum Anhaltspunkte haben und nicht wissen, wo sie jeweils unterkommen werden. Dazu kommt die Vielfalt der Sprachen in Europa. Irgendwie spricht zwar jeder Englisch, doch machen einen ein paar Fetzen in der jeweiligen Landessprache für die Bevölkerung dort doch sehr sympathisch. Das finde ich gut, weil ich glaube, das eröffnet ihnen den Zugang zu der dortigen Kultur.

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  10.09.2015
Autor: Thilo
Rubrik: orientieren
10.09.2015