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Mein Freiwilliges Jahr

Kreuzung

Momentan zerbrechen viele Beziehungen um mich herum. Das macht mir Angst. Angst davor, dass es mir genauso ergehen könnte, wenn ich bald zum Studieren nach Münster ziehe. Es ist merkwürdig zu sehen, wie langjährige Beziehungen zerbrechen, als hätte damals auf der Verpackung das Abitur als Mindesthaltbarkeitsdatum gestanden. Woran kann das liegen? Ich denke, dass sich während der Schulzeit ein gewisser Alltag in Beziehungen eingeschlichen hat, der sie laufen ließ, ohne dass sich die dazugehörigen Parteien Gedanken machen mussten. Das Ende der Schulzeit bedeutet nun auch, dass der Alltag wieder neu entworfen werden muss. Und das ist gar nicht so leicht, wenn man studienbedingt in verschiedenen Städten wohnt, man einen Haufen neuer Leute kennenlernt und jeden Tag neue Erfahrungen macht. Die Frage ist auch, wie belastbar man ist. Eine Fernbeziehung kann durchaus kräftezehrend sein. Man ist oft viele hunderte Kilometer voneinander getrennt, schafft scheinbare Nähe durch Videochats und Telefonie, kommt sich aber natürlich nie so nahe wie im direkten Kontakt.

Führt also die Umstellung des eigenen Lebens unweigerlich dazu, dass alles infrage gestellt wird? Ja, und das ist auch gut so. Dass etwas angezweifelt wird, bedeutet ja nicht zwangsläufig, dass man es ablehnt und beendet. Im Gegenteil: Man macht sich wieder Gedanken und überlegt, ob einem die Sache noch wichtig genug ist. Und das ist doch eine gute Sache!

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  05.06.2015
Autor: Thilo
Rubrik: orientieren
05.06.2015

Mein Freiwilliges Jahr

Träume vs. Realität

Indien, Ghana, Kenia, Südafrika, Thailand, vielleicht sogar Krisenstaaten wie Afghanistan und Syrien sind mögliche Orte, an denen man sich freiwillig engagieren kann. Meist läuft so ein Freiwilligendienst über Organisationen. Auch ein Freund und ich hegen heimlich den Plan, nach meinem FSJ im Krankenhaus und vor dem Studium noch gemeinsam für einen Monat die Heimat zu verlassen. Ich könnte mir beispielsweise vorstellen, beim Aufbau der Infrastruktur, bei der Erziehung von Kindern oder bei landwirtschaftlicher Arbeit zu helfen. Vorweg: Das wird nichts.

Wir suchten auf etlichen Seiten nach Angeboten und stießen stets auf sehr interessante Möglichkeiten. Die meistgestellte Frage: „Und? Wie teuer kommt das dann?“ In allen Fällen lautete die Antwort gleich: zu teuer. Warum muss ein Freiwilligendienst so teuer sein? Soll das eine Diskriminierung derer sein, die nicht viel Geld haben? Wohl kaum. Vielmehr wird von dem Geld, das man zahlt, die Organisation unterhalten. Ebenso fließen die Gelder in die durch freiwillige Arbeit unterstützten Staaten. Auch müssen Flüge, Transfers und Sprachkurse bezahlt werden. Es kommen viele Kostenfaktoren zusammen, die allesamt nachvollziehbar sind. Wir haben nur eine Organisation ausfindig gemacht, die jegliche Unkosten übernimmt und sogar ein Taschengeld von 100 Euro in Aussicht stellt. Alle anderen verlangen ziemlich viel Geld. Doch selbst wenn ich eisern spare, werde ich diese Kosten nicht aufbringen können. Ich verdiene im Krankenhaus nämlich nur knapp 400 Euro. Schade!

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  01.06.2015
Autor: Thilo
Rubrik: orientieren
01.06.2015

Mein Freiwilliges Jahr

Therapieformen

Auf der geriatrischen Station, die der (Früh-)Rehabilitation dient, gibt es verschiedenste Formen der Therapie. Die sogenannte Komplextherapie ist ein Zusammenschluss aus Ergo- und Physiotherapie sowie Logopädie. Die Ergotherapie dient vor allem dem Verhaltens- und Koordinationstraining. Hier wird das trainiert, was der Patient nach der Entlassung braucht, um seinen Alltag meistern zu können: Er erlernt nach einem Schlaganfall beispielsweise das Essen neu, das Laufen, den Toilettengang. Physiotherapie und Ergotherapie sind sich sehr ähnlich. Es geht dabei vor allem darum, Kraft und Ausdauer aufzubauen. Das kann durch Kraftübungen wie Treppensteigen oder Training mit Gewichten erreicht werden. Ebenso ist das Laufen längerer Strecken auf Krankenhausebene erwünscht. Das griechische Wort Logos bedeutet Sprache. Genau dort setzt die Logopädie an. Oft haben Menschen mit Sprachproblemen aufgrund eines Schlaganfalls oder des Alters aber auch Schwierigkeiten beim Schlucken. Hier Abhilfe zu schaffen, gehört ebenso in dieses Feld.

Über die Therapieformen auf unserer Station hinaus habe ich während des Transportdienstes noch die Musik- und Kunsttherapie kennengelernt, die ich beide toll finde. Mithilfe von Musikinstrumenten werden die Patienten, die oftmals nie zuvor Musik gemacht haben, motiviert sich auszuprobieren. Es ist sehr bewegend, was dabei entstehen kann. Ebenso ist es bei der Kunsttherapie: Vor allem ältere Menschen kommen dabei oft das erste Mal in ihrem Leben mit Pinsel und Farben in Berührung. Ihre Werke stellen wir auch aus.

Interessant finde ich, dass die Patienten nach dem Zeichnen und Malen eine engere Bindung zu anderen zu finden scheinen, sich öffnen können und danach ausgeglichener scheinen. Es ist schon erstaunlich, auf wie viele verschiedene Arten man kranken Menschen helfen kann.

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  26.05.2015
Autor: Thilo
Rubrik: orientieren
26.05.2015