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Mein Freiwilliges Jahr

Kulturfestival Guelaguetza

Reisen ist schön! Leider konnte ich in meinem Jahr hier nicht annähernd so viel reisen, wie ich es mir gewünscht hätte. Die Volunteers bei Amnesty haben deutlich weniger Freizeit als Freiwillige auf anderen Stellen. Doch umso mehr habe ich mich auf meine sechs Tage Urlaubsanspruch gefreut. Kombiniert mit Überstunden und Wochenenden kam ich sogar auf zehn Tage Freizeit und nutzte diese, um sofort in mein geliebtes Oaxaca zu fahren.

Denn in Oaxaca findet jedes Jahr im Juli das Kulturfestival Guelaguetza statt und das wollte ich unbedingt mal sehen! Am Sonntag gingen wir zuerst auf einen Festumzug, eine Calenda, quer durchs Zentrum der Stadt. Mit Festwagen, ihren Trachten, Musik und Mezcal vergnügten wir uns. Oh ja, es war sehr vergnügt, denn an jeder Ecke schenkte uns jemand einen „Mezcalito“ (Agavenschnaps).

Am nächsten Tag, dem letzten Montag des Julis, fand dann die Feier des Guelaguetza statt. Zu dieser treffen sich jedes Jahr Indigene aus den sieben Regionen Oaxacas, um ihre Tänze und Trachten dem Publikum zu präsentieren. Zudem werfen sie Süßigkeiten und Früchte ins Publikum und spielen Musik aus ihrer Region. Doch lange hielten wir nicht durch, denn noch müde von dem Festumzug, kehrten wir alsbald zu unserer Unterkunft zurück, um in der Hängematte den Nachmittag zu verdösen.

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  24.09.2013
Autor: Anni
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24.09.2013

Mein Freiwilliges Jahr

Seminar zum Feminizid

Auf der Suche nach einem Thema für die Masterarbeit – denn bald ist es schon so weit, es liegt nur noch ein Semester vor mir – bin ich auf den Feminizid gestoßen. Derzeit denke ich immer intensiver darüber nach über dieses kulturell verankerte Phänomen zu schreiben, bei dem Frauen getötet werden, weil sie Frauen sind. Dieses Thema begleitet mich schon seit meiner Zeit in Oaxaca.

Als ein Freund von mir neulich erzählte, dass im Museum „Memoria y Tolerancia“ Kurse angeboten werden und dass einer davon zum Feminizid stattfinden wird, war ich gleich begeistert und schrieb mich direkt für eine Teilnahme ein. Dann galt es nur noch, meine Chefin zu überzeugen, dass ich die Fehlzeit problemlos abends nacharbeiten könnte.

Sie zeigte sich einverstanden und so besuchte ich vergangenen Monat zusammen mit dem Freund die wöchentliche Veranstaltung. Es war ein spannender Kurs. Anhand von zwei Fallbeispielen erarbeiteten wir die Merkmale der Feminizide und schauten in die Akten der Verteidiger.

Der Verteidiger eines Angeklagten führte tatsächlich als gerichtliches Argument an, dass er als Kind nicht von seiner leiblichen Mutter gestillt wurde, sondern nur von einer Leihmutter. Dies sollte wohl untermauern, dass er in unstabilen Verhältnissen aufgewachsen war. Die Verteidigung führte teils wirklich absurde Argumente auf, etwa dass die Mörder rasend vor Liebe nicht mehr wussten, was sie taten. Das Feminizide ein kulturelles Problem sind und nichts mit Liebe zu tun haben, sondern mit gesellschaftlichen Rollenbildern und dem Ungleichgewicht von Macht, blieb in den Urteilen völlig außen vor.

So war es letztendlich traurig, den Verlauf der Fälle zu betrachten, zu wissen, dass sie sich wiederholen würden und die Täter fast immer ungestraft davonkommen. Mal schauen, ob es tatsächlich mein Thema für die Masterarbeit wird.

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  12.09.2013
Autor: Anni
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12.09.2013

Mein Freiwilliges Jahr

Six Flags

Ich kann fast noch das Vibrieren meiner Beine spüren und die Kälte vom „Wilden Fluss“. Mit einer Freundin und einem ihrer Studiengefährten waren wir im Six Flags, dem größten Spaß- und Erlebnispark von Lateinamerika. Wenngleich mich so kommerzielle Parks normalerweise nicht sonderlich anziehen, war es gewissermaßen ein „Muss“, und ich mag es wirklich sehr, Achterbahn zu fahren.

Im Six Flags hat jedes Gerät seinen eigenen Namen. Vom Batman gingen wir zum Superman, zum Bumerang und zum Joker. Als ich in ein Riesenrad wollte (auch mit einem Riesennamen), rollten meine beiden Begleiter nur mit den Augen: „Viel zu normal!“, gaben meiner Bitte dann aber doch nach. Das „Rad des Schicksal“ erschien ihnen zwischen den ganzen Achterbahnen nicht sonderlich attraktiv, jedenfalls bis zu dem Moment, in dem wir uns im Wagon schwungvoll um die eigene Achse drehten.

Früher hat in diesem Park, der in den 1980er Jahren unter dem Namen „Königreich der Abenteuer“ gegründet wurde, sogar der berühmte Orca Free Willy gelebt, bis Tierschützer versuchten, ihn in die Wildnis zurückzuführen. Auch heute gibt es noch Tier-Shows, wobei die Tiere allerdings ein bisschen kleiner sind, obwohl eine artgerechte Haltung sicherlich anders aussieht.

Zumindest die Fahrgeschäfte waren klasse und dank des regelmäßigen Regens war der Park relativ leer und wir konnten ohne große Wartezeiten nach Super X gleich Super Y fahren.

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  04.09.2013
Autor: Anni
Rubrik: orientieren
04.09.2013