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Mein Freiwilliges Jahr

Zwei mexikanische Hochzeiten

Als ich vor zwei Jahren in Oaxaca wohnte, wurde ich gleich zu Beginn von meinen Bekannten zu vielen verschiedenen Feiern mitgenommen: Karneval, Rodeo, Familiengeburtstage, Live-Musik und religiöse Feste. Etwas ganz besonderes war für mich, dass ich auch auf eine Hochzeit gehen konnte.

Das war eine sehr traditionelle Feier. Sie fand in einem Tanzsalon statt, der aus einem großen Zelt bestand, welches kurzerhand auf der Straße errichtet worden war und genau zwischen den beiden Häuserzeilen Platz fand. Die Autos mussten somit einen Bogen fahren. Die Braut und der Bräutigam waren noch sehr jung, wohl erst um die 20 Jahre alt. Eines der Geschenke, das ihnen gemacht wurde, war ein Truthahn in einem Flechtkorb. Mit dem Geschenk auf dem Kopf tanzte der Schenkende eine Weile zu der typischen Kapellen-Blasmusik, bevor er den Korb samt Inhalt überreichte.

Auch dieses Jahr hatte ich das Glück, auf eine Hochzeit eingeladen zu werden. Es heiratete die Cousine meines Freundes und ich begleitete ihn zu dem Fest. So konnte ich einen zweiten Eindruck vom Heiraten in Mexiko erhalten. Diesmal war es eine viel modernere Feier. Die Braut wurde von einer Reihe von Brautjungfern in pinken Festkleidern begleitet, es spielte eine Salsa-Band, alle Geschenke waren in weißes oder silbernes Papier gewickelt und für die Kinder war ein Trampolin aufgestellt worden.

Dennoch, beide Feiern hatten auch viele Gemeinsamkeiten: Live-Musik, eine volle Tanzfläche und über 150 geladene Gäste. Zudem wurde auf beiden Feiern ein Stuhltanz getanzt, bei dem versucht wird, Braut und Bräutigam von ihren Stühlen zu schubsen, um ihren Zusammenhalt zu testen. Das Paar steht sich dabei gegenüber und hält einen Schal in der Hand, der sie verbindet. Die engsten Vertrauten des Paares stützen sie, damit sie nicht so einfach fallen können. Die anderen Gäste bilden eine Polonaise und dürfen schubsen. Es hat wirklich viel Spaß gemacht!

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  10.04.2013
Autor: Anni
Rubrik: orientieren
10.04.2013

Mein Freiwilliges Jahr

Ein Marathon geht zu Ende

Jedes Jahr im Dezember ruft Amnesty International dazu auf, Briefe für bedrohte Personen zu schreiben oder Petitionen im Internet zu unterzeichnen. Diese Aktion wird Briefmarathon genannt und stellt eine der zahlreichen Aktionen der Organisation dar, an der auch die mexikanische Sektion teilnimmt.

Dieses Jahr konzentrierte sich die mexikanische Sektion von Ai auf sechs Fälle aus Lateinamerika, welche in dem kürzlich publizierten Bericht über die Lage der Menschenrechtsverteidiger Lateinamerikas vorgestellt wurde. Neben Mexiko arbeiteten wir zu Fällen aus Brasilien, Kuba, Guatemala, Honduras und Kolumbien, welche uber soziale Netzwerke und die Aktivisten in den Ortsgruppen publiziert wurden.

Als wir Mitte März mehr als 4.300 Unterschriften gesammelt hatten, beschlossen wir, dass es Zeit wurde, diese an die Botschaften zu überreichen. An dieser Stelle begann für mich meine Hauptaktivität. Hatte ich zuvor die Unterschriften empfangen und für die Statistik registriert, galt es nun, deren Übergabe vorzubereiten: Das heißt, ich begann Briefe über die Vorfälle und Empfehlungen von Amnesty an die jeweiligen Regierungen zu verfassen, sichtete das Unterschriftenmaterial, lud die Online-Unterschriften herunter, packte alles zusammen zu repräsentativen Päckchen, suchte die besten Fahrtrouten heraus und Freiwillige, die Zeit zum Post austragen hatten.

Zum Glück erklärte sich schnell eine Person bereit nach Lomas de Chapultepec mit dem Auto zu fahren, mit der Metro wäre das nämlich gar nicht möglich gewesen. Ich selbst übernahm das Viertel Polanco, in welchem sieben Botschaften relativ dicht beieinander lagen. fordern.

Am folgenden Tag schwang ich mich am frühen Nachmittag auf mein Rad und fuhr Richtung Polanco. Die Botschaften waren leicht zu finden und die Übergabe verlief unkompliziert. Dennoch brauchte ich mehrere Stunden, um die ganze Post auszuliefern und war am Ende des Tages total erschöpft.

Mit dem Stift in der Hand und dem Notizbuch vor der Nase schlief ich ein und erwachte erst einige Stunden später, ganz erstaunt, dass es mittlerweile Mitternacht war. So ging ich schlafen und der Brief-(boten)-Marathon ging auch für mich zu Ende.

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  08.04.2013
Autor: Anni
Rubrik: orientieren
08.04.2013

Mein freiwilliges Jahr

Ein Wochenende mit Gästen

Nach drei Wochen reisen und einer 24-stündigen Busfahrt sind mein Bruder und eine Freundin wieder in Mexiko-Stadt angekommen. Frisch gebräunt und noch nach Meer und Sonne riechend, stapften sie Ende letzter Woche bei Amnesty ins Büro, um mich von der Arbeit abzuholen. Nachdem wir ihre enorm großen Rucksäcke bei mir zu Hause abgestellt hatten und mit einem Snack aus Oaxaca-Käse und Tlayudas (getrocknete, tellergroße Tortillas) den ersten Hunger gestillt hatten, gingen wir in ein benachbartes Café, um in Ruhe zu essen und ein Bier zu genießen.

Meine beiden Gäste zeigten sich ganz begeistert von Mexiko und erzählten mir von ihren Reiseabenteuern, Highlights und Begleitern. Da ich an den meisten Orten schon selbst gewesen bin, fiel es mir leicht, ihren Beschreibungen zu folgen und mir die Städte und Landschaften ins Gedächtnis zu rufen. Es hat mich wirklich gefreut, dass ihnen das Land so gut gefallen hat.

Am nächsten Tag war ich nur halbtags arbeiten, um den Nachmittag mit meinen Gästen zu verbringen. Wir gingen ins Museum Memoria y Tolerancia, welches über den Holocaust und weitere Genozide berichtet. Freunde hatten mir zwar schon gesagt, dass das Museum gut sein soll, dennoch war ich positiv überrascht. Die Themen sind gut aufbereitet, das Museum ist interaktiv gestaltet, spielt mit seiner Räumlichkeit und verfügt über eine Reihe interessanter Exponate. Nachdem uns etliche Schulklassen überholt hatten, beschleunigten auch wir unseren Schritt, denn die frostige Kälte des Gebäudes und der Zeitzeugnisse kroch uns dann doch allmählich in die Knochen...

Für den Samstag hatten wir einen Ausflug mit einigen meiner Freunde geplant. Früh morgens brachen wir auf, um nach Malinalco zu fahren. Malinalco ist eines der pueblos mágicos, ein magisches Dorf. Dieses Label kennzeichnet Orte, welche für den Tourismus besonders attraktiv sein sollen. Und tatsächlich hat uns das Dorf gut gefallen: Auf dem Marktplatz wurden raffinierte Kunstarbeiten, duftendes Essen und das regional-berühmte Eis feilgeboten. Ich aß eine Kugel Geschmack der Götter und hätte am liebsten noch fünf Liter davon mitgenommen! Neben dem Marktplatz, gab es eine Ruine zu besichtigen. Ein schmaler Aufstieg führte über zahlreiche Treppenstufen zu den Resten eines aztekischen Tempels. Von dem Hügel aus ließ sich die ganze Ortschaft überblicken bis zu den angrenzenden Bergen.

Inzwischen sind meine beiden Besucher wieder nach Deutschland geflogen und ihr Alltag geht weiter, genauso wie meiner hier.

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  03.04.2013
Autor: Anni
Rubrik: orientieren
03.04.2013