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Mein Freiwilliges Jahr

Der Jahrmarkt der Kulturen

Es ist Jahrmarkt in der Stadt. Rund um die Siegessäule mit dem Engel der Unabhängigkeit, dem „Angel de Independencia“, wurden Buden und Stände aufgebaut, um den „Jahrmarkt befreundeter Kulturen“zu begehen.

Auf dem Jahrmarkt sind mehr als 75 Länder vertreten, die ihre Kulturen und Landschaften präsentieren. Sie kommen aus allen Kontinenten: Afrika, Asien, Australien, Europa und Amerika. Interessanterweise hat sogar Palästina einen eigenen Stand, wenngleich nicht in unmittelbarer Nachbarschaft zu Israel.

In den Pavillons werden Bilder gezeigt, Accessoires, Kunsthandwerk und Kleidung verkauft, Workshops, Konzerte und Tanzpräsentationen geboten und am allerwichtigsten: Es gibt Getränke und Speisen in reichen Mengen. Es ist ein wahrer Gaumengenuss!

Als ich mich durch die Buden und Menschenmassen schlängelte, wehte mir ein verheißungsvoller Geruch aus vielen Ländern entgegen. In El Salvador gab es gebratene Bananen gefüllt mit einer sahneartigen Creme, Thailand hatte Riesenportionen von gebratenem Reis und Nudeln mit Litschi-Eis, in Peru naschte ich eine Karamell-Süßigkeit; Deutschland verkaufte Bratwurst, Bier und Apfelkuchen und die Schweiz den besten Schokoladenkuchen.

Mein Bauch war bereits nach einer halben Stunde so gefüllt, dass ich, müde vom vielen Essen und den tausenden Sonntagsausflüglern, beschloss, besser nochmal unter der Woche den Jahrmarkt zu besuchen, um mit einem guten Hunger weitere Speisen und Getränke zu kosten.

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  07.06.2013
Autor: Anni
Rubrik: orientieren
07.06.2013

Mein Freiwilliges Jahr

Neue Wände im Kinderzimmer

Vor sechs Jahren bin ich von zu Hause ausgezogen und habe begonnen, in Rostock zu studieren. Damals schon hatte ich meinen Eltern vorgeschlagen, mein ehemaliges Kinderzimmer für sich zu nutzen und nach ihren Wünschen zu verändern. Ich riet ihnen, einen Bastel- und Sportraum draus zu machen, damit sie einen ruhigen Ort für die fünf Tibeter am Morgen, die Gymnastik am Abend und die Nähmaschine hätten. Einen Ort, wo sie die Bastel- und Sport-Accessoires einfach liegen lassen und die Tür hinter sich schließen können.

Damals weigerten sie sich noch, aus dem Zimmer etwas Schönes für sich zu machen. Über die Jahre konnte ich dann sehen, wie der Raum allmählich zu einer Abstellkammer für ausrangierte Möbel, Bilder und Kleidungsstücke wurde, obwohl sie einen geräumigen Dachboden mit viel Lagerplatz haben.

Nach meiner letzten Rückkehr aus Mexiko habe ich dann sehr viel von meinem alten Kinderkram weggeschmissen. Ich wollte die unnützen Tagebücher, die von Liebeskummer und anderen Herz-Wehwehchen erzählen, bannen; alte Schulmaterialien folgten, sinnfreie Staubfänger, Postkarten, Briefe, Fotos, Bilder ... Vieles ging in den Müll. Zurück blieb eine Auswahl dessen, was mich an glückliche Momente erinnert und ein deutlich leereres Zimmer.

Kurz vor meiner erneuten Abreise nach Mexiko stellte meine Mutter dann tatsächlich ihre Nähmaschine dort ab und die Möbel und Bilder wanderten auf den Dachboden. Und beim letzten Skypen bin ich fast aus allen Wolken gefallen: Meine Eltern saßen vor einer neuen Tapete im ehemaligen Kinderzimmer. Sie haben dem Zimmer einen neuen Anstrich verpasst und auch andere Möbel reingestellt. Es ist nun tatsächlich zu einem Bastel- und Gästezimmer geworden. Ich freue mich sehr darüber und hoffe, dass ich mich nach meiner Rückkehr dort für ein paar Tage einnisten kann.

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  27.05.2013
Autor: Anni
Rubrik: orientieren
27.05.2013

Mein Freiwilliges Jahr

Endlich wieder Internet

Seitdem ich von zu Hause ausgezogen bin, telefoniere ich wöchentlich mit meinen Eltern und nach Gelegenheit mit einigen Freunden und Freundinnen. Wir erzählen uns vieles: vom Außergewöhnlichen und Alltäglichen – was uns eben gerade beschäftigt.

Seitdem ich in Mexiko bin, telefonieren wir übers Internet. Nachdem meine Mitbewohner und ich unsere WG eröffnet haben, hat es fast einen Monat gedauert, bis wir Internet im Haus hatten. Meinen Eltern erzählte ich in dieser Zeit nicht nur mehr vieles, sondern vieles auch doppelt. Wir wiederholten die Worte füreinander dreimal, fünfmal, füllten hörverständlichen Lücken aus und amüsierten uns über stehen-gebliebene Bildsequenzen. Skype ist eine kreative Herausforderung, wenn einem nichts weiter als das schwache Signal der Nachbarn zur Verfügung steht...

Vor dem Start in den Freiwilligendienst hatte uns unsere Entsendeorganisation, der Internationale Bund (IB), vorgeschlagen, in diesem Jahr auf Internet und PC zu verzichten. Ich bin mir sicher, hätte ich diesen Rat befolgt, würde ich nun Stammmitglied mit Jahresabo und eigenem Schreibtisch in einem Internetcafé sein. Ich würde mich mit der ganzen Belegschaft duzen, uns Kaffee kochen und ihnen die Kekse wegfuttern. Sie würden mich zu Geburtstagen einladen und mir den Schlüssel dalassen, damit ich noch in Ruhe etwas zu Ende schreiben kann, obwohl sie in den Feierabend gehen.

Internet ist für mich erstaunlich essentiell geworden. Ich nutze das Web nicht nur für Telefonate. Es ist meine Zeitung, mein Radio, mein Veranstaltungskalender, meine Bibliothek, meine Studienverwaltung, meine Bank, mein Stadtplan, mein Wörterbuch, mein Briefkasten, meine Enzyklopädie, mein Berater bei Produkten und leichten Erkrankungen – das Internet ist während der letzten sieben Jahre ein fester Bestandteil meines Lebens geworden und ein unersetzlicher Helfer in vielen Angelegenheiten. Also, herzlich willkommen zurück, alter Freund!

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  14.05.2013
Autor: Anni
Rubrik: orientieren
14.05.2013