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Mein Freiwilliges Jahr

Weltwärts Rückkehrerseminar

Fast jedes Auslandsjahr, das von einer Entsendeorganisation begleitet wird, findet seinen Abschluss für gewöhnlich darin, dass sich die Freiwilligen auf einen einwöchigen Workshop begeben. Wer sein Auslandsjahr wie ich mit dem Internationalen Bund (IB) aus Franken gemacht hat, hat sicherlich auch die Erfahrung gemacht, dass deren Seminarorte oft schwer zu erreichen sind. Eine Seminarteilnehmerin meinte sehr treffend: „Wenn es über Stock und Stein geht und du vier Kilometer durch Wiese und Wälder läufst, so weißt du, du bist beim IB.“

Der Weg zum Seminar war wirklich sehr beschwerlich. Ich gab mein Bestes, die große Reisetasche den steilen Weg über losen Sand und Wiese zum Seminarhaus im hessischen Wabern (Falkenberg) hinaufzuziehen. Doch einmal angekommen, hatten wir tatsächlich einen sehr schönen Ausblick.

Viele der Rückkehrer kannte ich bereits vom Vorbereitungsseminar und es war gut, mit ihnen Erlebnisse austauschen zu können. Im Seminar an sich gingen wir verschiedenen Reflektionsübungen nach. Am besten gefiel mir der „Jahresfluss“. In dieser Übung zeichnet oder schreibt man die für sich wichtigen Ereignisse, prägende Momente und Erfahrungen auf ein Blatt Papier. Außerdem haben wir eine Bewegungsgedächtnisstütze gebaut. Dabei mussten wir eine Bewegung finden, die mit dem Jahr verknüpft ist und uns an etwas Wichtiges erinnert. Zudem haben wir über mögliche Aktionen zum nachhaltigen Lernen reflektiert und eine Werkstatt zu Zukunftsängsten durchgeführt.

Das Zusammentreffen mit dem IB war gut, nicht nur, dass es mir einen Raum geboten hat, um über Vergangenes und Zukünftiges nachzudenken, sondern auch, weil die erneute Zusammenkunft mit dem IB das Signal dafür war, dass eine wichtige Etappe in meinem Leben vorbei ist und dass nun die nächste kommt, die da ist: den Master beenden.

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  12.11.2013
Autor: Anni
Rubrik: orientieren
12.11.2013

Mein Freiwilliges Jahr

Tagesauflug nach Brighton

Zwischen Nieseln und Regen hat sich das Wochenende genähert. Zwei freie Tage, um aus dem Garten und dem kleinen Reigate im Süden Englands rauszukommen, wo ich bei einem älteren Ehepaar „wwoofe“. Und somit zwei Tage, um städtische Luft zu inhalieren, an die ich doch allzu gewöhnt bin.

Am Samstag setzte ich mich in den Zug, der mich zur steinigen Küste trug, direkt hinein in die Stadt Brighton. Früher war Brighton ein beschauliches Fischerdörfchen. Heute ist es einer der hippsten Orte Englands. Mein 80-jähriger Gastvater umschrieb es in etwa so: „In Großbritannien gibt es viele Orte mit Kathedralen, alt und ehrwürdig, Brighton, ja [zischender Atem] war niemals anständig.“ Ich war gespannt, was mich erwarten würde und ich wurde nicht enttäuscht.

Bereits im Zug fielen mir zahlreiche Personen in Sportkleidung auf. Sie alle waren auf dem Weg zum „Color Run“, bei dem auf die Teilnehmer des Laufes Farben gespritzt werden, die wie bunter Sand in der Luft wirbeln und die Kleidung vorübergehend einfärben.

Am Bahnhof traf ich einen Freund aus London. Zusammen liefen wir den Pier entlang, aßen fetttriefende „Fish & Chips“, bewunderten das Museum mit seiner kleinen Sammlung historischer Stücke und schauten in einige kleine Krämerläden. Das Leben pulsiert spürbar in dieser Stadt und stellt einen scharfen Kontrast zum beschaulichen Reigate dar. Ich wäre gerne noch einen Tag länger geblieben, doch da uns unser Couchsurfer leider kurzfristig absagte, nahmen wir kurzerhand dann doch den Zug am gleichen Abend zurück.

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  06.11.2013
Autor: Anni
Rubrik: orientieren
06.11.2013

Mein Freiwilliges Jahr

Hello Britain, my dear friend!

Lang, lang liegt mein letzter Besuch auf der Insel schon zurück. Nach acht Jahren bin ich zum ersten Mal wieder hier. Diesmal nicht zum städtischen Sightseeing, sondern zum Wwoofen.

Zum ersten Mal hörte ich vom Wwoofen von drei Freundinnen, dich sich drei gemütliche Wochen in Schottland gemacht hatten. Falls ihr euch gerade fragt, was wwoofen sein soll, dann geht es euch genauso wie mir damals. Daher eine kurze Erklärung: Das Wort wwoofen steht für „World Wide Opportunities on Organic Farms“. In der Praxis bedeutet dies, dass du über eine länderbezogene Plattform Gastgeber finden kannst, die dir gegen Arbeit Essen und Unterkunft zur Verfügung stellen. Es sind dabei kurze Wochenendaufenthalte, aber auch mehrmonatige Aufenthalte möglich.

Bei mir hatte alles auf Anhieb geklappt. Da hatte ich wirklich Glück, denn mittlerweile sind viele vielversprechend klingende Stellen bis November ausgebucht.

Ich bin bei einem älteren Ehepaar untergekommen, die einen riesigen und schönen Garten haben. Ihr Gehöft ist zwar etwas abseits von der Stadt gelegen, doch ich werde hier bestens mit Bio-Essen versorgt und bekomme interessante Einblicke ins britische Leben. So gibt es beispielsweise täglich um elf Uhr eine Teepause im Gartenpavillon und meine Gastgeber haben mich zu verschiedenen Veranstaltungen der „British-Heritage-Woche“ mitgenommen. Zudem ist die selbstgemachte Orangenmarmelade wirklich ein Hit! Auch die Gartenarbeit gefällt mir, obwohl ich täglich das Gleiche mache: häckseln, schreddern und Laub harken – mit oder ohne Nieselregen. Der Rhythmus, in dem ich derzeit lebe, fühlt sich sehr natürlich an. Ich bin buchstäblich geerdet.

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  29.10.2013
Autor: Anni
Rubrik: orientieren
29.10.2013