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Mein Freiwilliges Jahr

Therapieformen

Auf der geriatrischen Station, die der (Früh-)Rehabilitation dient, gibt es verschiedenste Formen der Therapie. Die sogenannte Komplextherapie ist ein Zusammenschluss aus Ergo- und Physiotherapie sowie Logopädie. Die Ergotherapie dient vor allem dem Verhaltens- und Koordinationstraining. Hier wird das trainiert, was der Patient nach der Entlassung braucht, um seinen Alltag meistern zu können: Er erlernt nach einem Schlaganfall beispielsweise das Essen neu, das Laufen, den Toilettengang. Physiotherapie und Ergotherapie sind sich sehr ähnlich. Es geht dabei vor allem darum, Kraft und Ausdauer aufzubauen. Das kann durch Kraftübungen wie Treppensteigen oder Training mit Gewichten erreicht werden. Ebenso ist das Laufen längerer Strecken auf Krankenhausebene erwünscht. Das griechische Wort Logos bedeutet Sprache. Genau dort setzt die Logopädie an. Oft haben Menschen mit Sprachproblemen aufgrund eines Schlaganfalls oder des Alters aber auch Schwierigkeiten beim Schlucken. Hier Abhilfe zu schaffen, gehört ebenso in dieses Feld.

Über die Therapieformen auf unserer Station hinaus habe ich während des Transportdienstes noch die Musik- und Kunsttherapie kennengelernt, die ich beide toll finde. Mithilfe von Musikinstrumenten werden die Patienten, die oftmals nie zuvor Musik gemacht haben, motiviert sich auszuprobieren. Es ist sehr bewegend, was dabei entstehen kann. Ebenso ist es bei der Kunsttherapie: Vor allem ältere Menschen kommen dabei oft das erste Mal in ihrem Leben mit Pinsel und Farben in Berührung. Ihre Werke stellen wir auch aus.

Interessant finde ich, dass die Patienten nach dem Zeichnen und Malen eine engere Bindung zu anderen zu finden scheinen, sich öffnen können und danach ausgeglichener scheinen. Es ist schon erstaunlich, auf wie viele verschiedene Arten man kranken Menschen helfen kann.

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  26.05.2015
Autor: Thilo
Rubrik: orientieren
26.05.2015

Mein Freiwilliges Jahr

Land in Sicht!

Im Moment gibt es viel zu tun. Ich brauche nämlich eine Wohnung in Münster. Münster ist eine wahre Studentenstadt, Wohnungen sind knapp und dazu noch relativ teuer. Ich muss mich also so früh wie möglich darum kümmern – und dafür brauche ich Motivation. Neben der Arbeit im Krankenhaus bleibt nämlich gar nicht so viel Zeit. Neulich Nachmittag konnte ich aber endlich genug aufbringen, sodass ich es schaffte, immerhin das Online-Formular auf der Website des Studentenwerkes Münster auszufüllen. Damit kann man sich für verschiedene Arten des Wohnens in Studentenwohnheimen bewerben. Die Möglichkeiten erstrecken sich über das Wohnen alleine in möblierten und unmöblierten Zimmern sowie in Appartements, die in Dreierkonstellationen über einen Gemeinschaftsraum miteinander verbunden sind, sodass sich so etwas wie eine Wohngemeinschaft ergibt.

Muss es denn unbedingt ein Studentenwohnheim sein? Nein, eher im Gegenteil. Der Vorteil eines Studentenwohnheimes liegt allerdings darin, dass ich mich sehr früh bewerben kann, somit also die besten Chancen habe, dass ich zum Studienbeginn auch wirklich einen Platz zum Schlafen und Lernen habe. Der Nachteil ist, dass es sich in jedem Fall um eine Zweck-WG handeln wird, was mir weniger gefällt. Ich möchte mit Leuten zusammenleben, mit denen ich mich wirklich gut verstehe und mit denen ich etwas unternehmen kann. Ich komme immerhin aus einer Familie, in der man sich viel austauscht und auch die Mahlzeiten gemeinsam einnimmt. Es wäre sehr schön, wenn ich das fortsetzen könnte.

Das Problem an selbstorganisierten Wohngemeinschaften ist aber, dass man sich nur sehr kurzfristig darum bemühen kann. Ich muss mich also permanent über frei werdende Zimmer informieren. Bis jetzt gibt es noch nicht viele Angebote ab dem 1. Oktober. Ich befürchte, das wird noch ein, zwei Monate dauern. Mein Vorteil ist aber, dass ich viel früher als viele andere weiß, dass ich zum Wintersemester auch wirklich studieren kann. Und: So schnell gebe ich die Hoffnung nicht auf.

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  20.05.2015
Autor: Thilo
Rubrik: orientieren
20.05.2015

Mein Freiwilliges Jahr

Immer entspannt am Patienten?

„Wenn du das Zimmer eines Patienten betrittst, vergiss deine Sorgen, deine Probleme und deinen Stress. Du musst dir vorstellen, dass du auf die Bühne gehst und ein Stück spielst, in dem alles gut ist“, hat mal eine Krankenschwester zu mir gesagt. Und sie hat Recht damit.

Vor den Patienten müssen wir es nämlich stets so aussehen lassen, als liefe alles so, wie es laufen soll. Wenn etwas nicht in Ordnung ist, so sollen wir das die Patienten keinesfalls spüren lassen. Wenn wir im Stress sind, sollen wir ihn nicht auf die Patienten übertragen. Besonders alte Menschen reagieren darauf oft sehr empfindlich. Sie sperren sich dann gegen alles. Wir kennen also keine Eile und keinen Druck, wenn wir am Patienten arbeiten. So scheint es zumindest. Dass wir innerlich explodieren, weil alles zu langsam geht und noch unzählige Patienten warten, das merkt keiner. Und das soll auch so sein. Schließlich sollen die Patienten in Ruhe gesund werden und sich nicht mit unseren Emotionen auseinandersetzen müssen.

Doch was macht das mit dem Pflegepersonal, wenn alles heruntergeschluckt werden muss? Zugegeben, es ist manchmal ganz schön schwer. Wunderbar ist aber, dass ich im Krankenhaus spezielle Arbeitskleidung trage. Das klingt zwar ein wenig sonderbar, doch es ist so, dass ich nach der Schicht, wenn ich mich umziehe, viel Frust und Ärger mit ablege. Negative Emotionen lasse ich dadurch im Krankenhaus und kann befreit nach Hause gehen.

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  15.05.2015
Autor: Thilo
Rubrik: orientieren
15.05.2015