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Mein freiwilliges Jahr

Einblick in den Beruf eines Frauenarztes

Zur Zeit bin ich zu Besuch bei meiner Tante in Jacksonville, Florida. Als ich geplant habe, sie und ihre Familie zu besuchen, dachte ich, ich könnte bei ihr im Krankenhaus ein kleines Praktikum machen. Letztendlich hat das aber leider aus versicherungstechnischen Gründen nicht geklappt. Netterweise hat sie mir aber trotzdem angeboten, mit ihr in die Praxis zu gehen und nur zuzuschauen. Das ist ja auch schon mal was. So kann man vielleicht einen Eindruck bekommen, wie das Berufsbild eines Arztes sein könnte. Meine Tante arbeitet ein paar Tage pro Woche in ihrer Praxis und an den anderen Tagen. Dort ist sie im Kreißsaal. Da ich nicht mit ins Klinikum gehen konnte, weil man dafür unheimlich viele Papiere ausfüllen muss und ich das ein bisschen verschlafen hatte, bin ich an einem Praxistag mitgekommen. So konnte ich mir anschauen, wie meine Tante mit ihren Patienten umgeht und bei Untersuchungen dabei sein. Danach musste meine Tante immer ganz schön viel am Computer ausfüllen und registrieren. Das Registrierzeug sah nicht so spaßig aus, aber mit Patienten reden und sie untersuchen hat wirklich angenehm auf mich gewirkt. Eine schöne Mischung aus naturwissenschaftlichen Aufgaben und Kontakt mit Menschen. Man erfährt von sehr interessanten Schicksalen… Ich glaube, mir würde die Arbeit meiner Tante ganz gut gefallen.

Am nächsten Tag durfte ich sogar mit zu einer OP gehen, bei der einer Patientin die Gebärmutter laptroskopisch entfernt werden sollte. Das heißt, dass mithilfe einer Kamera operiert wird und man die Patientin in diesem Fall nicht aufschneidet und dadurch natürlich weniger verletzt. Trotzdem ist mir ein bisschen anders geworden und ich konnte mir irgendwie nicht vorstellen, dass solch ein brutaler Eingriff jemandem guttun oder gar helfen kann. Aber glücklicherweise muss ja nicht jeder Arzt Chirurg werden.

Autor: Maja  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  12.02.2013
Autor: Maja
Rubrik: auszeit nach dem abi
12.02.2013

Mein Freiwilliges Jahr

Pulque und Salsa

Die letzten Tage konnte ich einige, kleine Entdeckungen machen, die mich ehrlich gesagt fasziniert haben und von denen ich euch kurz berichten möchte.

Es fing mit einem Abschied an Einige Freiwillige, die nach einem halben Jahr ihren sozialen Dienst beendet hatten, haben uns verlassen. Um den Abschied gebührend zu feiern, sind wir in eine Pulquería gegangen. Wisst ihr, was eine Pulquería ist? Ich glaube, man muss schon ein Weilchen in Mexiko gewesen sein, um einen solchen Ort kennenzulernen. Denn im Gegensatz zu seinen berühmten Kollegen, dem Tequila und dem Mezcal, ist der Pulque ein eher unbekannter Zeitgenosse. Pulque ist ein alkoholisches Getränk aus fermentiertem Agavensaft, der angeblich aus vorkolumbianischer Zeit stammt, wo er für Rituale und Zauber gebraucht wurde. Er hat eine leicht schleimige Konsistenz und einen sehr säuerlichen Geschmack, weshalb ich ihn eigentlich nicht mag. Aber das hat sich geändert, denn in der Pulquería wird das Getränk regelrecht zelebriert und in verschiedenen Variationen angeboten – sogar mit Nüssen. An einem alten Diskomaten konnte man für ein paar Pesos Songs auswählen und alle haben getanzt.

Das Tanzen hat mich und eine Freundin daran erinnert, dass wir bereits seit Monaten Salsa lernen wollen. Am nächsten Tag war es dann so weit und wir setzten diesen lange gehegten Plan in die Tat um. Da wir aber zu spät kamen, war die offizielle Übungsstunde schon vorbei. Doch wir hatten Glück, denn der Salsa-Lehrer sah unser Laientum und zeigte uns ein paar Schritte und die Grundfiguren. So fegten wir kurz darauf bereits über das Parkett und drehten uns um die eigene Achse, bis wir müde wurden. Ganz begeistert von diesem Abend und dem Tanz schaffen wir es hoffentlich öfter ‚salsen‘ zu gehen.

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  11.02.2013
Autor: Anni
Rubrik: orientieren
11.02.2013

Mein Freiwilliges Jahr

Kulturschock

Ich hatte mich in den letzten sechs Monaten total an den lateinamerikanischen Lebensstil gewöhnt: die Leute leben meistens recht bescheiden, es gibt Busse von überall nach überall, man kann an jeder Ecke halbwegs günstig essen, selten sieht man ein Smartphone, es gibt nur wenige, sehr alte Autos… Als ich in Miami aus dem Flughafen rausgekommen bin, konnte ich meinen Augen gar nicht trauen, so schick und sauber war alles. Das hat aber nicht nur seine positive Seite. In Mexiko hätte ich für ungefähr zehn Euro mit einem klapprigen Taxi vom Flughafen in die Stadt fahren können. In Miami hätte das Vergnügen im funkelnden Mercedes 55 Dollar gekostet! So habe ich also einen „Shared Van" genommen und bin erst drei Stunden später im Hotel angekommen, nachdem ungefähr fünf andere Hotels abgeklappert worden waren.

Da waren wir also: meine Mama, meine Tante und ich. Wir haben uns im Hotel getroffen und ich habe mich riesig gefreut, die beiden zu sehen. Wir sind am Strand spazieren gegangen und haben die Art Deco Häuser bewundert. Ich habe mich gefreut, noch mal kubanisches Spanisch zu hören, denn in Miami wohnen offensichtlich sehr viele Kubaner. Hier läuft auch fast alles zweisprachig – auf Englisch und Spanisch. So konnte ich also noch gemütlich auf Spanisch weiter brabbeln. Als wir dann allerdings Richtung Norden zu einem State Park gefahren sind, musste ich auf Englisch umstellen. Und auch wenn ich vor einem halben Jahr Abi in Englisch gemacht habe, hat das Spanisch leider einiges zunichte gemacht.

Besonders toll fand ich die Seekühe, die zum Überwintern an die heißen Quellen, „Blue Springs“ genannt, kommen. Neben diesen Quellen gibt es für die Besucher eine spezielle Plattform, von denen aus man die Seekühe gut beobachten kann. Am nächsten Tag haben wir noch eine Bootsfahrt gemacht und Schildkröten, Alligatoren und viele, viele Vögel gesehen. In Mexiko mag es zwar mindestens so schöne Natur geben, aber so erschlossen wie in den USA ist sie nicht. Sowohl Beobachtungsplattformen als auch Schiffe, auf denen einem Flora und Fauna erklärt werden, sind in Mexiko eine extreme Seltenheit. Irgendwie hab ich mich trotzdem etwas fehl am Platz gefühlt, bei so viel Luxus und so vielen alten Leuten.

Autor: Maja  |  Rubrik: orientieren  |  23.01.2013
Autor: Maja
Rubrik: orientieren
23.01.2013