Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Mein Freiwilliges Jahr

Kommen und Gehen: ein fliegender Wechsel

Da Amnesty International auf Basis von Freiwilligen arbeitet, verändern sich die Gesichter in der Organisation alle halbe Jahre. Ich konnte einen dieser Wechsel miterleben, da meine weltwärts-Stelle auf ein ganzes Jahr angelegt ist. Nun bin ich schon sieben Monate hier und auch mein Jahr neigt sich langsam dem Ende zu. Das wurde mir ganz bewusst, als ich vor kurzem meine Nachfolgerin bei einem Auswahlgespräch via Skype kennenlernte.

Bei meiner Entsendeorganisation, dem Internationalen Bund (IB), hatte ich mich bereits im Dezember, ein dreiviertel Jahr vor der Ausreise beworben. Auf die Stelle war ich aufmerksam geworden, als ich bei der Suche nach einem Praktikum die Internetpräsenz der weltwärts-Webseite durchsuchte. In einer Nacht- und Nebel-Aktion schrieb ich damals meine Bewerbung und hatte mich riesig gefreut, als ich kurz danach eine Einladung zu einem Kennenlernseminar erhielt.

Die Schritte danach waren zähflüssiger. Als ich Ende Februar vom IB Bescheid bekam, dass sie sich eine Zusammenarbeit mit mir vorstellen können, schickte ich rasch meinen Lebenslauf und ein Motivationsschreiben an Amnesty. Einen Monat später erhielt ich die Einladung zum Vorstellungsgespräch und zwei Tage danach den Bescheid, dass ich ganz sicher angenommen war. Ich war überglücklich.

Von da an folgten andere schwierige Schritte: Ich musste das Spendengeld sammeln, da auch beim Freiwilligendienst eine gewisse Summe als Eigenbeteiligung gefordert wird. Zudem fuhr ich auf zwei Ausreiseseminare, die uns auf den Auslandsaufenthalt vorbereiten sollten. Da es für mich die zweite Ausreise nach Mexiko darstellte, hatte ich diesmal einen leichteren Start. Ich fand bereits am ersten Wochenende eine Wohnung und habe seit meiner Rückkehr viele alte Freunde getroffen. Auch an die Vollzeittätigkeit bei Amnesty habe ich mich inzwischen gewöhnt und bin sehr zufrieden mit der Arbeit.

Das Gefühl, dass es bald wieder nach Deutschland zurückgehen soll, ist da ganz seltsam, doch die nächste Generation weltwärts-Freiwilliger des Internationalen Bundes steht bereits auf der Matte und bereitet sich auf den Auslandsaufenthalt vor.

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  19.04.2013
Autor: Anni
Rubrik: orientieren
19.04.2013

Mein Freiwilliges Jahr

Ostern in der Sierra Gorda

Die Osterfeierlichkeiten dauern in Mexiko eine ganze Woche. Während dieser Zeit werden die Kirchen mit violetten Stoffen und Bändern geschmückt, es finden Festumzüge statt und die meisten Angestellten bekommen wenigstens zwei Tage frei. Als Freiwillige bei Amnesty hatten wir es besonders gut, denn uns wurde die ganze Woche zugestanden. Daher nutzten mein Freund und ich die Gelegenheit, um in eine Gegend zu reisen, in der wir zuvor noch nie gewesen waren: den Bundesstaat Querétaro.

Am Montag, eine Woche vor Ostern, machten wir uns auf den Weg. Die erste Nacht kamen wir bei einer Freundin unter. Wir wurden herzlich aufgenommen und im Nachtschein der Stadt konnten wir ein kilometerlanges Aquädukt bestaunen. Gleich am nächsten Tag ging es dann weiter in die Sierra Gorda, die „dicken Bergketten”, wo der Nebel die Wälder umhüllte und ein sanfter Nieselregen uns die trockene Kakteenlandschaft der Tiefebene vergessen ließ.

In der Sierra besuchten wir drei Orte, wovon einer schöner sein sollte als der andere. So wanderten wir zunächst zu einem schlanken Wasserfall, der aus einer berauschenden Höhe den Weg in die Tiefe fand, um sich in einem grünblau-glitzernden Wasserbecken wieder zu beruhigen.

Auf dem Weg zum nächsten Ort, Puente de Dios (Brücke Gottes) balancierten wir auf Holzleitern über einen wild fließenden Bach entlang den Wänden einer schmalen Schlucht. Die großen Felsbrocken machten den Weg zum Abenteuer. Die Puente ist eine Höhle mit zwei Öffnungen, die mehrere kleine Wasserfälle in sich vereint, und von deren Decke Tropfsteine hängen. Da uns an dieser Stelle die Nacht einholte, schafften wir gerade noch, unser Zelt aufzustellen, bevor die Sonne verschwand und der Schein der ersten Glühwürmchen im rauschenden Gewässer reflektierte.

Der dritte Ort, zu dem wir fuhren, der Sótano del Barro, war die größte Herausforderung: Etwas mehr als zwei Stunden bestiegen wir einen steilen Berg, um zu einem mehr 400 Meter tiefen Loch in der Erde zu gelangen, in welchem Papageienkolonien leben. Wir konnten direkt an den Abgrund treten, an dessen Rand der freie Fall beginnt. So genoss ich nach einem kurzen Blick in die Tiefe die fantastische Aussicht lieber von einem Felsbrocken in sicherem Abstand.

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  16.04.2013
Autor: Anni
Rubrik: orientieren
16.04.2013

Mein Freiwilliges Jahr

Zwei mexikanische Hochzeiten

Als ich vor zwei Jahren in Oaxaca wohnte, wurde ich gleich zu Beginn von meinen Bekannten zu vielen verschiedenen Feiern mitgenommen: Karneval, Rodeo, Familiengeburtstage, Live-Musik und religiöse Feste. Etwas ganz besonderes war für mich, dass ich auch auf eine Hochzeit gehen konnte.

Das war eine sehr traditionelle Feier. Sie fand in einem Tanzsalon statt, der aus einem großen Zelt bestand, welches kurzerhand auf der Straße errichtet worden war und genau zwischen den beiden Häuserzeilen Platz fand. Die Autos mussten somit einen Bogen fahren. Die Braut und der Bräutigam waren noch sehr jung, wohl erst um die 20 Jahre alt. Eines der Geschenke, das ihnen gemacht wurde, war ein Truthahn in einem Flechtkorb. Mit dem Geschenk auf dem Kopf tanzte der Schenkende eine Weile zu der typischen Kapellen-Blasmusik, bevor er den Korb samt Inhalt überreichte.

Auch dieses Jahr hatte ich das Glück, auf eine Hochzeit eingeladen zu werden. Es heiratete die Cousine meines Freundes und ich begleitete ihn zu dem Fest. So konnte ich einen zweiten Eindruck vom Heiraten in Mexiko erhalten. Diesmal war es eine viel modernere Feier. Die Braut wurde von einer Reihe von Brautjungfern in pinken Festkleidern begleitet, es spielte eine Salsa-Band, alle Geschenke waren in weißes oder silbernes Papier gewickelt und für die Kinder war ein Trampolin aufgestellt worden.

Dennoch, beide Feiern hatten auch viele Gemeinsamkeiten: Live-Musik, eine volle Tanzfläche und über 150 geladene Gäste. Zudem wurde auf beiden Feiern ein Stuhltanz getanzt, bei dem versucht wird, Braut und Bräutigam von ihren Stühlen zu schubsen, um ihren Zusammenhalt zu testen. Das Paar steht sich dabei gegenüber und hält einen Schal in der Hand, der sie verbindet. Die engsten Vertrauten des Paares stützen sie, damit sie nicht so einfach fallen können. Die anderen Gäste bilden eine Polonaise und dürfen schubsen. Es hat wirklich viel Spaß gemacht!

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  10.04.2013
Autor: Anni
Rubrik: orientieren
10.04.2013