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Mein Freiwilliges Jahr

Bye, bye, Mexiko!

Die Zeit ist ein eigenwilliges Geschöpf. Manchmal wabert sie steif und stetig dahin, manchmal stülpt sie sich ihre Siebenmeilenstiefel über und steigt wie der Wind über Stock und Stein – einfach davon.

Meine letzte Woche in Mexiko war gemächlicher Natur. Ich genoß die letzten Stunden, das traditionelle Essen, das Lachen und die Sonne, sobald der dreckige Himmel von Mexiko-Stadt sie für einige Stunden freigab. Doch das Wichtigste in dieser Woche war für mich das Abschied nehmen.

Mein ganzes weltwärts-Jahr war von Abschieden geprägt, doch diesmal – anders als zuvor – war es mein eigener. Ich habe eine große Party gegeben, um mich von all den Menschen verabschieden zu können, die ich hier kennengelernt habe. Es war lustig und viele waren da. Doch danach bestanden meine Kollegen auf einem Abschiedsfrühstück im Büro. Dort traf ich einzelne Freunde und zuletzt ehemalige Kollegen. Das war anstrengend und schön zugleich, da es mir gezeigt hat, wie viele tolle Menschen ich in diesem Jahr getroffen habe.

Dennoch lehnte ich ab, als man ein Begleitungskomitee zum Flughafen zusammenstellte. Eine Freundin brachte mich hin. Das Einchecken, die Gepäckabgabe und der Flug liefen reibungslos. Als ich 14 Stunden später aus dem Hamburger Gate wankte, erwarteten mich bereits mein Bruder und zahlreiche Freunde aus Schul- und Studienzeit. Zusammen gingen wir in einen Biergarten und tranken auf das Wiedersehen.

Ich wollte keinen großen Abschied, doch ein großes Wiedersehen. Mexiko war schön, Deutschland ist es aber auch – auf seine ganz eigene Art. Ich freue mich, wieder hier zu sein und stürze mich nun voller Elan auf mein nächstes Projekt: den Masterabschluss!

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  08.10.2013
Autor: Anni
Rubrik: orientieren
08.10.2013

Mein Freiwilliges Jahr

Finanzierung mit weltwärts

Mexiko-Stadt ist ein regionaler Schmelztiegel. Alles, was es im Land gibt, gibt es auch in der Stadt. Sie bietet eine Unmenge an Freizeit-, Einkaufs- und kulturellen Möglichkeiten. Doch als ich dann nach zwei Monaten einen Blick auf meinen Kontostand warf, hörte ich fast die Stimme meiner Eltern in meinen Ohren: „Alles hat seinen Preis.“

So beschloss ich, mich nach zusätzlichen Einkommensquellen umzuschauen. Von weltwärts bekomme ich 230 Euro im Monat für Unterkunft und Verpflegung und weitere 100 Euro „Taschengeld“. Da ich über 25 Jahre alt bin, bekomme ich kein Kindergeld mehr. Die Lebenshaltungskosten in Mexiko-Stadt liegen jedoch nur wenig unter denen in meiner Heimat. Was also tun?

Ich begann mich umzuhören und fragte Freunde, ob sie nicht was wüssten, wo ich für wenig Arbeit sehr gut bezahlt werde. Ich schiebe bei Amnesty International ja schon eine 35-Stunden-Woche, da bleibt nicht viel Zeit für einen Nebenjob.

Wenige Wochen später rief mich eine Mitarbeiterin des Goethe-Institutes an und fragte, ob ich nicht einer Vierjährigen privaten Deutschunterricht geben wolle. Über Umwege war der Kontakt zustande gekommen. Klar, da sagte ich nicht „nein“. Nach einem Vorstellungsgespräch wurde ich engagiert, super bezahlt und durfte sogar mit der Familie zusammen essen.

Über die letzten neun Monate übte ich mit dem Mädchen zwei Mal pro Woche. Meistens spielten wir dazu Rollenspiele, ab und an bastelten oder zeichneten wir auch. Wir hatten viel Spaß ... und dank dieses Jobs konnte ich mir auch den einen oder anderen Wunsch erfüllen.

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  02.10.2013
Autor: Anni
Rubrik: orientieren
02.10.2013

Mein Freiwilliges Jahr

Kulturfestival Guelaguetza

Reisen ist schön! Leider konnte ich in meinem Jahr hier nicht annähernd so viel reisen, wie ich es mir gewünscht hätte. Die Volunteers bei Amnesty haben deutlich weniger Freizeit als Freiwillige auf anderen Stellen. Doch umso mehr habe ich mich auf meine sechs Tage Urlaubsanspruch gefreut. Kombiniert mit Überstunden und Wochenenden kam ich sogar auf zehn Tage Freizeit und nutzte diese, um sofort in mein geliebtes Oaxaca zu fahren.

Denn in Oaxaca findet jedes Jahr im Juli das Kulturfestival Guelaguetza statt und das wollte ich unbedingt mal sehen! Am Sonntag gingen wir zuerst auf einen Festumzug, eine Calenda, quer durchs Zentrum der Stadt. Mit Festwagen, ihren Trachten, Musik und Mezcal vergnügten wir uns. Oh ja, es war sehr vergnügt, denn an jeder Ecke schenkte uns jemand einen „Mezcalito“ (Agavenschnaps).

Am nächsten Tag, dem letzten Montag des Julis, fand dann die Feier des Guelaguetza statt. Zu dieser treffen sich jedes Jahr Indigene aus den sieben Regionen Oaxacas, um ihre Tänze und Trachten dem Publikum zu präsentieren. Zudem werfen sie Süßigkeiten und Früchte ins Publikum und spielen Musik aus ihrer Region. Doch lange hielten wir nicht durch, denn noch müde von dem Festumzug, kehrten wir alsbald zu unserer Unterkunft zurück, um in der Hängematte den Nachmittag zu verdösen.

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  24.09.2013
Autor: Anni
Rubrik: orientieren
24.09.2013