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Mein Freiwilliges Jahr

Tagesauflug nach Brighton

Zwischen Nieseln und Regen hat sich das Wochenende genähert. Zwei freie Tage, um aus dem Garten und dem kleinen Reigate im Süden Englands rauszukommen, wo ich bei einem älteren Ehepaar „wwoofe“. Und somit zwei Tage, um städtische Luft zu inhalieren, an die ich doch allzu gewöhnt bin.

Am Samstag setzte ich mich in den Zug, der mich zur steinigen Küste trug, direkt hinein in die Stadt Brighton. Früher war Brighton ein beschauliches Fischerdörfchen. Heute ist es einer der hippsten Orte Englands. Mein 80-jähriger Gastvater umschrieb es in etwa so: „In Großbritannien gibt es viele Orte mit Kathedralen, alt und ehrwürdig, Brighton, ja [zischender Atem] war niemals anständig.“ Ich war gespannt, was mich erwarten würde und ich wurde nicht enttäuscht.

Bereits im Zug fielen mir zahlreiche Personen in Sportkleidung auf. Sie alle waren auf dem Weg zum „Color Run“, bei dem auf die Teilnehmer des Laufes Farben gespritzt werden, die wie bunter Sand in der Luft wirbeln und die Kleidung vorübergehend einfärben.

Am Bahnhof traf ich einen Freund aus London. Zusammen liefen wir den Pier entlang, aßen fetttriefende „Fish & Chips“, bewunderten das Museum mit seiner kleinen Sammlung historischer Stücke und schauten in einige kleine Krämerläden. Das Leben pulsiert spürbar in dieser Stadt und stellt einen scharfen Kontrast zum beschaulichen Reigate dar. Ich wäre gerne noch einen Tag länger geblieben, doch da uns unser Couchsurfer leider kurzfristig absagte, nahmen wir kurzerhand dann doch den Zug am gleichen Abend zurück.

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  06.11.2013
Autor: Anni
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06.11.2013

Mein Freiwilliges Jahr

Hello Britain, my dear friend!

Lang, lang liegt mein letzter Besuch auf der Insel schon zurück. Nach acht Jahren bin ich zum ersten Mal wieder hier. Diesmal nicht zum städtischen Sightseeing, sondern zum Wwoofen.

Zum ersten Mal hörte ich vom Wwoofen von drei Freundinnen, dich sich drei gemütliche Wochen in Schottland gemacht hatten. Falls ihr euch gerade fragt, was wwoofen sein soll, dann geht es euch genauso wie mir damals. Daher eine kurze Erklärung: Das Wort wwoofen steht für „World Wide Opportunities on Organic Farms“. In der Praxis bedeutet dies, dass du über eine länderbezogene Plattform Gastgeber finden kannst, die dir gegen Arbeit Essen und Unterkunft zur Verfügung stellen. Es sind dabei kurze Wochenendaufenthalte, aber auch mehrmonatige Aufenthalte möglich.

Bei mir hatte alles auf Anhieb geklappt. Da hatte ich wirklich Glück, denn mittlerweile sind viele vielversprechend klingende Stellen bis November ausgebucht.

Ich bin bei einem älteren Ehepaar untergekommen, die einen riesigen und schönen Garten haben. Ihr Gehöft ist zwar etwas abseits von der Stadt gelegen, doch ich werde hier bestens mit Bio-Essen versorgt und bekomme interessante Einblicke ins britische Leben. So gibt es beispielsweise täglich um elf Uhr eine Teepause im Gartenpavillon und meine Gastgeber haben mich zu verschiedenen Veranstaltungen der „British-Heritage-Woche“ mitgenommen. Zudem ist die selbstgemachte Orangenmarmelade wirklich ein Hit! Auch die Gartenarbeit gefällt mir, obwohl ich täglich das Gleiche mache: häckseln, schreddern und Laub harken – mit oder ohne Nieselregen. Der Rhythmus, in dem ich derzeit lebe, fühlt sich sehr natürlich an. Ich bin buchstäblich geerdet.

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  29.10.2013
Autor: Anni
Rubrik: orientieren
29.10.2013

Mein Freiwilliges Jahr

Trampen in Deutschland

Es gibt Namen, die verwechsele ich einfach systematisch. Zum Beispiel Nils und Leon. Und das, obwohl sie noch nicht einmal ähnlich klingen! Genauso geht es mir bei den Städten Kiel und Lübeck. Das führt zu einiger Verwirrung. So wird der kleine Sohn einer Freundin manchmal zum Nils und meine Cousine zieht von Lübeck nach Kiel und eine Stunde später wieder zurück.

Wirklich unpraktisch wurde dies, als ich mir in einem Internetcafé verschiedene Mitfahrgelegenheiten nach Kiel rausschrieb, um sie kurz vor der Abfahrt zu kontaktieren. Noch vor dem Anrufen fiel mir der Fehler auf, doch es war zu spät, denn ich hatte keinen Internetzugang mehr. Also was tun? Zug fahren oder einen Trampversuch starten?

Zusammen mit einem Freund, den ich auf der Summer School kennengelernt hatte und der nach Hamburg weiter wollte, fragte ich mich zum Ortsausgang durch. Wir waren noch nicht dort angekommen, als wir bereits von einem freundlichen Fahrer aufgelsesen wurden. Ein paar Meter weiter nahm er sogar noch einen weiteren Tramper auf.

Der andere Tramper kannte zum Glück die Route sehr gut und gemeinsam überlegten wir, wie ich am besten nach Lübeck kommen könnte und welcher Rasthof am ehesten in Frage käme. Vor einer Brücke gerieten wir in einen Stau und während wir im Gänsemarsch vorwärtskrochen, fuhr ein Auto mit Lübecker Kennzeichen an uns vorbei.

Ich kurbelte das Fenster herunter und fragte den Fahrer, ob er mich nicht mitnehmen könne. Und was soll ich sagen? Ich hatte tatsächlich Glück!

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  17.10.2013
Autor: Anni
Rubrik: orientieren
17.10.2013