Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Mein Freiwilliges Jahr

Träume vs. Realität

Indien, Ghana, Kenia, Südafrika, Thailand, vielleicht sogar Krisenstaaten wie Afghanistan und Syrien sind mögliche Orte, an denen man sich freiwillig engagieren kann. Meist läuft so ein Freiwilligendienst über Organisationen. Auch ein Freund und ich hegen heimlich den Plan, nach meinem FSJ im Krankenhaus und vor dem Studium noch gemeinsam für einen Monat die Heimat zu verlassen. Ich könnte mir beispielsweise vorstellen, beim Aufbau der Infrastruktur, bei der Erziehung von Kindern oder bei landwirtschaftlicher Arbeit zu helfen. Vorweg: Das wird nichts.

Wir suchten auf etlichen Seiten nach Angeboten und stießen stets auf sehr interessante Möglichkeiten. Die meistgestellte Frage: „Und? Wie teuer kommt das dann?“ In allen Fällen lautete die Antwort gleich: zu teuer. Warum muss ein Freiwilligendienst so teuer sein? Soll das eine Diskriminierung derer sein, die nicht viel Geld haben? Wohl kaum. Vielmehr wird von dem Geld, das man zahlt, die Organisation unterhalten. Ebenso fließen die Gelder in die durch freiwillige Arbeit unterstützten Staaten. Auch müssen Flüge, Transfers und Sprachkurse bezahlt werden. Es kommen viele Kostenfaktoren zusammen, die allesamt nachvollziehbar sind. Wir haben nur eine Organisation ausfindig gemacht, die jegliche Unkosten übernimmt und sogar ein Taschengeld von 100 Euro in Aussicht stellt. Alle anderen verlangen ziemlich viel Geld. Doch selbst wenn ich eisern spare, werde ich diese Kosten nicht aufbringen können. Ich verdiene im Krankenhaus nämlich nur knapp 400 Euro. Schade!

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  01.06.2015
Autor: Thilo
Rubrik: orientieren
01.06.2015

Mein Freiwilliges Jahr

Therapieformen

Auf der geriatrischen Station, die der (Früh-)Rehabilitation dient, gibt es verschiedenste Formen der Therapie. Die sogenannte Komplextherapie ist ein Zusammenschluss aus Ergo- und Physiotherapie sowie Logopädie. Die Ergotherapie dient vor allem dem Verhaltens- und Koordinationstraining. Hier wird das trainiert, was der Patient nach der Entlassung braucht, um seinen Alltag meistern zu können: Er erlernt nach einem Schlaganfall beispielsweise das Essen neu, das Laufen, den Toilettengang. Physiotherapie und Ergotherapie sind sich sehr ähnlich. Es geht dabei vor allem darum, Kraft und Ausdauer aufzubauen. Das kann durch Kraftübungen wie Treppensteigen oder Training mit Gewichten erreicht werden. Ebenso ist das Laufen längerer Strecken auf Krankenhausebene erwünscht. Das griechische Wort Logos bedeutet Sprache. Genau dort setzt die Logopädie an. Oft haben Menschen mit Sprachproblemen aufgrund eines Schlaganfalls oder des Alters aber auch Schwierigkeiten beim Schlucken. Hier Abhilfe zu schaffen, gehört ebenso in dieses Feld.

Über die Therapieformen auf unserer Station hinaus habe ich während des Transportdienstes noch die Musik- und Kunsttherapie kennengelernt, die ich beide toll finde. Mithilfe von Musikinstrumenten werden die Patienten, die oftmals nie zuvor Musik gemacht haben, motiviert sich auszuprobieren. Es ist sehr bewegend, was dabei entstehen kann. Ebenso ist es bei der Kunsttherapie: Vor allem ältere Menschen kommen dabei oft das erste Mal in ihrem Leben mit Pinsel und Farben in Berührung. Ihre Werke stellen wir auch aus.

Interessant finde ich, dass die Patienten nach dem Zeichnen und Malen eine engere Bindung zu anderen zu finden scheinen, sich öffnen können und danach ausgeglichener scheinen. Es ist schon erstaunlich, auf wie viele verschiedene Arten man kranken Menschen helfen kann.

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  26.05.2015
Autor: Thilo
Rubrik: orientieren
26.05.2015

Mein Freiwilliges Jahr

Land in Sicht!

Im Moment gibt es viel zu tun. Ich brauche nämlich eine Wohnung in Münster. Münster ist eine wahre Studentenstadt, Wohnungen sind knapp und dazu noch relativ teuer. Ich muss mich also so früh wie möglich darum kümmern – und dafür brauche ich Motivation. Neben der Arbeit im Krankenhaus bleibt nämlich gar nicht so viel Zeit. Neulich Nachmittag konnte ich aber endlich genug aufbringen, sodass ich es schaffte, immerhin das Online-Formular auf der Website des Studentenwerkes Münster auszufüllen. Damit kann man sich für verschiedene Arten des Wohnens in Studentenwohnheimen bewerben. Die Möglichkeiten erstrecken sich über das Wohnen alleine in möblierten und unmöblierten Zimmern sowie in Appartements, die in Dreierkonstellationen über einen Gemeinschaftsraum miteinander verbunden sind, sodass sich so etwas wie eine Wohngemeinschaft ergibt.

Muss es denn unbedingt ein Studentenwohnheim sein? Nein, eher im Gegenteil. Der Vorteil eines Studentenwohnheimes liegt allerdings darin, dass ich mich sehr früh bewerben kann, somit also die besten Chancen habe, dass ich zum Studienbeginn auch wirklich einen Platz zum Schlafen und Lernen habe. Der Nachteil ist, dass es sich in jedem Fall um eine Zweck-WG handeln wird, was mir weniger gefällt. Ich möchte mit Leuten zusammenleben, mit denen ich mich wirklich gut verstehe und mit denen ich etwas unternehmen kann. Ich komme immerhin aus einer Familie, in der man sich viel austauscht und auch die Mahlzeiten gemeinsam einnimmt. Es wäre sehr schön, wenn ich das fortsetzen könnte.

Das Problem an selbstorganisierten Wohngemeinschaften ist aber, dass man sich nur sehr kurzfristig darum bemühen kann. Ich muss mich also permanent über frei werdende Zimmer informieren. Bis jetzt gibt es noch nicht viele Angebote ab dem 1. Oktober. Ich befürchte, das wird noch ein, zwei Monate dauern. Mein Vorteil ist aber, dass ich viel früher als viele andere weiß, dass ich zum Wintersemester auch wirklich studieren kann. Und: So schnell gebe ich die Hoffnung nicht auf.

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  20.05.2015
Autor: Thilo
Rubrik: orientieren
20.05.2015