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Mein Freiwilliges Jahr

Freiheit

Ihr werdet nicht glauben, was einer Freundin von mir neulich passiert ist. Sie lebt seit ein paar Monaten in Berlin und hat – ohne sich viele Gedanken zu machen – die Wohnung verlassen, obwohl ein Fenster geöffnet war. Bei uns auf dem Land ist dieses Verhalten gang und gäbe – in der Hauptstadt hingegen sollte man vorsichtig sein. Aber sie hatte Glück: Als sie nach Hause kam, stand ein Polizist in der Küche und kein Einbrecher.

Warum ich euch das erzähle? Weil ich ihren Schritt, einfach wegzuziehen und sich etwas Neues in einer fremden Stadt aufzubauen, sehr beachtlich finde. Ihr großes Ziel ist die Schauspielerei. Doch bis dahin wird es ein langer Weg werden. Ich vermute, sie wird sich bis dahin mit Aushilfsjobs über Wasser halten, immer wieder an ihre finanziellen Grenzen gelangen und ohne wirkliche Sicherheit ihr Leben bestreiten. Andere Freunde sind für ein Jahr ins Ausland gegangen. Das ist meiner Meinung nach etwas ganz anderes, schließlich haben sie die Gewissheit, wieder zurückzukommen.

Meine Freundin aus Berlin war neulich in unserer gemeinsamen Heimat, in der ich immer noch lebe. Sie beschrieb das Gefühl, hierher zu kommen, einerseits als toll, andererseits aber auch als beklemmend. Ich konnte nachfühlen, was sie mit der Beklemmung meinte. Was sie will, ist Freiheit. Und ich spüre, wie dieser Wunsch auch in mir langsam Gestalt annimmt.

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  23.07.2015
Autor: Thilo
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23.07.2015

Mein Freiwilliges Jahr

Wohnungssuche

Nachdem meine erste Besichtigung ziemlich in die Hose gegangen ist, wollte ich beim zweiten Mal alles richtig machen und mich schon im Vorfeld über alles Wichtige informieren. Und das, was ich erfuhr, klang ziemlich gut: Die Wohnung liegt verdammt gut. Fünf Minuten ist sie von der Münsteraner Innenstadt entfernt, zehn Minuten von meinem zukünftigen Campus. Der Aasee, so ziemlich der Mittelpunkt des studentischen Freizeitlebens, ist direkt vor der Haustür. Darüber hinaus gibt es drei potenzielle Schlafzimmer, einen Balkon, eine geräumige Küche und natürlich auch ein Badezimmer. Kleiner Haken ist der Preis, der mit 1.150 Euro warm doch recht hoch ist. Jeder Mitbewohner müsste mit Strom und Internet an die 400 Euro zahlen – sofern die Zimmer alle gleich groß wären. Und das war leider nicht der Fall. Es ist also nur halb so wild, dass auch aus dieser Wohnungsbesichtigung keine Zusage hervorgegangen ist.

Aufgeben war noch nie mein Ding, also suchte ich direkt weiter – und das auch mit kleinem Erfolg. Denn schon wieder konnte ich einen Termin für eine Besichtigung vereinbaren. Ausnahmsweise kann diesmal auch meine zukünftige Mitbewohnerin mit, was bisher sehr schwierig war, weil sie in Freiburg arbeitet. Fünf Zimmer hat dieses potenzielle neue Zuhause, davon vier gleich große Schlafzimmer, zwei Bäder, einen Balkon, zentrumsnahe Lage – was will man mehr? Die Zusage natürlich. Drückt uns die Daumen!

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  15.07.2015
Autor: Thilo
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15.07.2015

Mein freiwilliges Jahr

Hoe gaat het met jou?

„Een meer, alstublieft“, rufe ich der Kellnerin zu, woraufhin wie einen weiteren Teller Spareribs bringt. Amber und Paul schauen mich völlig entgeistert an, schütteln die Köpfe und trinken ihr holländisches Bier. Ich aber hatte auch nach der vierten Portion in einem Restaurant am Groote Markt in Groningen noch nicht genug. Amber und Paul sind Niederländer, die fünf Monate lang im selben Krankenhaus wie ich gearbeitet haben. In dieser Zeit sind wir gute Freunde geworden und sie konnten mir einige Brocken Niederländisch beibringen, sodass ich mich hier nun halbwegs durchschlagen kann. Der Anlass meines Besuches ist ein weitere Seminar meines Freiwilligendienstes, das als kultureller Ausflug nach Groningen ausgerufen wurde, aber mit Kultur doch insgesamt eher wenig zu tun hatte.

Interessant ist, dass in Holland viele Berufe anders erlernt werden, als es in Deutschland der Fall ist. Amber, die Krankenpflegerin werden möchte, studiert an einer Fachhochschule. Sie hat blockweise Unterricht und Praktika, die sie bei vielen verschiedenen Krankenhäusern und ambulanten Pflegediensten absolviert. Bei Paul, der sich zum medizinisch-technischen Assistenten (MTA) ausbilden lässt, ist es ähnlich.

Das Leben in Groningen beschreiben beide als sehr angenehm und entspannt. Es gibt viele Möglichkeiten, sich mit Sport, Musik, Theater und Kunst zu beschäftigen und eine ganze Reihe Bars und Clubs, in denen man prima feiern kann. Ich habe davon leider nicht so viel mitbekommen, schließlich war ich ja nicht privat gekommen. Mit dem Seminar nahm ich an einer Stadtführung teil und war im im Groninger Museum, in dem momentan sehr viel chinesische Kunst ausgestellt wird. Ein freundlicher niederländischer Führer informierte uns in sehr konzentriert gesprochenem Deutsch über sämtliche Kunstwerke und architektonischen Besonderheiten des Gebäudes.

Die weiteren Programmpunkte waren schnell abgearbeitet, sodass wir viel Freizeit hatten. Leider konnte ich diese aber nicht effektiv nutzen – ich war einfach zu orientierungslos.

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  13.07.2015
Autor: Thilo
Rubrik: orientieren
13.07.2015