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Mein Freiwilliges Jahr

Der Tunnel hinterm Wasserfall

Die Zeit vergeht wie im Flug. Mittlerweile bleiben mir nur noch knapp zwei Monate in Mexiko und ich denke bereits darüber nach, was ich unbedingt noch machen möchte, bevor es wieder zurück nach Deutschland und zum Studium geht. Heute kann ich einen meiner wichtigsten Pläne nun gedanklich abhaken: das Schwimmen in heißen Thermalquellen, genannt Aguas Termales.

Eine Freundin empfahl mir bereits vor einiger Zeit, die heißen Quellen der Grotten von Tolantongo im Bundestaat Hidalgo. Es brauchte dennoch zahlreiche Anläufe, bis mein Freund und ich uns auf den etwa dreistündigen Weg bis Ixmiquilpan machten. Der kleine Ort stellte sich als überraschend hübsch heraus und so blieben wir über Nacht, um im Zentrum einen Esquites zu essen (ein typischer mexikanischer Snack) und beim Brunnen der Göttin Dianadas gemütliche Treiben der Stadt zu beobachten.

Am nächsten Tag brachen wir früh auf. Schon von den Bergketten, über die unser kleiner Bus ruckelte, konnten wir den türkisblauen Fluss erkennen, der sich heiß und mineralhaltig durch die Landschaft schlängelt. Doch Tolantongo bietet mehr! Es gibt erfrischend-kühle Wasserfälle, deren kaltes Oberflächenwasser direkt in den heißen Quellsprung fällt, welcher Höhlen in das dahinter-liegende Gestein gegraben und jahrhundertealte Tropfmuster hinterlassen hat.

Die eine Höhle gleicht einem schmalen Stollen, der in ein kleines Wasserbecken mündet. Dort ist es so heiß wie in einer Sauna und man kann kaum atmen. Die andere Höhle formt eine weitläufige Grotte mit sprudelnden Wasserfällen, welche eine prima Rückenmassage liefern. In den Winkeln der Grotte finden sich weitere Höhlen, in die das Sonnenlicht kaum vordringt, doch Seile weisen den Weg und gelegentlich leuchteten die Rettungsschwimmer sie mit ihren Taschenlampen aus.

Die Grutas von Tolantongo sind wirklich die schönsten Thermalquellen, die ich je gesehen habe!

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  12.07.2013
Autor: Anni
Rubrik: orientieren
12.07.2013

Mein Freiwilliges Jahr

Ein Sonntag im anthropologischen Museum

Das anthropologische Museum von Mexiko-Stadt ist eines der wichtigsten Museen der Stadt. In den Rankings der sehenswertesten Plätze von Mexiko rangiert es auf den vorderen Plätzen und am kostenfreien Sonntag stehen viele mexikanische Familien mit ihren Kindern Schlange, um die Sicherheitskontrollen am Eingang zu passieren.

Zudem ist das Museum einfach riesig. Schon allein der Innenhof würde einen Fußballplatz locker in sich aufnehmen, und aufgrund der umfangreichen Sammlung genießt das Museum auch international hohes Ansehen.

Alles in allem waren dies für mich und ein paar Freunde genügend Gründe, um das Museum auf die Liste der Aktivitäten zu setzen, die wir vor unserer Abreise noch sehen/erleben wollen. Letzten Sonntag war es dann so weit: Wir trafen uns am Eingang, um uns geduldig in die Schlange der Wartenden einzureihen.

Mit unseren Visa durften wir umsonst passieren, um den grünen Innenhof zu betreten, von dem aus viele Türen ins Innere des Museums führen. Zunächst wandten wir uns nach rechts, wo uns die Ursprungsgeschichte des Menschen erwartete. Nach Epochen sortiert fanden sich anschließend Zeugnisse von den Tolteken, den Azteken und den Maya, von welchen sich Töpferwaren, Grabnachbildungen und andere Relikte fanden. Videos, Audios, Puppen-Arrangements und Nachbauten versuchen den Betrachtern den Alltag, die Wirtschaft, Religion und Kultur der vergangenen Zivilisationen näherzubringen.

Im oberen Teil des Gebäudes folgte schließlich die zeitgenössische Ausstellung über den modernen Mensch und indigene Völker, die in Mexiko leben. Dort angekommen, wurden uns bereits die Beine schwer und jedes Video wurde umso spannender, wenn es eine Sitzmöglichkeit bot. So beschlossen wir schließlich, ohne alles gesehen zu haben, den Museumssonntag zugunsten eines deftigen Mittagessens zu beenden.

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  03.07.2013
Autor: Anni
Rubrik: orientieren
03.07.2013

Mein Freiwilliges Jahr

Was assoziierst du mit dem Wort "verschwinden"?

Ich hätte bis vor kurzem zuerst an Gegenstände gedacht: an einen einzelnen Ohrring ohne sein passendes Gegenstück, an Handschuhe, Mützen und Schals, die in der U-Bahn liegen geblieben sind; an ein Buch, das fragt: „Wo ist das Land der verschwundenen Dinge?“ Seit ich in Mexiko bin, denke ich jedoch zu allererst an Menschen. Menschen, die von heute auf morgen nicht mehr auftauchen und deren Familienangehörige verzweifelt bei den Behörden von Tür zu Tür gehen und meist abgewiesen werden. Sie starten schließlich oft ihre eigene Suche.

Der heute veröffentlichte Report von Amnesty Mexiko erzählt die Geschichte dieser Familien und die Probleme, mit denen sie alltäglich kämpfen müssen. Bei der Veranstaltung zur Veröffentlichung sprachen einige von ihnen: Brenda machte den Anfang. Gehüllt in ein rotes Seidenkleid, die schwarzen Haare locker hinter den Schultern, erfüllte ihre Wut und Trauer den Saal, als sie von dem Schicksal ihres jüngeren Bruders sprach: seiner Unschuld, seinen Träumen; ihrer Suche nach ihm, Schmähschriften, Drohbriefen.

Anschließend sprach Lucía. Ihr Sohn verschwand vor zwei Jahren auf dem Weg nach Monterrey. Sie bittet eindrücklich um Erleichterung von der Qual und der tiefen Ungewissheit über seinen Verbleib. Gegen Ende ihres Beitrages rief ein Gast aus dem Publikum laut und wütend in die Veranstaltung hinein: „Lebend haben sie sie uns genommen, lebend wollen wir sie wiederhaben!“

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  25.06.2013
Autor: Anni
Rubrik: orientieren
25.06.2013