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Mein freiwilliges Jahr

Hoe gaat het met jou?

„Een meer, alstublieft“, rufe ich der Kellnerin zu, woraufhin wie einen weiteren Teller Spareribs bringt. Amber und Paul schauen mich völlig entgeistert an, schütteln die Köpfe und trinken ihr holländisches Bier. Ich aber hatte auch nach der vierten Portion in einem Restaurant am Groote Markt in Groningen noch nicht genug. Amber und Paul sind Niederländer, die fünf Monate lang im selben Krankenhaus wie ich gearbeitet haben. In dieser Zeit sind wir gute Freunde geworden und sie konnten mir einige Brocken Niederländisch beibringen, sodass ich mich hier nun halbwegs durchschlagen kann. Der Anlass meines Besuches ist ein weitere Seminar meines Freiwilligendienstes, das als kultureller Ausflug nach Groningen ausgerufen wurde, aber mit Kultur doch insgesamt eher wenig zu tun hatte.

Interessant ist, dass in Holland viele Berufe anders erlernt werden, als es in Deutschland der Fall ist. Amber, die Krankenpflegerin werden möchte, studiert an einer Fachhochschule. Sie hat blockweise Unterricht und Praktika, die sie bei vielen verschiedenen Krankenhäusern und ambulanten Pflegediensten absolviert. Bei Paul, der sich zum medizinisch-technischen Assistenten (MTA) ausbilden lässt, ist es ähnlich.

Das Leben in Groningen beschreiben beide als sehr angenehm und entspannt. Es gibt viele Möglichkeiten, sich mit Sport, Musik, Theater und Kunst zu beschäftigen und eine ganze Reihe Bars und Clubs, in denen man prima feiern kann. Ich habe davon leider nicht so viel mitbekommen, schließlich war ich ja nicht privat gekommen. Mit dem Seminar nahm ich an einer Stadtführung teil und war im im Groninger Museum, in dem momentan sehr viel chinesische Kunst ausgestellt wird. Ein freundlicher niederländischer Führer informierte uns in sehr konzentriert gesprochenem Deutsch über sämtliche Kunstwerke und architektonischen Besonderheiten des Gebäudes.

Die weiteren Programmpunkte waren schnell abgearbeitet, sodass wir viel Freizeit hatten. Leider konnte ich diese aber nicht effektiv nutzen – ich war einfach zu orientierungslos.

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  13.07.2015
Autor: Thilo
Rubrik: orientieren
13.07.2015

Mein Freiwilliges Jahr

Drei Minuten

Vor meiner ersten Wohnungsbesichtigung war ich ganz schön aufgeregt. Wie in Trance bin ich durch die Räumlichkeiten gelaufen und war in Windeseile auch schon wieder vor der Tür. Der Einzugstermin passte nicht mit meiner Planung zusammen. Glücklicherweise bin ich nicht nur hierfür nach Münster gekommen, sondern konnte bei einem Freund übernachten, mit ihm nochmal durch die Stadt schlendern, guten Kaffee trinken und einen leckeren Riesling genießen. Ansonsten wäre meine Fassungslosigkeit eher einem großen Gefühl von Enttäuschung und Versagen gewichen. Wie naiv bin ich eigentlich, zu glauben, dass die Wohnungssuche gleich beim ersten Mal klappt?

Zusammen mit einer zukünftigen Kommilitonin bin ich auf der Suche nach einer Wohnung mit drei oder vier Zimmern, die für eine Wohngemeinschaft geeignet ist. Wir erhoffen uns davon, wirklich freundliche Mitbewohner zu finden. Wir dürfen dann nämlich selbst aussuchen und müssen nicht Casting um Casting über uns ergehen lassen. Der Nachteil des Ganzen ist natürlich, dass wir erstmal eine passende Wohnung finden müssen. Ich vermute, dass diese Größenordnung gerne an Familien vermietet wird, die längerfristig bleiben.

Nun hatte ich also eine passende Wohnung im Internet gefunden und mich daran gemacht, einen Besichtigungstermin zu organisieren, was ein paar Telefonate bedeutete. Außerdem musste ich meine Schicht im Krankenhaus tauschen. Ich habe ganz schön viel investiert – und bin jetzt ziemlich deprimiert. Immerhin bin ich um ein paar Erfahrungen reicher. Der Freund aus Münster meint, ich solle es nicht persönlich nehmen und erfindet noch einen Frauennamen für mich, weil ich mich so anstelle. Aufmunternd.

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  01.07.2015

Mein Freiwilliges Jahr

Ab nach Berlin

Berlin. Die Stadt, in der ich eben noch ein Seminar meines Freiwilligendienstes besuchte, wird nun zur neuen Heimat einer guten Freundin. Wie ein Schlag ins Gesicht traf mich diese Nachricht. Auf Menschen, die gerne alles planen, mag ihr Vorhaben wirklich unüberlegt wirken. Ein paar Ideen für einen Job hat sie sich zwar schon zurechtgelegt, aber dennoch geht sie mehr oder weniger spontan in die Hauptstadt und entscheidet vor Ort, wie es weitergehen soll.

Angst macht ihr die mögliche Einsamkeit. Berlin hat zwar fast dreieinhalb Millionen Einwohner, man kann sich dort aber trotzdem ganz schön verloren vorkommen. Gut, das sie einige Bekannte dort hat, die ihr bestimmt helfen können, Fuß zu fassen. Und unser Freundeskreis hier wird auch jederzeit für sie da sein. Ihr Ziel ist es, an einer Schauspielschule angenommen zu werden. Ich sehne den Tag herbei, sie das erste Mal auf der Bühne stehen zu sehen. Wir kennen uns schon so lange und ich habe schon immer gesagt, dass das genau das Richtige für sie ist und sie diesen Schritt wagen soll.

Doch beginne ich mich zu fragen, ob da wirklich nur eine Freundin geht oder auch der letzte Rest meiner Kindheit. Ihr Umzug macht mir nochmal deutlich, dass der Lebensabschnitt „Schule“ endgültig vorbei ist und der Ernst des Lebens beginnt.

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  24.06.2015
Autor: Thilo
Rubrik: orientieren
24.06.2015