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Mein Freiwilliges Jahr

Alte und neue Freunde

Letztes Wochenende bin ich nach Oaxaca gefahren, um Freunde zu treffen, in mein Lieblingscafé zu gehen und Tlayudas zu essen. Viele meiner Bekannten sind noch dort, andere sind wegen der Arbeit umgezogen.

In meiner Abwesenheit hat sich viel getan. So konnte ich den Babybauch einer Freundin bestaunen, die ihr Kind in zwei Monaten bekommt. Eine andere Freundin arbeitet nun als Philosophie-Lehrerin und ihr Bücherschrank biegt sich unter der Last von unzähligen Platon- und Aristoteles-Büchern. Ein Freund wiederum hat seinen Traum in die Tat umgesetzt und mir die erste Ausgabe seiner eigenen Zeitschrift präsentiert.

Es ist schön so viele positive Veränderungen bei meinen Freunden sehen zu können!!! Mit meinem Besuch kam auch gleich die nächste Einladung und so werde ich hoffentlich bald wieder in Oaxaca sein.

Freundschaften waren für mich schon immer ein wichtiges Thema. Insbesondere wenn wieder ein Wechsel des Lebensorts anstand. Einige Freundschaften pflege ich schon seit vielen Jahren, obwohl wir nur wenige Momente direkt miteinander teilen. Wir skypen miteinander, schreiben uns E-Mails, Briefe und Postkarten und nutzen die seltenen Gelegenheiten, um uns zu treffen.

Viele meiner derzeitigen Freunde im DF, wo ich gerade lebe, habe ich bei der Arbeit kennengelernt. Hier in Mexiko ist die Unterscheidung zwischen Arbeits- und Privatsphäre nicht so stark wie in Deutschland, weshalb es leichter ist, Anschluss zu finden.

Kollegen sind auch Freunde. Sie treffen sich privat, gehen zusammen ins Kino und zum Feiern. Zudem sind die Mitarbeiter und Freiwilligen von Amnesty International insgesamt sehr jung. Fast alle sind unter 35 Jahre alt und da ich fast den ganzen Tag mit ihnen verbringe, sind sie neben meinen Mitbewohnern, meine engsten Vertrauten hier. Oh, wobei ... auch mein einer Mitbewohner ist Freiwilliger bei Amnesty.

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  02.05.2013
Autor: Anni
Rubrik: orientieren
02.05.2013

Mein Freiwilliges Jahr

"Ja, bringt die Arbeit denn was?"

Seit meiner Tätigkeit bei Amnesty International wurde ich schon des Öfteren von Verwandten und Freunden gefragt: „Ja, bringt die Arbeit der Organisation denn überhaupt was?“ Die Frage kann ich klar mit einem „Ja“ beantworten. Vor wenigen Tagen ist ein Ereignis eingetreten, welches ich mit auf die Beweisliste setzen kann: Die Unterzeichnung des UN-Waffenabkommens.

In Mexiko wurde dieses Thema seit 2003 bearbeitet und auch ich konnte während meiner Tätigkeit bei der Organisation wiederholt Briefe schreiben, damit Mexiko seine Unterstützung des Abkommens national und international kommuniziert. Andere Briefe, die wir schrieben, gingen an die USA, Deutschland, China, Frankreich und Russland. Kurz bevor ich ankam, im Sommer 2012, hatte unsere Sektion einen gelben Panzer im Originalmaßstab nachgebaut, dieses Jahr legten wir der US-Botschaft eine Reihe von Kindersärgen aus Pappmaschee vor die Haustür. Wir sammelten tausende Unterschriften zum Thema, Kinder malten ihre Vorstellungen zur Waffenkontrolle und uns erreichten viele Solidaritätsbotschaften zum Thema „Kindersoldaten“. Diese wurden vor allem von Schülern geschrieben und gemalt. Zudem veranstaltete die Sektion viele Treffen mit Regierung und Botschaften, um den Diskurs über den Vertrag und die Notwendigkeit einer internationalen Waffenkontrolle aufrechtzuerhalten.

Natürlich hat nicht nur Amnesty an diesem Thema gearbeitet, allein in Mexiko waren über 100 weitere Organisationen involviert, ganz zu schweigen von dem weltweiten Engagement, das es zu dem Thema gab. Wenngleich der Vertrag nicht perfekt ist, ist seine Existenz dennoch mal wieder eine gute Nachricht für die Menschenrechte. So traf sich unsere Sektion am Tag der Verabschiedung des Vertrages auch kurzerhand im Gemeinschaftssaal unseres Büros, um das Ereignis mit einer großen, saftigen Schokoladentorte zu feiern.

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  23.04.2013
Autor: Anni
Rubrik: orientieren
23.04.2013

Mein Freiwilliges Jahr

Kommen und Gehen: ein fliegender Wechsel

Da Amnesty International auf Basis von Freiwilligen arbeitet, verändern sich die Gesichter in der Organisation alle halbe Jahre. Ich konnte einen dieser Wechsel miterleben, da meine weltwärts-Stelle auf ein ganzes Jahr angelegt ist. Nun bin ich schon sieben Monate hier und auch mein Jahr neigt sich langsam dem Ende zu. Das wurde mir ganz bewusst, als ich vor kurzem meine Nachfolgerin bei einem Auswahlgespräch via Skype kennenlernte.

Bei meiner Entsendeorganisation, dem Internationalen Bund (IB), hatte ich mich bereits im Dezember, ein dreiviertel Jahr vor der Ausreise beworben. Auf die Stelle war ich aufmerksam geworden, als ich bei der Suche nach einem Praktikum die Internetpräsenz der weltwärts-Webseite durchsuchte. In einer Nacht- und Nebel-Aktion schrieb ich damals meine Bewerbung und hatte mich riesig gefreut, als ich kurz danach eine Einladung zu einem Kennenlernseminar erhielt.

Die Schritte danach waren zähflüssiger. Als ich Ende Februar vom IB Bescheid bekam, dass sie sich eine Zusammenarbeit mit mir vorstellen können, schickte ich rasch meinen Lebenslauf und ein Motivationsschreiben an Amnesty. Einen Monat später erhielt ich die Einladung zum Vorstellungsgespräch und zwei Tage danach den Bescheid, dass ich ganz sicher angenommen war. Ich war überglücklich.

Von da an folgten andere schwierige Schritte: Ich musste das Spendengeld sammeln, da auch beim Freiwilligendienst eine gewisse Summe als Eigenbeteiligung gefordert wird. Zudem fuhr ich auf zwei Ausreiseseminare, die uns auf den Auslandsaufenthalt vorbereiten sollten. Da es für mich die zweite Ausreise nach Mexiko darstellte, hatte ich diesmal einen leichteren Start. Ich fand bereits am ersten Wochenende eine Wohnung und habe seit meiner Rückkehr viele alte Freunde getroffen. Auch an die Vollzeittätigkeit bei Amnesty habe ich mich inzwischen gewöhnt und bin sehr zufrieden mit der Arbeit.

Das Gefühl, dass es bald wieder nach Deutschland zurückgehen soll, ist da ganz seltsam, doch die nächste Generation weltwärts-Freiwilliger des Internationalen Bundes steht bereits auf der Matte und bereitet sich auf den Auslandsaufenthalt vor.

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  19.04.2013
Autor: Anni
Rubrik: orientieren
19.04.2013