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Mein freiwilligess Jahr

Schwere Kost (Teil 2)

Im Rahmen des Seminars in Berlin haben wir auch das Denkmal für die ermordeten Juden Europas besucht. Ich muss sagen: Das hat mich ziemlich betroffen gemacht. Inmitten der Betontürme fühlt man sich klein, das Grau stimmt traurig, man kommt unweigerlich ins Grübeln.

Ich finde dieses Denkmal wirklich toll, schließlich soll die Vergangenheit nicht vergessen werden. Ich stand dort und fragte mich, wie es so weit kommen konnte, dass so viele Menschen umgebracht werden und was passieren muss, damit Menschen zu so etwas fähig sind. Diese Fragen hat sich bestimmt jeder von euch schon mal gestellt. Und das ist auch gut so. Schließlich bleiben sie dadurch im kollektiven Bewusstsein.

Während des Seminars wurde ich von einem Mitarbeiter des Bildungsamtes aus Kiel gefragt, ob ich es für sinnvoll halte, dass der Bundesfreiwilligendienst ein solch politisches Seminar beinhaltet. Und ich muss sagen: Ja, es ist sinnvoll. Es sollte nicht anders sein. Es ist eine großartige Möglichkeit, junge Erwachsene zu aktivieren und sie zu motivieren, sich einzubringen und sich eine eigene Meinung zu bilden.

Der Bundesfreiwilligendienst bietet mehr Möglichkeiten als es zuerst schien: Neben der Arbeit, bei der man sich sozial engagieren kann, erhalte ich dabei Wertvolles für meine Zukunft. Solche Seminare machen den Dienst wirklich mehr als empfehlenswert!

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  15.06.2015
Autor: Thilo
Rubrik: orientieren
15.06.2015

Mein Freiwilliges Jahr

Schwere Kost

Im Rahmen des dritten Seminars des Bundesfreiwilligendiensts in Berlin besuchten wir das Strafgefangenenlager Hohenschönhausen. Was ich dort erlebte, ließ mich lange nicht mehr los. Ein Zeitzeuge führte uns durch die Zellen und erzählte von seinen Erfahrungen. Es kam mir vor, als könnte ich die Schreie noch nachhallen hören, die die Häftlinge ausstießen, die hier isoliert und gefoltert wurden. Nicht wenige Menschen sind hier ums Leben gekommen.

Berlin hat darüber hinaus vieles zu bieten, das als geschichtsträchtig bezeichnet werden kann. Eingeladen wurden wir offiziell von Peter Meiwald, einem Abgeordneten der Grünen im Bundestag, der uns auch teilweise begleitete. Organisiert hat dieses Seminar die Diakonie in Zusammenarbeit mit dem Bundespresseamt. In absoluter Zeiteffizienz besuchten wir etliche Orte der Hauptstadt. Leider kamen wir am ersten Tag erst mit großer Verspätung an, weil unser Bus einen Unfall hatte. Auch deshalb war der Zeitplan wohl so straff.

Untergebracht wurden wir im „Ludwig van Beethoven“, einem Drei-Sterne-Hotel an der Grenze zwischen Kreuzberg und Neukölln. Unsere ständigen Begleiter waren Informationen: politische, historische, gesellschaftliche, kulturelle – und die durch sie ausgelösten Gedanken und Gefühle.

Keinem von uns war nach dem Besuch im ehemaligen Strafgefangenenlager jedenfalls nach Lachen zumute. Man konnte sich richtig einfühlen und bekam eine Vorstellung davon, wie es gewesen sein muss, als Insasse dort einige Jahre zu verbringen.

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  12.06.2015
Autor: Thilo
Rubrik: orientieren
12.06.2015

Mein Freiwilliges Jahr

Kreuzung

Momentan zerbrechen viele Beziehungen um mich herum. Das macht mir Angst. Angst davor, dass es mir genauso ergehen könnte, wenn ich bald zum Studieren nach Münster ziehe. Es ist merkwürdig zu sehen, wie langjährige Beziehungen zerbrechen, als hätte damals auf der Verpackung das Abitur als Mindesthaltbarkeitsdatum gestanden. Woran kann das liegen? Ich denke, dass sich während der Schulzeit ein gewisser Alltag in Beziehungen eingeschlichen hat, der sie laufen ließ, ohne dass sich die dazugehörigen Parteien Gedanken machen mussten. Das Ende der Schulzeit bedeutet nun auch, dass der Alltag wieder neu entworfen werden muss. Und das ist gar nicht so leicht, wenn man studienbedingt in verschiedenen Städten wohnt, man einen Haufen neuer Leute kennenlernt und jeden Tag neue Erfahrungen macht. Die Frage ist auch, wie belastbar man ist. Eine Fernbeziehung kann durchaus kräftezehrend sein. Man ist oft viele hunderte Kilometer voneinander getrennt, schafft scheinbare Nähe durch Videochats und Telefonie, kommt sich aber natürlich nie so nahe wie im direkten Kontakt.

Führt also die Umstellung des eigenen Lebens unweigerlich dazu, dass alles infrage gestellt wird? Ja, und das ist auch gut so. Dass etwas angezweifelt wird, bedeutet ja nicht zwangsläufig, dass man es ablehnt und beendet. Im Gegenteil: Man macht sich wieder Gedanken und überlegt, ob einem die Sache noch wichtig genug ist. Und das ist doch eine gute Sache!

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  05.06.2015
Autor: Thilo
Rubrik: orientieren
05.06.2015