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Mein freiwilliges Jahr

Wie zu Schulzeiten

Mein Wecker klingelt um halb sieben. Nachdem die Müdigkeit im Kampf gegen mein Pflichtgefühl unterliegt, stehe ich auf und schlurfe ins Bad. Zurück in meinem Zimmer stehe ich vor meinem Kleiderschrank und muss mich für ein Outfit entscheiden. Instinktiv greife ich nach der ausgewaschenen Lieblingsjeans und einem meiner gemütlichen Hoodies. Doch ich halte inne und erinnere mich daran, dass ich nun nicht mehr zur Schule gehe und greife doch zu einer sauberen, schwarzen Hose und einem gebügelten Pullover. Abgesehen von meiner Klamotten- und Frisurwahl ist meine morgendliche Routine dieselbe – wie zu Schulzeiten. Meine Eltern sitzen mit mir zusammen am Frühstückstisch. Aber statt in meine Sneakers schlüpfe ich in schwarze Stiefeletten und statt einem Rucksack schnappe ich mir meine Handtasche. Jetzt bin ich bereit für einen weiteren Arbeitstag als FSJlerin.

Die Einsatzstelle für mein Freiwilliges Soziales Jahr Kultur ist das Kulturbüro der Kreisverwaltung Mainz-Bingen. Hauptsächlich werden hier Veranstaltungen, beispielsweise Lesungen, Preisverleihungen oder Fastnachtssitzungen geplant und organisiert. In den nächsten Wochen steht eine Ehrung für Bürger an, die sich in besonderer Weise engagiert haben. Dafür habe ich in den letzten Tagen sämtliche Einladungen verschickt und die Ehrenurkunden geschrieben. Denn obwohl ich erst vor knapp zwei Wochen angefangen habe, habe ich schon eigene Aufgaben und ein kleines bisschen Verantwortung übertragen bekommen, worüber ich sehr froh bin. Und vor allem habe ich eines gelernt: Telefonieren. Ich weiß, dass man mit 19 Jahren in der Lage sein sollte, mit fremden Menschen zu telefonieren. Trotzdem habe ich anfangs immer Panik bekommen, sobald meine Kollegin alle Anrufer in ihrer Abwesenheit zu mir umgestellt hat. Nach den ersten paar Anrufern war meine Telefonphobie aber überwunden und mein Begrüßungssatz klingt immer weniger einstudiert.

Ich komme ein bisschen später als zu Schulzeiten nach Hause, aber dafür muss ich keine Hausaufgaben mehr machen. Abends kocht meine Mutter mein Lieblingsessen und mir wird einmal mehr bewusst, dass ich noch nicht dazu bereit wäre, in den nächsten Wochen auszuziehen. Denn es ist wirklich alles ein bisschen wie früher. Nur eben viel besser.

Autor: Franziska  |  Rubrik: orientieren  |  16.09.2015
Autor: Franziska
Rubrik: orientieren
16.09.2015

Mein Freiwilliges Jahr

Eine Reise durch Europa

Drei meiner Freunde planen eine Reise quer durch Europa. Hier gibt es viel zu entdecken: In Italien stehen die Toskana und Städte wie Venedig, Genua und Rom auf dem Plan, mit ihren Prachtbauten und der geschichtsträchtigen Vergangenheit. Außerdem wollen sie ins skandinavische Gebirge, fischen am Fjord, baden in der Ostsee in Stockholm, an der steilsten Küste in Westirland stehen, die Pyrenäen zwischen Frankreich und Spanien besteigen, an der Straße von Gibraltar nach Afrika schauen und sich in die Tundra nach Osteuropa begeben. Wenn ich so darüber nachdenke, bin ich überzeugt: Europa bietet viele interessante Orte, die in kürzester Zeit erreichbar sind.

Alle drei haben den Freiwilligendienst im selben Krankenhaus absolviert wie ich, obwohl ihre Pläne eigentlich anders aussahen. Ursprünglich wollten sie alle direkt nach dem Abi ins Ausland gehen. Leider hat das nicht geklappt, weshalb sie das nachholen wollen, bevor ihre Ausbildung bzw. das Studium beginnt. Und mit einem InterRail-Ticket ist es möglich, beinahe jeden Zug in Europa zu nutzen. Während des Freiwilligendienstes haben sie das nötige Geld dafür verdient. Die erste Etappe wird sie nach Prag und Graz führen, um dort Auswahlverfahren für medizinische Studiengänge zu durchlaufen. Danach wollen sie ans Meer und die Seele baumeln lassen. Das klingt für mich total nach Freiheit.

Ein bisschen bewundere ich sie auch dafür, dass sie einfach so ins Ungewisse reisen, kaum Anhaltspunkte haben und nicht wissen, wo sie jeweils unterkommen werden. Dazu kommt die Vielfalt der Sprachen in Europa. Irgendwie spricht zwar jeder Englisch, doch machen einen ein paar Fetzen in der jeweiligen Landessprache für die Bevölkerung dort doch sehr sympathisch. Das finde ich gut, weil ich glaube, das eröffnet ihnen den Zugang zu der dortigen Kultur.

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  10.09.2015
Autor: Thilo
Rubrik: orientieren
10.09.2015

Mein Freiwilliges Jahr

Eine Woche voller Action

Action im Altenheim – wer hätte das gedacht? Üblicherweise steht bereits montags das Highlight der Senioren im Programm, wenn Agathe kommt und den ganzen Morgen zum Sitzsport animiert. Dann stehen alle pünktlich im Gemeinschaftssaal. Eine Stunde später sind die älteren Herrschaften zwar fix und fertig, können aber mit gutem Gewissen den Rest des Tages ruhiger angehen lassen. In dieser Woche sieht es allerdings anders aus. Am Montag stand mit Agathe nicht nur der wöchentliche, sondern mit dem Auftritt eines Akkordeon-Spielers auch gleich der monatliche Höhepunkt an. Und die Woche ging gerade so weiter: Am Dienstag folgte eine Platinhochzeit (70 Jahre), am Mittwoch das Fest der Geburtstage, das alle zwei Monate gefeiert wird, und am Donnerstag ein Ausflug zum Forellenfischen.

Das ist der ideale Rentnersport, könnte man meinen. Doch leider ließ der Erfolg der Omas und Opas auf sich warten. Während Begleiter Bernard einen Fisch nach dem anderen aus dem Teich zog, hatte nur einer der älteren Herren etwas an der Angel. Stolz wurde er sofort mit seinem Fang fotografiert. Einen Moment später hatte er aber Erbarmen und schmiss den Babykarpfen wieder ins Wasser zurück. Schließlich waren wir doch auf Forellenjagd! Plötzlich schrie eine Rentnerin am anderen Ende unserer beschaulichen Gruppe um Hilfe. Der Fisch, den sie an ihrer Angel hatte, wäre zu stark und sie könne die Angel nicht mehr halten. Sofort eilten ihr alle Begleiter zur Hilfe, nur um festzustellen, dass die gewiefte alte Dame ein Stück Holz an ihrem Haken befestigt hatte, um uns hereinzulegen. Eine halbe Stunde später war einer anderen Seniorin genau das passiert, was uns die alte Dame zuvor vorgespielt hatte. Ein Fisch biss unerwartet an, mangelnde Konzentration und Kraft ließen die Seniorin loslassen und der Fisch floh samt Angel.

Gekrönt wurde die Woche am Freitagabend, an dem wir ein Fest für unsere Senioren, deren Familien und andere Dorfbewohner ausrichteten. Mit knapp 200 Flammkuchen, einem jungen Blasorchester und mehr Besuchern als Bewohner, kam ziemlich schnell Schwung ins Haus. Nach zwölf Stunden Arbeit war das aber auch das einzige, was mich und meine Kollegin noch auf den Beinen hielt.

Autor: Katha  |  Rubrik: orientieren  |  07.09.2015
Autor: Katha
Rubrik: orientieren
07.09.2015