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Mein Freiwilliges Jahr

Ab nach Berlin

Berlin. Die Stadt, in der ich eben noch ein Seminar meines Freiwilligendienstes besuchte, wird nun zur neuen Heimat einer guten Freundin. Wie ein Schlag ins Gesicht traf mich diese Nachricht. Auf Menschen, die gerne alles planen, mag ihr Vorhaben wirklich unüberlegt wirken. Ein paar Ideen für einen Job hat sie sich zwar schon zurechtgelegt, aber dennoch geht sie mehr oder weniger spontan in die Hauptstadt und entscheidet vor Ort, wie es weitergehen soll.

Angst macht ihr die mögliche Einsamkeit. Berlin hat zwar fast dreieinhalb Millionen Einwohner, man kann sich dort aber trotzdem ganz schön verloren vorkommen. Gut, das sie einige Bekannte dort hat, die ihr bestimmt helfen können, Fuß zu fassen. Und unser Freundeskreis hier wird auch jederzeit für sie da sein. Ihr Ziel ist es, an einer Schauspielschule angenommen zu werden. Ich sehne den Tag herbei, sie das erste Mal auf der Bühne stehen zu sehen. Wir kennen uns schon so lange und ich habe schon immer gesagt, dass das genau das Richtige für sie ist und sie diesen Schritt wagen soll.

Doch beginne ich mich zu fragen, ob da wirklich nur eine Freundin geht oder auch der letzte Rest meiner Kindheit. Ihr Umzug macht mir nochmal deutlich, dass der Lebensabschnitt „Schule“ endgültig vorbei ist und der Ernst des Lebens beginnt.

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  24.06.2015
Autor: Thilo
Rubrik: orientieren
24.06.2015

Mein freiwilligess Jahr

Schwere Kost (Teil 2)

Im Rahmen des Seminars in Berlin haben wir auch das Denkmal für die ermordeten Juden Europas besucht. Ich muss sagen: Das hat mich ziemlich betroffen gemacht. Inmitten der Betontürme fühlt man sich klein, das Grau stimmt traurig, man kommt unweigerlich ins Grübeln.

Ich finde dieses Denkmal wirklich toll, schließlich soll die Vergangenheit nicht vergessen werden. Ich stand dort und fragte mich, wie es so weit kommen konnte, dass so viele Menschen umgebracht werden und was passieren muss, damit Menschen zu so etwas fähig sind. Diese Fragen hat sich bestimmt jeder von euch schon mal gestellt. Und das ist auch gut so. Schließlich bleiben sie dadurch im kollektiven Bewusstsein.

Während des Seminars wurde ich von einem Mitarbeiter des Bildungsamtes aus Kiel gefragt, ob ich es für sinnvoll halte, dass der Bundesfreiwilligendienst ein solch politisches Seminar beinhaltet. Und ich muss sagen: Ja, es ist sinnvoll. Es sollte nicht anders sein. Es ist eine großartige Möglichkeit, junge Erwachsene zu aktivieren und sie zu motivieren, sich einzubringen und sich eine eigene Meinung zu bilden.

Der Bundesfreiwilligendienst bietet mehr Möglichkeiten als es zuerst schien: Neben der Arbeit, bei der man sich sozial engagieren kann, erhalte ich dabei Wertvolles für meine Zukunft. Solche Seminare machen den Dienst wirklich mehr als empfehlenswert!

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  15.06.2015
Autor: Thilo
Rubrik: orientieren
15.06.2015

Mein Freiwilliges Jahr

Schwere Kost

Im Rahmen des dritten Seminars des Bundesfreiwilligendiensts in Berlin besuchten wir das Strafgefangenenlager Hohenschönhausen. Was ich dort erlebte, ließ mich lange nicht mehr los. Ein Zeitzeuge führte uns durch die Zellen und erzählte von seinen Erfahrungen. Es kam mir vor, als könnte ich die Schreie noch nachhallen hören, die die Häftlinge ausstießen, die hier isoliert und gefoltert wurden. Nicht wenige Menschen sind hier ums Leben gekommen.

Berlin hat darüber hinaus vieles zu bieten, das als geschichtsträchtig bezeichnet werden kann. Eingeladen wurden wir offiziell von Peter Meiwald, einem Abgeordneten der Grünen im Bundestag, der uns auch teilweise begleitete. Organisiert hat dieses Seminar die Diakonie in Zusammenarbeit mit dem Bundespresseamt. In absoluter Zeiteffizienz besuchten wir etliche Orte der Hauptstadt. Leider kamen wir am ersten Tag erst mit großer Verspätung an, weil unser Bus einen Unfall hatte. Auch deshalb war der Zeitplan wohl so straff.

Untergebracht wurden wir im „Ludwig van Beethoven“, einem Drei-Sterne-Hotel an der Grenze zwischen Kreuzberg und Neukölln. Unsere ständigen Begleiter waren Informationen: politische, historische, gesellschaftliche, kulturelle – und die durch sie ausgelösten Gedanken und Gefühle.

Keinem von uns war nach dem Besuch im ehemaligen Strafgefangenenlager jedenfalls nach Lachen zumute. Man konnte sich richtig einfühlen und bekam eine Vorstellung davon, wie es gewesen sein muss, als Insasse dort einige Jahre zu verbringen.

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  12.06.2015
Autor: Thilo
Rubrik: orientieren
12.06.2015