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Mein Freiwilliges Jahr

Hello Britain, my dear friend!

Lang, lang liegt mein letzter Besuch auf der Insel schon zurück. Nach acht Jahren bin ich zum ersten Mal wieder hier. Diesmal nicht zum städtischen Sightseeing, sondern zum Wwoofen.

Zum ersten Mal hörte ich vom Wwoofen von drei Freundinnen, dich sich drei gemütliche Wochen in Schottland gemacht hatten. Falls ihr euch gerade fragt, was wwoofen sein soll, dann geht es euch genauso wie mir damals. Daher eine kurze Erklärung: Das Wort wwoofen steht für „World Wide Opportunities on Organic Farms“. In der Praxis bedeutet dies, dass du über eine länderbezogene Plattform Gastgeber finden kannst, die dir gegen Arbeit Essen und Unterkunft zur Verfügung stellen. Es sind dabei kurze Wochenendaufenthalte, aber auch mehrmonatige Aufenthalte möglich.

Bei mir hatte alles auf Anhieb geklappt. Da hatte ich wirklich Glück, denn mittlerweile sind viele vielversprechend klingende Stellen bis November ausgebucht.

Ich bin bei einem älteren Ehepaar untergekommen, die einen riesigen und schönen Garten haben. Ihr Gehöft ist zwar etwas abseits von der Stadt gelegen, doch ich werde hier bestens mit Bio-Essen versorgt und bekomme interessante Einblicke ins britische Leben. So gibt es beispielsweise täglich um elf Uhr eine Teepause im Gartenpavillon und meine Gastgeber haben mich zu verschiedenen Veranstaltungen der „British-Heritage-Woche“ mitgenommen. Zudem ist die selbstgemachte Orangenmarmelade wirklich ein Hit! Auch die Gartenarbeit gefällt mir, obwohl ich täglich das Gleiche mache: häckseln, schreddern und Laub harken – mit oder ohne Nieselregen. Der Rhythmus, in dem ich derzeit lebe, fühlt sich sehr natürlich an. Ich bin buchstäblich geerdet.

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  29.10.2013
Autor: Anni
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29.10.2013

Mein Freiwilliges Jahr

Trampen in Deutschland

Es gibt Namen, die verwechsele ich einfach systematisch. Zum Beispiel Nils und Leon. Und das, obwohl sie noch nicht einmal ähnlich klingen! Genauso geht es mir bei den Städten Kiel und Lübeck. Das führt zu einiger Verwirrung. So wird der kleine Sohn einer Freundin manchmal zum Nils und meine Cousine zieht von Lübeck nach Kiel und eine Stunde später wieder zurück.

Wirklich unpraktisch wurde dies, als ich mir in einem Internetcafé verschiedene Mitfahrgelegenheiten nach Kiel rausschrieb, um sie kurz vor der Abfahrt zu kontaktieren. Noch vor dem Anrufen fiel mir der Fehler auf, doch es war zu spät, denn ich hatte keinen Internetzugang mehr. Also was tun? Zug fahren oder einen Trampversuch starten?

Zusammen mit einem Freund, den ich auf der Summer School kennengelernt hatte und der nach Hamburg weiter wollte, fragte ich mich zum Ortsausgang durch. Wir waren noch nicht dort angekommen, als wir bereits von einem freundlichen Fahrer aufgelsesen wurden. Ein paar Meter weiter nahm er sogar noch einen weiteren Tramper auf.

Der andere Tramper kannte zum Glück die Route sehr gut und gemeinsam überlegten wir, wie ich am besten nach Lübeck kommen könnte und welcher Rasthof am ehesten in Frage käme. Vor einer Brücke gerieten wir in einen Stau und während wir im Gänsemarsch vorwärtskrochen, fuhr ein Auto mit Lübecker Kennzeichen an uns vorbei.

Ich kurbelte das Fenster herunter und fragte den Fahrer, ob er mich nicht mitnehmen könne. Und was soll ich sagen? Ich hatte tatsächlich Glück!

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  17.10.2013
Autor: Anni
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17.10.2013

Mein Freiwilliges Jahr

Summer-School in Dänemark

Der September war in diesem Jahr wirklich wunderbar! Ich hatte den ganzen Monat frei und Zeit für einen Ausbruch aus der Routine des letzten Jahres. So ging es für mich drei Tage nach meiner Rückkehr gleich weiter nach Dänemark.

Zusammen mit einer Gruppe von Jugendlichen aus verschiedenen Ländern Europas nahm ich an der deutsch-dänischen Veranstaltung „Coss-Border European Summer on Separatism and Minorities in Europe“ teil. Diese Summer-School fand auf einer kleinen Insel im Süden des Landes statt. Sie war so klein, dass sie nur das Seminargebäude und unsere Unterkünfte beherbergte. Zu Fuß waren es von einer Seite bis zur anderen gerade mal fünf Minuten. Internet gab es nur über drei mobile Sticks, die unter den etwa 25 Personen gerecht verteilt werden mussten. Hört sich nach Inselkoller an?

Nein, von Inselkoll kann keine Rede sein. Es war eine absolut tolle, lehreiche und intensive Woche, in der ich viele spannende Menschen traf, viele interessante Gespräche führte und viel Input zum Separatismus erhielt. Zudem wurden wir in Sachen Verhandlungen, Etikette und Rhetorik geschult. Die Teilnehmer kamen aus unterschiedlichen Teilen Europas genauso wie unsere Trainer. Besonders interessant fand ich die Gespräche mit zwei Katalanen über eine mögliche Separation ihrer Heimat von Spanien.

Nach einem dreitägigen Input übernahmen wir am vierten Tag die Rollen von Staatsoberhäuptern und Außenministern, um ein europäisches Spitzentreffen zu simulieren. Ich vertrat den spanischen Außenminister. In dem Treffen suchten wir nach Richtlinien für den Fall, dass eine Region ihre Unabhängigkeit erklärt und verabschiedeten am Ende der Sitzung tatsächlich einen Gesetzesentwurf.

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  14.10.2013
Autor: Anni
Rubrik: orientieren
14.10.2013