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Mein Freiwilliges Jahr

"Ja, bringt die Arbeit denn was?"

Seit meiner Tätigkeit bei Amnesty International wurde ich schon des Öfteren von Verwandten und Freunden gefragt: „Ja, bringt die Arbeit der Organisation denn überhaupt was?“ Die Frage kann ich klar mit einem „Ja“ beantworten. Vor wenigen Tagen ist ein Ereignis eingetreten, welches ich mit auf die Beweisliste setzen kann: Die Unterzeichnung des UN-Waffenabkommens.

In Mexiko wurde dieses Thema seit 2003 bearbeitet und auch ich konnte während meiner Tätigkeit bei der Organisation wiederholt Briefe schreiben, damit Mexiko seine Unterstützung des Abkommens national und international kommuniziert. Andere Briefe, die wir schrieben, gingen an die USA, Deutschland, China, Frankreich und Russland. Kurz bevor ich ankam, im Sommer 2012, hatte unsere Sektion einen gelben Panzer im Originalmaßstab nachgebaut, dieses Jahr legten wir der US-Botschaft eine Reihe von Kindersärgen aus Pappmaschee vor die Haustür. Wir sammelten tausende Unterschriften zum Thema, Kinder malten ihre Vorstellungen zur Waffenkontrolle und uns erreichten viele Solidaritätsbotschaften zum Thema „Kindersoldaten“. Diese wurden vor allem von Schülern geschrieben und gemalt. Zudem veranstaltete die Sektion viele Treffen mit Regierung und Botschaften, um den Diskurs über den Vertrag und die Notwendigkeit einer internationalen Waffenkontrolle aufrechtzuerhalten.

Natürlich hat nicht nur Amnesty an diesem Thema gearbeitet, allein in Mexiko waren über 100 weitere Organisationen involviert, ganz zu schweigen von dem weltweiten Engagement, das es zu dem Thema gab. Wenngleich der Vertrag nicht perfekt ist, ist seine Existenz dennoch mal wieder eine gute Nachricht für die Menschenrechte. So traf sich unsere Sektion am Tag der Verabschiedung des Vertrages auch kurzerhand im Gemeinschaftssaal unseres Büros, um das Ereignis mit einer großen, saftigen Schokoladentorte zu feiern.

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  23.04.2013
Autor: Anni
Rubrik: orientieren
23.04.2013

Mein Freiwilliges Jahr

Kommen und Gehen: ein fliegender Wechsel

Da Amnesty International auf Basis von Freiwilligen arbeitet, verändern sich die Gesichter in der Organisation alle halbe Jahre. Ich konnte einen dieser Wechsel miterleben, da meine weltwärts-Stelle auf ein ganzes Jahr angelegt ist. Nun bin ich schon sieben Monate hier und auch mein Jahr neigt sich langsam dem Ende zu. Das wurde mir ganz bewusst, als ich vor kurzem meine Nachfolgerin bei einem Auswahlgespräch via Skype kennenlernte.

Bei meiner Entsendeorganisation, dem Internationalen Bund (IB), hatte ich mich bereits im Dezember, ein dreiviertel Jahr vor der Ausreise beworben. Auf die Stelle war ich aufmerksam geworden, als ich bei der Suche nach einem Praktikum die Internetpräsenz der weltwärts-Webseite durchsuchte. In einer Nacht- und Nebel-Aktion schrieb ich damals meine Bewerbung und hatte mich riesig gefreut, als ich kurz danach eine Einladung zu einem Kennenlernseminar erhielt.

Die Schritte danach waren zähflüssiger. Als ich Ende Februar vom IB Bescheid bekam, dass sie sich eine Zusammenarbeit mit mir vorstellen können, schickte ich rasch meinen Lebenslauf und ein Motivationsschreiben an Amnesty. Einen Monat später erhielt ich die Einladung zum Vorstellungsgespräch und zwei Tage danach den Bescheid, dass ich ganz sicher angenommen war. Ich war überglücklich.

Von da an folgten andere schwierige Schritte: Ich musste das Spendengeld sammeln, da auch beim Freiwilligendienst eine gewisse Summe als Eigenbeteiligung gefordert wird. Zudem fuhr ich auf zwei Ausreiseseminare, die uns auf den Auslandsaufenthalt vorbereiten sollten. Da es für mich die zweite Ausreise nach Mexiko darstellte, hatte ich diesmal einen leichteren Start. Ich fand bereits am ersten Wochenende eine Wohnung und habe seit meiner Rückkehr viele alte Freunde getroffen. Auch an die Vollzeittätigkeit bei Amnesty habe ich mich inzwischen gewöhnt und bin sehr zufrieden mit der Arbeit.

Das Gefühl, dass es bald wieder nach Deutschland zurückgehen soll, ist da ganz seltsam, doch die nächste Generation weltwärts-Freiwilliger des Internationalen Bundes steht bereits auf der Matte und bereitet sich auf den Auslandsaufenthalt vor.

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  19.04.2013
Autor: Anni
Rubrik: orientieren
19.04.2013

Mein Freiwilliges Jahr

Ostern in der Sierra Gorda

Die Osterfeierlichkeiten dauern in Mexiko eine ganze Woche. Während dieser Zeit werden die Kirchen mit violetten Stoffen und Bändern geschmückt, es finden Festumzüge statt und die meisten Angestellten bekommen wenigstens zwei Tage frei. Als Freiwillige bei Amnesty hatten wir es besonders gut, denn uns wurde die ganze Woche zugestanden. Daher nutzten mein Freund und ich die Gelegenheit, um in eine Gegend zu reisen, in der wir zuvor noch nie gewesen waren: den Bundesstaat Querétaro.

Am Montag, eine Woche vor Ostern, machten wir uns auf den Weg. Die erste Nacht kamen wir bei einer Freundin unter. Wir wurden herzlich aufgenommen und im Nachtschein der Stadt konnten wir ein kilometerlanges Aquädukt bestaunen. Gleich am nächsten Tag ging es dann weiter in die Sierra Gorda, die „dicken Bergketten”, wo der Nebel die Wälder umhüllte und ein sanfter Nieselregen uns die trockene Kakteenlandschaft der Tiefebene vergessen ließ.

In der Sierra besuchten wir drei Orte, wovon einer schöner sein sollte als der andere. So wanderten wir zunächst zu einem schlanken Wasserfall, der aus einer berauschenden Höhe den Weg in die Tiefe fand, um sich in einem grünblau-glitzernden Wasserbecken wieder zu beruhigen.

Auf dem Weg zum nächsten Ort, Puente de Dios (Brücke Gottes) balancierten wir auf Holzleitern über einen wild fließenden Bach entlang den Wänden einer schmalen Schlucht. Die großen Felsbrocken machten den Weg zum Abenteuer. Die Puente ist eine Höhle mit zwei Öffnungen, die mehrere kleine Wasserfälle in sich vereint, und von deren Decke Tropfsteine hängen. Da uns an dieser Stelle die Nacht einholte, schafften wir gerade noch, unser Zelt aufzustellen, bevor die Sonne verschwand und der Schein der ersten Glühwürmchen im rauschenden Gewässer reflektierte.

Der dritte Ort, zu dem wir fuhren, der Sótano del Barro, war die größte Herausforderung: Etwas mehr als zwei Stunden bestiegen wir einen steilen Berg, um zu einem mehr 400 Meter tiefen Loch in der Erde zu gelangen, in welchem Papageienkolonien leben. Wir konnten direkt an den Abgrund treten, an dessen Rand der freie Fall beginnt. So genoss ich nach einem kurzen Blick in die Tiefe die fantastische Aussicht lieber von einem Felsbrocken in sicherem Abstand.

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  16.04.2013
Autor: Anni
Rubrik: orientieren
16.04.2013