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Mein Freiwilliges Jahr

Schwere Kost

Im Rahmen des dritten Seminars des Bundesfreiwilligendiensts in Berlin besuchten wir das Strafgefangenenlager Hohenschönhausen. Was ich dort erlebte, ließ mich lange nicht mehr los. Ein Zeitzeuge führte uns durch die Zellen und erzählte von seinen Erfahrungen. Es kam mir vor, als könnte ich die Schreie noch nachhallen hören, die die Häftlinge ausstießen, die hier isoliert und gefoltert wurden. Nicht wenige Menschen sind hier ums Leben gekommen.

Berlin hat darüber hinaus vieles zu bieten, das als geschichtsträchtig bezeichnet werden kann. Eingeladen wurden wir offiziell von Peter Meiwald, einem Abgeordneten der Grünen im Bundestag, der uns auch teilweise begleitete. Organisiert hat dieses Seminar die Diakonie in Zusammenarbeit mit dem Bundespresseamt. In absoluter Zeiteffizienz besuchten wir etliche Orte der Hauptstadt. Leider kamen wir am ersten Tag erst mit großer Verspätung an, weil unser Bus einen Unfall hatte. Auch deshalb war der Zeitplan wohl so straff.

Untergebracht wurden wir im „Ludwig van Beethoven“, einem Drei-Sterne-Hotel an der Grenze zwischen Kreuzberg und Neukölln. Unsere ständigen Begleiter waren Informationen: politische, historische, gesellschaftliche, kulturelle – und die durch sie ausgelösten Gedanken und Gefühle.

Keinem von uns war nach dem Besuch im ehemaligen Strafgefangenenlager jedenfalls nach Lachen zumute. Man konnte sich richtig einfühlen und bekam eine Vorstellung davon, wie es gewesen sein muss, als Insasse dort einige Jahre zu verbringen.

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  12.06.2015
Autor: Thilo
Rubrik: orientieren
12.06.2015

Mein Freiwilliges Jahr

Kreuzung

Momentan zerbrechen viele Beziehungen um mich herum. Das macht mir Angst. Angst davor, dass es mir genauso ergehen könnte, wenn ich bald zum Studieren nach Münster ziehe. Es ist merkwürdig zu sehen, wie langjährige Beziehungen zerbrechen, als hätte damals auf der Verpackung das Abitur als Mindesthaltbarkeitsdatum gestanden. Woran kann das liegen? Ich denke, dass sich während der Schulzeit ein gewisser Alltag in Beziehungen eingeschlichen hat, der sie laufen ließ, ohne dass sich die dazugehörigen Parteien Gedanken machen mussten. Das Ende der Schulzeit bedeutet nun auch, dass der Alltag wieder neu entworfen werden muss. Und das ist gar nicht so leicht, wenn man studienbedingt in verschiedenen Städten wohnt, man einen Haufen neuer Leute kennenlernt und jeden Tag neue Erfahrungen macht. Die Frage ist auch, wie belastbar man ist. Eine Fernbeziehung kann durchaus kräftezehrend sein. Man ist oft viele hunderte Kilometer voneinander getrennt, schafft scheinbare Nähe durch Videochats und Telefonie, kommt sich aber natürlich nie so nahe wie im direkten Kontakt.

Führt also die Umstellung des eigenen Lebens unweigerlich dazu, dass alles infrage gestellt wird? Ja, und das ist auch gut so. Dass etwas angezweifelt wird, bedeutet ja nicht zwangsläufig, dass man es ablehnt und beendet. Im Gegenteil: Man macht sich wieder Gedanken und überlegt, ob einem die Sache noch wichtig genug ist. Und das ist doch eine gute Sache!

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  05.06.2015
Autor: Thilo
Rubrik: orientieren
05.06.2015

Mein Freiwilliges Jahr

Träume vs. Realität

Indien, Ghana, Kenia, Südafrika, Thailand, vielleicht sogar Krisenstaaten wie Afghanistan und Syrien sind mögliche Orte, an denen man sich freiwillig engagieren kann. Meist läuft so ein Freiwilligendienst über Organisationen. Auch ein Freund und ich hegen heimlich den Plan, nach meinem FSJ im Krankenhaus und vor dem Studium noch gemeinsam für einen Monat die Heimat zu verlassen. Ich könnte mir beispielsweise vorstellen, beim Aufbau der Infrastruktur, bei der Erziehung von Kindern oder bei landwirtschaftlicher Arbeit zu helfen. Vorweg: Das wird nichts.

Wir suchten auf etlichen Seiten nach Angeboten und stießen stets auf sehr interessante Möglichkeiten. Die meistgestellte Frage: „Und? Wie teuer kommt das dann?“ In allen Fällen lautete die Antwort gleich: zu teuer. Warum muss ein Freiwilligendienst so teuer sein? Soll das eine Diskriminierung derer sein, die nicht viel Geld haben? Wohl kaum. Vielmehr wird von dem Geld, das man zahlt, die Organisation unterhalten. Ebenso fließen die Gelder in die durch freiwillige Arbeit unterstützten Staaten. Auch müssen Flüge, Transfers und Sprachkurse bezahlt werden. Es kommen viele Kostenfaktoren zusammen, die allesamt nachvollziehbar sind. Wir haben nur eine Organisation ausfindig gemacht, die jegliche Unkosten übernimmt und sogar ein Taschengeld von 100 Euro in Aussicht stellt. Alle anderen verlangen ziemlich viel Geld. Doch selbst wenn ich eisern spare, werde ich diese Kosten nicht aufbringen können. Ich verdiene im Krankenhaus nämlich nur knapp 400 Euro. Schade!

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  01.06.2015
Autor: Thilo
Rubrik: orientieren
01.06.2015