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Mein Freiwilliges Jahr

Eine Woche voller Action

Action im Altenheim – wer hätte das gedacht? Üblicherweise steht bereits montags das Highlight der Senioren im Programm, wenn Agathe kommt und den ganzen Morgen zum Sitzsport animiert. Dann stehen alle pünktlich im Gemeinschaftssaal. Eine Stunde später sind die älteren Herrschaften zwar fix und fertig, können aber mit gutem Gewissen den Rest des Tages ruhiger angehen lassen. In dieser Woche sieht es allerdings anders aus. Am Montag stand mit Agathe nicht nur der wöchentliche, sondern mit dem Auftritt eines Akkordeon-Spielers auch gleich der monatliche Höhepunkt an. Und die Woche ging gerade so weiter: Am Dienstag folgte eine Platinhochzeit (70 Jahre), am Mittwoch das Fest der Geburtstage, das alle zwei Monate gefeiert wird, und am Donnerstag ein Ausflug zum Forellenfischen.

Das ist der ideale Rentnersport, könnte man meinen. Doch leider ließ der Erfolg der Omas und Opas auf sich warten. Während Begleiter Bernard einen Fisch nach dem anderen aus dem Teich zog, hatte nur einer der älteren Herren etwas an der Angel. Stolz wurde er sofort mit seinem Fang fotografiert. Einen Moment später hatte er aber Erbarmen und schmiss den Babykarpfen wieder ins Wasser zurück. Schließlich waren wir doch auf Forellenjagd! Plötzlich schrie eine Rentnerin am anderen Ende unserer beschaulichen Gruppe um Hilfe. Der Fisch, den sie an ihrer Angel hatte, wäre zu stark und sie könne die Angel nicht mehr halten. Sofort eilten ihr alle Begleiter zur Hilfe, nur um festzustellen, dass die gewiefte alte Dame ein Stück Holz an ihrem Haken befestigt hatte, um uns hereinzulegen. Eine halbe Stunde später war einer anderen Seniorin genau das passiert, was uns die alte Dame zuvor vorgespielt hatte. Ein Fisch biss unerwartet an, mangelnde Konzentration und Kraft ließen die Seniorin loslassen und der Fisch floh samt Angel.

Gekrönt wurde die Woche am Freitagabend, an dem wir ein Fest für unsere Senioren, deren Familien und andere Dorfbewohner ausrichteten. Mit knapp 200 Flammkuchen, einem jungen Blasorchester und mehr Besuchern als Bewohner, kam ziemlich schnell Schwung ins Haus. Nach zwölf Stunden Arbeit war das aber auch das einzige, was mich und meine Kollegin noch auf den Beinen hielt.

Autor: Katha  |  Rubrik: orientieren  |  07.09.2015
Autor: Katha
Rubrik: orientieren
07.09.2015

Mein Freiwilliges Jahr

Abschied von Freunden und Kollegen

Die Menschen, die als Freiwillige im Krankenhaus arbeiten beziehungsweise ihren Freiwilligendienst bei der Diakonie absolvieren, sind doch alle sehr verschieden. Das Interessante dabei ist, dass wir alle aus der gleichen Region Deutschlands kommen und nur wenige von ferneren Orten hergezogen sind. Trotzdem kannten wir uns alle nicht, bevor wir hier gemeinsam arbeiteten. Während unserer freiwilligen Jahre freundeten wir uns an, meisterten gemeinsam Herausforderungen des Alltags und feierten auch gelegentlich zusammen.

Unsere gemeinsame Zeit neigt sich nun dem Ende und wir gehen alle auf verschiedenen Wegen weiter. Manche werden im Krankenhaus bleiben, um dort nach dem Freiwilligendienst eine Ausbildung in der Krankenpflege zu machen. Andere werden ein Studium beginnen und dafür in die nähere Umgebung ziehen. Wie sich auch gezeigt hat, ist die soziale Arbeit nicht für jeden das Richtige. Daher werden sich diejenigen, die in diesem Beruf keine Erfüllung finden konnten, nach anderen Möglichkeiten umsehen.

Die kurze Phase der Gemeinsamkeit endet nun hier mit dem Abschluss unseres Dienstes. Der Abschied fällt mir sehr schwer, da ich mich doch sehr an die neuen Freunde gewöhnt habe. Für mich geht es weiter nach Münster. Dort heißt es dann wieder: neu anfangen und das Alte hinter sich lassen.

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  03.09.2015
Autor: Thilo
Rubrik: orientieren
03.09.2015

Mein Freiwilliges Jahr

Seniorenurlaub

In der vergangenen Woche stand zweifellos das Highlight des gesamten bisherigen Animationsprogramms auf dem Plan: Ferien! Die noch gehtüchtigen Senioren und Ordensschwestern waren herzlich dazu eingeladen mit dem Pflege- und Animationspersonal in den Urlaub zu fahren. Und wo fährt diese Gruppe von etwa 15 Personen hin, um sich zu entspannen, sich richtig frei zu fühlen und drei Tage Urlaub zu genießen? Natürlich in ein Kloster. Und das in Deutschland! In Frankreich können Elsässer ja nicht wirklich Urlaub machen. Darüber hinaus schwimmt unser Altenheim selbstredend auch leider nicht in Geld, sodass das etwa 60 Kilometer entfernte, barrierefrei ausgebaute Kloster unsere einzige Option war.

Erst während unseres Aufenthalts fand ich heraus, dass das Kloster auch noch demselben Orden angehört wie unser heimisches. Deshalb liefen wir fast minütlich einer der Gruppe bekannten Ordensschwester über den Weg. Das wiederum hatte zur Folge, dass ich erhebliche Schwierigkeiten mit meiner Muttersprache bekam. Der ständige Wechsel zwischen Deutsch und Französisch lässt mich ziemlich unelegante Mischsätze bilden, die aber zum Glück trotzdem alle verstanden. Verwirrt war eigentlich nur ich. Kurze Zeit später war ich mit diesem Gemütszustand allerdings nicht mehr alleine, denn eine unserer Schwestern fehlte plötzlich. Eine kleine Suchaktion und zehn Minuten später legte sich die allgemeine Verwirrung aber wieder, als meine Kollegin die kleine Frau ziemlich verschwitzt am hintersten Ende des Gartens zwischen den Weinreben wiederentdeckte. Sie war ziemlich geschafft, als wir sie schließlich ins Bett brachten.

Trotz dieses kleinen Zwischenfalls fiel die Bilanz bei allen Beteiligten absolut positiv aus. Die drei Tage haben allen sehr gut gefallen und werden wohl nächstes Jahr in ähnlicher Form wiederholt werden.

Autor: Katha  |  Rubrik: orientieren  |  02.09.2015
Autor: Katha
Rubrik: orientieren
02.09.2015