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Mein Freiwilliges Jahr

Drei Minuten

Vor meiner ersten Wohnungsbesichtigung war ich ganz schön aufgeregt. Wie in Trance bin ich durch die Räumlichkeiten gelaufen und war in Windeseile auch schon wieder vor der Tür. Der Einzugstermin passte nicht mit meiner Planung zusammen. Glücklicherweise bin ich nicht nur hierfür nach Münster gekommen, sondern konnte bei einem Freund übernachten, mit ihm nochmal durch die Stadt schlendern, guten Kaffee trinken und einen leckeren Riesling genießen. Ansonsten wäre meine Fassungslosigkeit eher einem großen Gefühl von Enttäuschung und Versagen gewichen. Wie naiv bin ich eigentlich, zu glauben, dass die Wohnungssuche gleich beim ersten Mal klappt?

Zusammen mit einer zukünftigen Kommilitonin bin ich auf der Suche nach einer Wohnung mit drei oder vier Zimmern, die für eine Wohngemeinschaft geeignet ist. Wir erhoffen uns davon, wirklich freundliche Mitbewohner zu finden. Wir dürfen dann nämlich selbst aussuchen und müssen nicht Casting um Casting über uns ergehen lassen. Der Nachteil des Ganzen ist natürlich, dass wir erstmal eine passende Wohnung finden müssen. Ich vermute, dass diese Größenordnung gerne an Familien vermietet wird, die längerfristig bleiben.

Nun hatte ich also eine passende Wohnung im Internet gefunden und mich daran gemacht, einen Besichtigungstermin zu organisieren, was ein paar Telefonate bedeutete. Außerdem musste ich meine Schicht im Krankenhaus tauschen. Ich habe ganz schön viel investiert – und bin jetzt ziemlich deprimiert. Immerhin bin ich um ein paar Erfahrungen reicher. Der Freund aus Münster meint, ich solle es nicht persönlich nehmen und erfindet noch einen Frauennamen für mich, weil ich mich so anstelle. Aufmunternd.

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  01.07.2015
Autor: Thilo
Rubrik: orientieren
01.07.2015

Mein Freiwilliges Jahr

Ab nach Berlin

Berlin. Die Stadt, in der ich eben noch ein Seminar meines Freiwilligendienstes besuchte, wird nun zur neuen Heimat einer guten Freundin. Wie ein Schlag ins Gesicht traf mich diese Nachricht. Auf Menschen, die gerne alles planen, mag ihr Vorhaben wirklich unüberlegt wirken. Ein paar Ideen für einen Job hat sie sich zwar schon zurechtgelegt, aber dennoch geht sie mehr oder weniger spontan in die Hauptstadt und entscheidet vor Ort, wie es weitergehen soll.

Angst macht ihr die mögliche Einsamkeit. Berlin hat zwar fast dreieinhalb Millionen Einwohner, man kann sich dort aber trotzdem ganz schön verloren vorkommen. Gut, das sie einige Bekannte dort hat, die ihr bestimmt helfen können, Fuß zu fassen. Und unser Freundeskreis hier wird auch jederzeit für sie da sein. Ihr Ziel ist es, an einer Schauspielschule angenommen zu werden. Ich sehne den Tag herbei, sie das erste Mal auf der Bühne stehen zu sehen. Wir kennen uns schon so lange und ich habe schon immer gesagt, dass das genau das Richtige für sie ist und sie diesen Schritt wagen soll.

Doch beginne ich mich zu fragen, ob da wirklich nur eine Freundin geht oder auch der letzte Rest meiner Kindheit. Ihr Umzug macht mir nochmal deutlich, dass der Lebensabschnitt „Schule“ endgültig vorbei ist und der Ernst des Lebens beginnt.

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  24.06.2015
Autor: Thilo
Rubrik: orientieren
24.06.2015

Mein freiwilligess Jahr

Schwere Kost (Teil 2)

Im Rahmen des Seminars in Berlin haben wir auch das Denkmal für die ermordeten Juden Europas besucht. Ich muss sagen: Das hat mich ziemlich betroffen gemacht. Inmitten der Betontürme fühlt man sich klein, das Grau stimmt traurig, man kommt unweigerlich ins Grübeln.

Ich finde dieses Denkmal wirklich toll, schließlich soll die Vergangenheit nicht vergessen werden. Ich stand dort und fragte mich, wie es so weit kommen konnte, dass so viele Menschen umgebracht werden und was passieren muss, damit Menschen zu so etwas fähig sind. Diese Fragen hat sich bestimmt jeder von euch schon mal gestellt. Und das ist auch gut so. Schließlich bleiben sie dadurch im kollektiven Bewusstsein.

Während des Seminars wurde ich von einem Mitarbeiter des Bildungsamtes aus Kiel gefragt, ob ich es für sinnvoll halte, dass der Bundesfreiwilligendienst ein solch politisches Seminar beinhaltet. Und ich muss sagen: Ja, es ist sinnvoll. Es sollte nicht anders sein. Es ist eine großartige Möglichkeit, junge Erwachsene zu aktivieren und sie zu motivieren, sich einzubringen und sich eine eigene Meinung zu bilden.

Der Bundesfreiwilligendienst bietet mehr Möglichkeiten als es zuerst schien: Neben der Arbeit, bei der man sich sozial engagieren kann, erhalte ich dabei Wertvolles für meine Zukunft. Solche Seminare machen den Dienst wirklich mehr als empfehlenswert!

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  15.06.2015
Autor: Thilo
Rubrik: orientieren
15.06.2015