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Mein Freiwilliges Jahr

Metrogeschichten

Die Metro ist das schnellste und übersichtlichste Verkehrsmittel der Stadt, doch in der Rush Hour wohl auch eines der überfülltesten. Zum Glück gibt es zu dieser Stunde eine Trennung zwischen Frauen- und Männerwagons, so ist der enge Körperkontakt nicht ganz so unangenehm. Denn zur Spitzenzeit drängen sich die Menschen dicht an dicht in die U-Bahn und schaffen es auch noch auf minimalen Raum sich in den Wagon zu quetschen. Vor der Einführung der Geschlechtertrennung kam es während der Höchstauslastung vielfach zu sexuellen Belästigungen und aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es nicht sonderlich angenehm ist, im falschen Wagon zu landen. Das Gute wiederum an überfüllten Wagons ist, dass es nicht möglich ist, bei plötzlichen Bremsungen umzufallen.

Die Rush Hour ist wirklich ein Erlebnis für sich, und so gibt es auch viele Geschichten über das Metrofahren. Einmal soll eine Frau zwischen all den Menschen und bei voller Fahrt ihr Baby bekommen haben. Ein andermal, als eine Bekannte von mir es einfach nicht schaffte, zwischen den Menschen hindurch zum Ausgang zu gelangen, reichte ihr ein Mann über die Köpfe hinweg seinen Arm und zog sie wie am Lasso aus dem Wagen. Das hätte wohl jedem Beziehungsfilm als romantischer Startpunkt genügt. Einem Freund von mir, der täglich fast zwei Stunden zur Uni zurücklegt, passierte es, dass er seinen Lernhefter aus Versehen fallen ließ. An bücken und aufheben war nicht zu denken, da die Personen im Wagen viel zu dicht standen, und so wurde es zum echten Teamwork mit den anderen Fahrgästen, um den Hefter wieder hoch zu bugsieren.

Es sind diese komischen Momente, an die ich denken muss, wenn ich wieder einmal alle Rundungen meiner Mitreisenden zu spüren bekomme. Dann beginne ich trotz der Enge in der Metro heimlich zu schmunzeln.

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  02.09.2013
Autor: Anni
Rubrik: orientieren
02.09.2013

Mein Freiwilliges Jahr

Glückssaft mit Orangen

Seit ein oder zwei Monaten treffe ich mich einmal die Woche mit einer Freundin vom Freiwilligendienst, um in der Nähe unserer Arbeit frühstücken zu gehen.

Ich liebe diese Frühstückstradition! Wenn ich alleine bin, nehme ich mir nie so viel Zeit für die morgendliche Nahrungsaufnahme, habe nur trockenes Müsli im Haus oder esse meine Banane zwischen Tür und Angel – doch bei diesen gemütlichen Treffen zelebrieren wir das Frühstück regelrecht und die Zeit vergeht wie im Flug. Zudem gibt es viele schöne Restaurants rund um unser Büro und so probieren wir immer wieder neue Angebote aus.

Mein Lieblingsgericht sind derzeit Enchiladas mit Käse. Das sind Maistortillas, die mit einem zart-saftigen Käse gefüllt sind und in grüner oder roter Salsa fast ertränkt werden. Mitunter wird zum Nachtisch Obst serviert und zum Essen gibt es frischgepressten Orangensaft, außerdem reichlich Kaffee. Ein anderes traditionelles Gericht sind Eier, Bohnen und Tortillas oder Tomatenreis mit Salsa. Auch die Obstsalate mit Müsli schmecken toll – ach, am liebsten würde ich noch viel öfter frühstücken gehen, denn so startet man so wunderbar in den Tag!

Als ich neulich dann auch noch in einer Studie über Faktoren, die das Lebensglück fördern, lesen konnte, dass häufiges Essengehen dazu beträgt, hat mich das wenig überrascht und in dem Vorhaben bestätigt, die letzten Tage in Mexiko mit Glückssaft und Orangen zu füllen.

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  15.08.2013
Autor: Anni
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15.08.2013

Mein Freiwilliges Jahr

Diegos schwarzer Traum

Frida Kahlo und Diego Rivera sind die beiden in Deutschland bekanntesten mexikanischen Künstler. Ich bin mir sogar fast sicher, dass die beiden bekannter sind als der Name des derzeitigen mexikanischen Präsidenten. Na gut, vielleicht auch nicht – doch Fakt ist, dass Diegos Museum fast vergessen ist, während das Frida-Haus floriert.

Da die Eintrittskarte für eines der Museen gleichzeitig auch für das andere gilt, haben eine Freundin und ich die Chance ergriffen, sein Museum nach dem Frida-Haus auch noch zu erkunden. Tatsächlich liegt dieses etwas abseits und der Weg dorthin ist nur spärlich ausgeschildert. Also fragten wir uns eben durch. Umso überraschender eröffnete sich uns der plötzliche Anblick einer schwarzen Pyramide aus Vulkangestein, die sich majestätisch über graue Mauern, kleine Autowerkstätten und Tante-Emma-Läden erhob.

Das Museum war Diegos letztes Werk. Es sollte ein Volksmuseum werden, in welchem er seine Sammlung von präkolumbianischen Tonfiguren der Allgemeinheit zu Gute kommen lassen wollte, damit alle Mexikaner etwas über ihre Herkunft lernen könnten. Dieser Plan scheint bisher nicht aufgegangen zu sein, denn obwohl der Ort einen Besuch lohnt und es sogar Gratis-Führungen durch alle drei Etagen gibt, verirrt sich unter der Woche kaum ein Besucher dorthin – und die geschenkte Eintrittskarte wirkt eher wie der verzweifelte Versuch, das Kulturgut dem Vergessen zu entreißen – hoffentlich gelingt es!

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  12.08.2013
Autor: Anni
Rubrik: orientieren
12.08.2013