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Mein Freiwilliges Jahr

Seminar zum Feminizid

Auf der Suche nach einem Thema für die Masterarbeit – denn bald ist es schon so weit, es liegt nur noch ein Semester vor mir – bin ich auf den Feminizid gestoßen. Derzeit denke ich immer intensiver darüber nach über dieses kulturell verankerte Phänomen zu schreiben, bei dem Frauen getötet werden, weil sie Frauen sind. Dieses Thema begleitet mich schon seit meiner Zeit in Oaxaca.

Als ein Freund von mir neulich erzählte, dass im Museum „Memoria y Tolerancia“ Kurse angeboten werden und dass einer davon zum Feminizid stattfinden wird, war ich gleich begeistert und schrieb mich direkt für eine Teilnahme ein. Dann galt es nur noch, meine Chefin zu überzeugen, dass ich die Fehlzeit problemlos abends nacharbeiten könnte.

Sie zeigte sich einverstanden und so besuchte ich vergangenen Monat zusammen mit dem Freund die wöchentliche Veranstaltung. Es war ein spannender Kurs. Anhand von zwei Fallbeispielen erarbeiteten wir die Merkmale der Feminizide und schauten in die Akten der Verteidiger.

Der Verteidiger eines Angeklagten führte tatsächlich als gerichtliches Argument an, dass er als Kind nicht von seiner leiblichen Mutter gestillt wurde, sondern nur von einer Leihmutter. Dies sollte wohl untermauern, dass er in unstabilen Verhältnissen aufgewachsen war. Die Verteidigung führte teils wirklich absurde Argumente auf, etwa dass die Mörder rasend vor Liebe nicht mehr wussten, was sie taten. Das Feminizide ein kulturelles Problem sind und nichts mit Liebe zu tun haben, sondern mit gesellschaftlichen Rollenbildern und dem Ungleichgewicht von Macht, blieb in den Urteilen völlig außen vor.

So war es letztendlich traurig, den Verlauf der Fälle zu betrachten, zu wissen, dass sie sich wiederholen würden und die Täter fast immer ungestraft davonkommen. Mal schauen, ob es tatsächlich mein Thema für die Masterarbeit wird.

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  12.09.2013
Autor: Anni
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12.09.2013

Mein Freiwilliges Jahr

Six Flags

Ich kann fast noch das Vibrieren meiner Beine spüren und die Kälte vom „Wilden Fluss“. Mit einer Freundin und einem ihrer Studiengefährten waren wir im Six Flags, dem größten Spaß- und Erlebnispark von Lateinamerika. Wenngleich mich so kommerzielle Parks normalerweise nicht sonderlich anziehen, war es gewissermaßen ein „Muss“, und ich mag es wirklich sehr, Achterbahn zu fahren.

Im Six Flags hat jedes Gerät seinen eigenen Namen. Vom Batman gingen wir zum Superman, zum Bumerang und zum Joker. Als ich in ein Riesenrad wollte (auch mit einem Riesennamen), rollten meine beiden Begleiter nur mit den Augen: „Viel zu normal!“, gaben meiner Bitte dann aber doch nach. Das „Rad des Schicksal“ erschien ihnen zwischen den ganzen Achterbahnen nicht sonderlich attraktiv, jedenfalls bis zu dem Moment, in dem wir uns im Wagon schwungvoll um die eigene Achse drehten.

Früher hat in diesem Park, der in den 1980er Jahren unter dem Namen „Königreich der Abenteuer“ gegründet wurde, sogar der berühmte Orca Free Willy gelebt, bis Tierschützer versuchten, ihn in die Wildnis zurückzuführen. Auch heute gibt es noch Tier-Shows, wobei die Tiere allerdings ein bisschen kleiner sind, obwohl eine artgerechte Haltung sicherlich anders aussieht.

Zumindest die Fahrgeschäfte waren klasse und dank des regelmäßigen Regens war der Park relativ leer und wir konnten ohne große Wartezeiten nach Super X gleich Super Y fahren.

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  04.09.2013
Autor: Anni
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04.09.2013

Mein Freiwilliges Jahr

Metrogeschichten

Die Metro ist das schnellste und übersichtlichste Verkehrsmittel der Stadt, doch in der Rush Hour wohl auch eines der überfülltesten. Zum Glück gibt es zu dieser Stunde eine Trennung zwischen Frauen- und Männerwagons, so ist der enge Körperkontakt nicht ganz so unangenehm. Denn zur Spitzenzeit drängen sich die Menschen dicht an dicht in die U-Bahn und schaffen es auch noch auf minimalen Raum sich in den Wagon zu quetschen. Vor der Einführung der Geschlechtertrennung kam es während der Höchstauslastung vielfach zu sexuellen Belästigungen und aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es nicht sonderlich angenehm ist, im falschen Wagon zu landen. Das Gute wiederum an überfüllten Wagons ist, dass es nicht möglich ist, bei plötzlichen Bremsungen umzufallen.

Die Rush Hour ist wirklich ein Erlebnis für sich, und so gibt es auch viele Geschichten über das Metrofahren. Einmal soll eine Frau zwischen all den Menschen und bei voller Fahrt ihr Baby bekommen haben. Ein andermal, als eine Bekannte von mir es einfach nicht schaffte, zwischen den Menschen hindurch zum Ausgang zu gelangen, reichte ihr ein Mann über die Köpfe hinweg seinen Arm und zog sie wie am Lasso aus dem Wagen. Das hätte wohl jedem Beziehungsfilm als romantischer Startpunkt genügt. Einem Freund von mir, der täglich fast zwei Stunden zur Uni zurücklegt, passierte es, dass er seinen Lernhefter aus Versehen fallen ließ. An bücken und aufheben war nicht zu denken, da die Personen im Wagen viel zu dicht standen, und so wurde es zum echten Teamwork mit den anderen Fahrgästen, um den Hefter wieder hoch zu bugsieren.

Es sind diese komischen Momente, an die ich denken muss, wenn ich wieder einmal alle Rundungen meiner Mitreisenden zu spüren bekomme. Dann beginne ich trotz der Enge in der Metro heimlich zu schmunzeln.

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  02.09.2013
Autor: Anni
Rubrik: orientieren
02.09.2013