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Mein freiwilliges Jahr

Ein trauriges & ernstes Wiedersehen

Vor kurzem besuchte ich meine ehemaligen Kolleginnen einer Frauenrechtsorganisation in Oaxaca, wo ich 2011 ein halbes Jahr lang Praktikum gemacht hatte. Während des Praktikums hatte ich viel zum Thema „Gewalt gegen Frauen“ erfahren. Auf meine Anfrage hin, sie in der Organisation besuchen zu dürfen, luden sie mich direkt zu einer Demonstration gegen die Feminizide ein. Damit sind Morde am weiblichen Geschlecht aus Gründen gesellschaftlicher Abwertung gemeint. Trotz der heftigen Thematik eilte ich erwartungsvoll zu der Demonstration. Ich hoffte auf die Möglichkeit, mit ein paar Mitgliedern sprechen zu können, und Informationen zum Thema zu erhalten.

Es kam jedoch ganz anders: Da viele Personen auf der Demo mit Sonnenbrillen und Mützen waren, fragte ich gleich zu Beginn eine in die Vorbereitungen involvierte Frau, ob sie die Mitarbeiterinnen kenne. Diese erzählte mir daraufhin, dass ihre 16-jährige Tochter erst vergangenen Montag ermordet worden war und zeigte mir ein Foto von ihr. Der Täter war unbekannt. Erschrocken zog ich mich an den Rand zurück. Nicht zuletzt weil sich bereits die Polizei eingefunden hatte, um die Demonstranten zu beobachten. Als ich endlich meine ehemaligen Kolleginnen ausmachen konnte, stellte ich fest, dass diese sehr beschäftigt waren. Nicht nur mit den Vorbereitungen an sich, sondern auch innerlich mit der Thematik. Sie erwogen sogar, in den Hungerstreik zu treten, um die Regierung zu veranlassen, die ernste Thematik anzugehen.

So war das Wiedersehen angesichts der Schwere nicht so herzlich, wie ich mir gewünscht hätte – der Moment war einfach ungünstig. Die Suche nach Informationen habe ich jedenfalls auf einen späteren Moment verschoben. Der nächste Besuch wird dann besser in den Räumlichkeiten ihres Büros stattfinden.

Autor: Anni  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  06.05.2013
Autor: Anni
Rubrik: auszeit nach dem abi
06.05.2013

Mein Freiwilliges Jahr

Alte und neue Freunde

Letztes Wochenende bin ich nach Oaxaca gefahren, um Freunde zu treffen, in mein Lieblingscafé zu gehen und Tlayudas zu essen. Viele meiner Bekannten sind noch dort, andere sind wegen der Arbeit umgezogen.

In meiner Abwesenheit hat sich viel getan. So konnte ich den Babybauch einer Freundin bestaunen, die ihr Kind in zwei Monaten bekommt. Eine andere Freundin arbeitet nun als Philosophie-Lehrerin und ihr Bücherschrank biegt sich unter der Last von unzähligen Platon- und Aristoteles-Büchern. Ein Freund wiederum hat seinen Traum in die Tat umgesetzt und mir die erste Ausgabe seiner eigenen Zeitschrift präsentiert.

Es ist schön so viele positive Veränderungen bei meinen Freunden sehen zu können!!! Mit meinem Besuch kam auch gleich die nächste Einladung und so werde ich hoffentlich bald wieder in Oaxaca sein.

Freundschaften waren für mich schon immer ein wichtiges Thema. Insbesondere wenn wieder ein Wechsel des Lebensorts anstand. Einige Freundschaften pflege ich schon seit vielen Jahren, obwohl wir nur wenige Momente direkt miteinander teilen. Wir skypen miteinander, schreiben uns E-Mails, Briefe und Postkarten und nutzen die seltenen Gelegenheiten, um uns zu treffen.

Viele meiner derzeitigen Freunde im DF, wo ich gerade lebe, habe ich bei der Arbeit kennengelernt. Hier in Mexiko ist die Unterscheidung zwischen Arbeits- und Privatsphäre nicht so stark wie in Deutschland, weshalb es leichter ist, Anschluss zu finden.

Kollegen sind auch Freunde. Sie treffen sich privat, gehen zusammen ins Kino und zum Feiern. Zudem sind die Mitarbeiter und Freiwilligen von Amnesty International insgesamt sehr jung. Fast alle sind unter 35 Jahre alt und da ich fast den ganzen Tag mit ihnen verbringe, sind sie neben meinen Mitbewohnern, meine engsten Vertrauten hier. Oh, wobei ... auch mein einer Mitbewohner ist Freiwilliger bei Amnesty.

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  02.05.2013
Autor: Anni
Rubrik: orientieren
02.05.2013

Mein Freiwilliges Jahr

"Ja, bringt die Arbeit denn was?"

Seit meiner Tätigkeit bei Amnesty International wurde ich schon des Öfteren von Verwandten und Freunden gefragt: „Ja, bringt die Arbeit der Organisation denn überhaupt was?“ Die Frage kann ich klar mit einem „Ja“ beantworten. Vor wenigen Tagen ist ein Ereignis eingetreten, welches ich mit auf die Beweisliste setzen kann: Die Unterzeichnung des UN-Waffenabkommens.

In Mexiko wurde dieses Thema seit 2003 bearbeitet und auch ich konnte während meiner Tätigkeit bei der Organisation wiederholt Briefe schreiben, damit Mexiko seine Unterstützung des Abkommens national und international kommuniziert. Andere Briefe, die wir schrieben, gingen an die USA, Deutschland, China, Frankreich und Russland. Kurz bevor ich ankam, im Sommer 2012, hatte unsere Sektion einen gelben Panzer im Originalmaßstab nachgebaut, dieses Jahr legten wir der US-Botschaft eine Reihe von Kindersärgen aus Pappmaschee vor die Haustür. Wir sammelten tausende Unterschriften zum Thema, Kinder malten ihre Vorstellungen zur Waffenkontrolle und uns erreichten viele Solidaritätsbotschaften zum Thema „Kindersoldaten“. Diese wurden vor allem von Schülern geschrieben und gemalt. Zudem veranstaltete die Sektion viele Treffen mit Regierung und Botschaften, um den Diskurs über den Vertrag und die Notwendigkeit einer internationalen Waffenkontrolle aufrechtzuerhalten.

Natürlich hat nicht nur Amnesty an diesem Thema gearbeitet, allein in Mexiko waren über 100 weitere Organisationen involviert, ganz zu schweigen von dem weltweiten Engagement, das es zu dem Thema gab. Wenngleich der Vertrag nicht perfekt ist, ist seine Existenz dennoch mal wieder eine gute Nachricht für die Menschenrechte. So traf sich unsere Sektion am Tag der Verabschiedung des Vertrages auch kurzerhand im Gemeinschaftssaal unseres Büros, um das Ereignis mit einer großen, saftigen Schokoladentorte zu feiern.

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  23.04.2013
Autor: Anni
Rubrik: orientieren
23.04.2013