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Mein Freiwilliges Jahr

Seniorenurlaub

In der vergangenen Woche stand zweifellos das Highlight des gesamten bisherigen Animationsprogramms auf dem Plan: Ferien! Die noch gehtüchtigen Senioren und Ordensschwestern waren herzlich dazu eingeladen mit dem Pflege- und Animationspersonal in den Urlaub zu fahren. Und wo fährt diese Gruppe von etwa 15 Personen hin, um sich zu entspannen, sich richtig frei zu fühlen und drei Tage Urlaub zu genießen? Natürlich in ein Kloster. Und das in Deutschland! In Frankreich können Elsässer ja nicht wirklich Urlaub machen. Darüber hinaus schwimmt unser Altenheim selbstredend auch leider nicht in Geld, sodass das etwa 60 Kilometer entfernte, barrierefrei ausgebaute Kloster unsere einzige Option war.

Erst während unseres Aufenthalts fand ich heraus, dass das Kloster auch noch demselben Orden angehört wie unser heimisches. Deshalb liefen wir fast minütlich einer der Gruppe bekannten Ordensschwester über den Weg. Das wiederum hatte zur Folge, dass ich erhebliche Schwierigkeiten mit meiner Muttersprache bekam. Der ständige Wechsel zwischen Deutsch und Französisch lässt mich ziemlich unelegante Mischsätze bilden, die aber zum Glück trotzdem alle verstanden. Verwirrt war eigentlich nur ich. Kurze Zeit später war ich mit diesem Gemütszustand allerdings nicht mehr alleine, denn eine unserer Schwestern fehlte plötzlich. Eine kleine Suchaktion und zehn Minuten später legte sich die allgemeine Verwirrung aber wieder, als meine Kollegin die kleine Frau ziemlich verschwitzt am hintersten Ende des Gartens zwischen den Weinreben wiederentdeckte. Sie war ziemlich geschafft, als wir sie schließlich ins Bett brachten.

Trotz dieses kleinen Zwischenfalls fiel die Bilanz bei allen Beteiligten absolut positiv aus. Die drei Tage haben allen sehr gut gefallen und werden wohl nächstes Jahr in ähnlicher Form wiederholt werden.

Autor: Katha  |  Rubrik: orientieren  |  02.09.2015
Autor: Katha
Rubrik: orientieren
02.09.2015

Mein Freiwilliges Jahr

Noch zwei Wochen

Jetzt ist es kaum mehr ein halber Monat, den ich hier noch verbringen werde. Eigentlich müsste ich also todtraurig sein, dass ich mein Zuhause im Elsass ziemlich bald wieder verlassen muss. Immerhin habe ich fast ein ganzes Jahr mit diesen Leuten in dieser Region gewohnt, mich an sie gewöhnt und sie zu schätzen gelernt.

Gleichzeitig habe ich aber bei dem Gedanken daran, wie ich mein ganzes Gepäck in meinem kleinen Golf unterbringen soll, bereits damit angefangen, mit meinem Aufenthalt hier abzuschließen. Außerdem habe ich mich durch die Wohnungssuche fürs Studium und dem damit verbundenen Papierkram gedanklich schon dermaßen in meinem nächsten Lebensabschnitt eingefunden, dass ich mit unglaublicher Vorfreude auf das Kommende blicke. So richtig Abschiedsstimmung will deswegen noch nicht aufkommen.
Trotzdem planen meine Kollegin und ich schon fleißig unseren Abschied. Dazu gehören natürlich ein paar Abschiedsgeschenke, jede Menge Fotos und eine kleine Abschiedsfeier, bei der wir Kaffee und Kuchen servieren, wir sind schließlich immer noch in einem Altenheim.

Direkt im Anschluss an den letzten Tag in Frankreich findet dann das Abschlussseminar in Deutschland statt. Von solchen Seminaren hatte ich dann insgesamt drei Stück: eins vor dem Freiwilligendienst, eins zur Halbzeit und das letzte danach. Damit bietet meine Organisation zwar weniger Seminare als die meisten anderen, aber insgesamt mehr Seminartage. Das erspart mir eine Menge Fahrerei und damit unnötigen Stress. Insgesamt laufen unsere Seminare etwas anders ab, als die der größeren Organisationen. Es gibt kein Handynetz (selbstverständlich auch kein W-Lan), wir Teilnehmer müssen selber kochen und spülen, haben einen eigenen Stromgenerator und müssen Holz hacken, um damit die Warmwasserheizung zu betreiben. EOS legt nicht nur wert auf Hilfsbereitschaft und Freiwilligkeit, sondern eben auch auf Umwelt und ökologische Nachhaltigkeit. So werden die Seminare immer zu einem kleinen Abenteuer, das in der Gruppe (und beschränkt auf die paar Tage) einen Riesenspaß macht.

 

Autor: Katha  |  Rubrik: orientieren  |  28.08.2015

Mein Freiwilliges Jahr

In the middle of nowhere

10.000 Seen, Moskitos, Schnee, Countrymusik und Bauernhöfe: Das ist, was den meisten Leuten zum US-Bundestaat Minnesota einfällt – wenn sie denn überhaupt schon einmal davon gehört haben.

In der 11. Klasse habe ich auf einem dieser Bauernhöfe bei einer Gastfamilie als Austauschschülerin gewohnt. Obwohl ich in Deutschland auch in einer Kleinstadt wohne, muss ich zugeben, dass das Farmleben anfangs ein mittelstarker Kulturschock war. Die Bezeichnung „Irgendwo im Nirgendwo“ hat für mich plötzlich eine ganz neue Bedeutung bekommen: Der nächste Nachbar wohnte meilenweit entfernt und um in einen Ort mit Tankstelle und Supermarkt zu gelangen, war man ganz schön lange unterwegs. Trotzdem habe ich mich erstaunlich schnell eingelebt und wohl gefühlt. Deswegen konnte ich es kaum erwarten, dieses Jahr wieder dorthin zu fliegen. Dank moderner Kommunikationsmittel hatte ich zwar die ganze Zeit über Kontakt zu meiner Gastfamilie und meinen Freunden dort gehalten, aber ich wusste trotzdem nicht so recht, was sich innerhalb der zwei Jahre alles verändert hatte. Doch sobald ich zurück in meinem alten Zimmer war und selbst gemalte Bilder meiner kleinen Gastschwestern in den Händen hielt, fühlte ich mich direkt wieder wie zu Hause. In Deutschland habe ich nur einen großen Bruder, deshalb gefällt es mir, in Minnesota in die Rolle der großen Schwester zu schlüpfen – und von meinen Gastschwestern auch überall so vorgestellt zu werden. Schön war es auch, meine alten Freunde zu treffen. Sie berichteten vom College, wir gingen in der Mall shoppen, veranstalteten Mädelsabende oder entspannten einfach nur am See. Alle meine Sorgen waren unbegründet. Es war fast so, als hätten wir uns erst eine Woche zuvor zum letzten Mal getroffen.

Ich glaube, das ist ein großer Vorteil von Kleinstädten: Die Gemeinschaft ist ziemlich stark und man wird nicht so schnell vergessen. Selbst die Kassiererin im Supermarkt konnte sich noch an meinen Vornamen erinnern, sodass es sich überhaupt nicht so angefühlt hat, als wäre ich zwei Jahre weggewesen.

Autor: Franziska  |  Rubrik: orientieren  |  27.08.2015
Autor: Franziska
Rubrik: orientieren
27.08.2015