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Mein Freiwilliges Jahr

Glückssaft mit Orangen

Seit ein oder zwei Monaten treffe ich mich einmal die Woche mit einer Freundin vom Freiwilligendienst, um in der Nähe unserer Arbeit frühstücken zu gehen.

Ich liebe diese Frühstückstradition! Wenn ich alleine bin, nehme ich mir nie so viel Zeit für die morgendliche Nahrungsaufnahme, habe nur trockenes Müsli im Haus oder esse meine Banane zwischen Tür und Angel – doch bei diesen gemütlichen Treffen zelebrieren wir das Frühstück regelrecht und die Zeit vergeht wie im Flug. Zudem gibt es viele schöne Restaurants rund um unser Büro und so probieren wir immer wieder neue Angebote aus.

Mein Lieblingsgericht sind derzeit Enchiladas mit Käse. Das sind Maistortillas, die mit einem zart-saftigen Käse gefüllt sind und in grüner oder roter Salsa fast ertränkt werden. Mitunter wird zum Nachtisch Obst serviert und zum Essen gibt es frischgepressten Orangensaft, außerdem reichlich Kaffee. Ein anderes traditionelles Gericht sind Eier, Bohnen und Tortillas oder Tomatenreis mit Salsa. Auch die Obstsalate mit Müsli schmecken toll – ach, am liebsten würde ich noch viel öfter frühstücken gehen, denn so startet man so wunderbar in den Tag!

Als ich neulich dann auch noch in einer Studie über Faktoren, die das Lebensglück fördern, lesen konnte, dass häufiges Essengehen dazu beträgt, hat mich das wenig überrascht und in dem Vorhaben bestätigt, die letzten Tage in Mexiko mit Glückssaft und Orangen zu füllen.

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  15.08.2013
Autor: Anni
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15.08.2013

Mein Freiwilliges Jahr

Diegos schwarzer Traum

Frida Kahlo und Diego Rivera sind die beiden in Deutschland bekanntesten mexikanischen Künstler. Ich bin mir sogar fast sicher, dass die beiden bekannter sind als der Name des derzeitigen mexikanischen Präsidenten. Na gut, vielleicht auch nicht – doch Fakt ist, dass Diegos Museum fast vergessen ist, während das Frida-Haus floriert.

Da die Eintrittskarte für eines der Museen gleichzeitig auch für das andere gilt, haben eine Freundin und ich die Chance ergriffen, sein Museum nach dem Frida-Haus auch noch zu erkunden. Tatsächlich liegt dieses etwas abseits und der Weg dorthin ist nur spärlich ausgeschildert. Also fragten wir uns eben durch. Umso überraschender eröffnete sich uns der plötzliche Anblick einer schwarzen Pyramide aus Vulkangestein, die sich majestätisch über graue Mauern, kleine Autowerkstätten und Tante-Emma-Läden erhob.

Das Museum war Diegos letztes Werk. Es sollte ein Volksmuseum werden, in welchem er seine Sammlung von präkolumbianischen Tonfiguren der Allgemeinheit zu Gute kommen lassen wollte, damit alle Mexikaner etwas über ihre Herkunft lernen könnten. Dieser Plan scheint bisher nicht aufgegangen zu sein, denn obwohl der Ort einen Besuch lohnt und es sogar Gratis-Führungen durch alle drei Etagen gibt, verirrt sich unter der Woche kaum ein Besucher dorthin – und die geschenkte Eintrittskarte wirkt eher wie der verzweifelte Versuch, das Kulturgut dem Vergessen zu entreißen – hoffentlich gelingt es!

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  12.08.2013
Autor: Anni
Rubrik: orientieren
12.08.2013

Mein Freiwilliges Jahr

Piel por los Derechos Humanos

„Piel por los Derechos Humanos“ (Haut für die Menschenrechte) – diesen Titel trug das Fotoshooting, das vergangene Woche im gemütlichen Zuhause eines Mitarbeiters und Freundes von Amnesty International stattfand. Er ist der Verantwortliche für die Kommunikationsabteilung. In Vorbereitung der Kampagne für die sexuellen und reproduktiven Menschenrechte, die ab 2014 durchstarten wird, hatte sein Bereich die Idee, eigene Fotos zu entwerfen, um sie der internationalen Bewegung später zur Verfügung zu stellen.

So trafen wir uns am Mittwochabend nach der Arbeit, um die Hüllen fallen zu lassen. Ich fühlte mich dabei zunächst etwas unsicher, denn es waren nicht nur bekannte Gesichter vor Ort. Das Ausziehen kostete nicht nur mir viel Überwindung, doch danach wurde das Fotoshooting sehr entspannt. Mit blauer Farbe schrieben wir uns gegenseitig Worte wie „Gleichberechtigung“, „Freiheit“, „Recht“ und „Diversität“ in verschiedenen Sprachen auf Arme, Beine, Rücken und Bäuche.

Ich hatte das Wort „Protest“ gewählt und durfte erstaunt feststellen, dass sich dieses in vielen Sprachen sehr ähnelt. So ist es beispielsweise „protest“ im Polnischen, Slowenischen und Englischen, „protesta“ im Spanischen und Italienischen und „protesto“ auf Türkisch und Portugiesisch.

Auf den Fotos der Endversion sind wir dann übrigens nicht mehr klar zu erkennen, da diese in der Bildbearbeitung zu schwarzen Silhouetten verblendet werden. Die Worte leuchten dann weiß und erscheinen wie eingebrannt in unsere Körper.

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  05.08.2013
Autor: Anni
Rubrik: orientieren
05.08.2013