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Mein Freiwilliges Jahr

Besuch und Umzug

Letztes Wochenende ist mein erster Besuch aus Deutschland angekommen: Mein Bruder und eine gemeinsame Freundin von uns. Beide sind zum ersten Mal in Mexiko und es ist sehr schön, ihnen meine Lieblingsecken zeigen zu können.

So haben wir uns gleich am nächsten Tag in den Trubel gestürzt: Quesadilla-Frühstück auf dem benachbarten Markt, Radtour auf der sonntags autofreien „Reforma“, ein Picknick im botanischen Garten von Chapultepec und ein Kaffee in Coyoacan, einem Stadtteil, dem man noch seinen dörflichen Ursprung ansieht. Der Kunsthandwerkermarkt dort hat uns allen gefallen und so wurden auch gleich die ersten Souvenirs gekauft. Abends sind wir dann per Zufall bei einem Kurzfilmfestival gelandet, welches von Studenten organisiert wurde. Wir hatten wirklich Glück, die letzten Stühle zu erwischen.

Es war ein schöner Tag, doch da ich montags wieder arbeiten musste, konnte ich meine Besucher gar nicht mehr begleiten. Nach einem weiteren Tag in der Stadt und einem Besuch im anthropologischen Museum sind meine Gäste schließlich weitergefahren. Die Stadt war ihnen doch etwas zu groß, anstrengend und dreckig, um so richtig Urlaub machen und sich erholen zu können. Jetzt sind sie in den bunten, kolonial-indigenen Bundesstaaten Oaxaca und Chiapas unterwegs, schreiben mir von dort Mails aus meinen Lieblings-Cafés und schicken Fotos mit strahlend blauem Himmel vom Pazifik. Gegen Ende ihrer Rundreise haben wir dann nochmal Zeit für uns, denn sie kommen mich ein zweites Mal besuchen.

Bis dahin bin ich umgezogen und in meiner neuen WG. Nach dem ersten halben Jahr in einer reinen Zweck-Unterkunft habe ich ein paar Freunde gefunden, mit denen ich nun zusammenziehen möchte. Die Wohnung ist auf den ersten Blick etwas schäbig, doch nachdem wir dieses Wochenende die Wände bunt gestrichen und Blätter und Bäume an die Wand gemalt haben, sieht es gleich ganz anders aus. Morgen ziehe ich um und muss jetzt noch meine Taschen packen.

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  18.03.2013
Autor: Anni
Rubrik: orientieren
18.03.2013

Mein freiwilliges Jahr

Einblick in den Beruf eines Frauenarztes

Zur Zeit bin ich zu Besuch bei meiner Tante in Jacksonville, Florida. Als ich geplant habe, sie und ihre Familie zu besuchen, dachte ich, ich könnte bei ihr im Krankenhaus ein kleines Praktikum machen. Letztendlich hat das aber leider aus versicherungstechnischen Gründen nicht geklappt. Netterweise hat sie mir aber trotzdem angeboten, mit ihr in die Praxis zu gehen und nur zuzuschauen. Das ist ja auch schon mal was. So kann man vielleicht einen Eindruck bekommen, wie das Berufsbild eines Arztes sein könnte. Meine Tante arbeitet ein paar Tage pro Woche in ihrer Praxis und an den anderen Tagen. Dort ist sie im Kreißsaal. Da ich nicht mit ins Klinikum gehen konnte, weil man dafür unheimlich viele Papiere ausfüllen muss und ich das ein bisschen verschlafen hatte, bin ich an einem Praxistag mitgekommen. So konnte ich mir anschauen, wie meine Tante mit ihren Patienten umgeht und bei Untersuchungen dabei sein. Danach musste meine Tante immer ganz schön viel am Computer ausfüllen und registrieren. Das Registrierzeug sah nicht so spaßig aus, aber mit Patienten reden und sie untersuchen hat wirklich angenehm auf mich gewirkt. Eine schöne Mischung aus naturwissenschaftlichen Aufgaben und Kontakt mit Menschen. Man erfährt von sehr interessanten Schicksalen… Ich glaube, mir würde die Arbeit meiner Tante ganz gut gefallen.

Am nächsten Tag durfte ich sogar mit zu einer OP gehen, bei der einer Patientin die Gebärmutter laptroskopisch entfernt werden sollte. Das heißt, dass mithilfe einer Kamera operiert wird und man die Patientin in diesem Fall nicht aufschneidet und dadurch natürlich weniger verletzt. Trotzdem ist mir ein bisschen anders geworden und ich konnte mir irgendwie nicht vorstellen, dass solch ein brutaler Eingriff jemandem guttun oder gar helfen kann. Aber glücklicherweise muss ja nicht jeder Arzt Chirurg werden.

Autor: Maja  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  12.02.2013
Autor: Maja
Rubrik: auszeit nach dem abi
12.02.2013

Mein Freiwilliges Jahr

Pulque und Salsa

Die letzten Tage konnte ich einige, kleine Entdeckungen machen, die mich ehrlich gesagt fasziniert haben und von denen ich euch kurz berichten möchte.

Es fing mit einem Abschied an Einige Freiwillige, die nach einem halben Jahr ihren sozialen Dienst beendet hatten, haben uns verlassen. Um den Abschied gebührend zu feiern, sind wir in eine Pulquería gegangen. Wisst ihr, was eine Pulquería ist? Ich glaube, man muss schon ein Weilchen in Mexiko gewesen sein, um einen solchen Ort kennenzulernen. Denn im Gegensatz zu seinen berühmten Kollegen, dem Tequila und dem Mezcal, ist der Pulque ein eher unbekannter Zeitgenosse. Pulque ist ein alkoholisches Getränk aus fermentiertem Agavensaft, der angeblich aus vorkolumbianischer Zeit stammt, wo er für Rituale und Zauber gebraucht wurde. Er hat eine leicht schleimige Konsistenz und einen sehr säuerlichen Geschmack, weshalb ich ihn eigentlich nicht mag. Aber das hat sich geändert, denn in der Pulquería wird das Getränk regelrecht zelebriert und in verschiedenen Variationen angeboten – sogar mit Nüssen. An einem alten Diskomaten konnte man für ein paar Pesos Songs auswählen und alle haben getanzt.

Das Tanzen hat mich und eine Freundin daran erinnert, dass wir bereits seit Monaten Salsa lernen wollen. Am nächsten Tag war es dann so weit und wir setzten diesen lange gehegten Plan in die Tat um. Da wir aber zu spät kamen, war die offizielle Übungsstunde schon vorbei. Doch wir hatten Glück, denn der Salsa-Lehrer sah unser Laientum und zeigte uns ein paar Schritte und die Grundfiguren. So fegten wir kurz darauf bereits über das Parkett und drehten uns um die eigene Achse, bis wir müde wurden. Ganz begeistert von diesem Abend und dem Tanz schaffen wir es hoffentlich öfter ‚salsen‘ zu gehen.

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  11.02.2013
Autor: Anni
Rubrik: orientieren
11.02.2013