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Mein Freiwilliges Jahr

Wieso, weshalb, warum? – wer nicht fragt, bleibt dumm!

Vergangene Woche lud meine Krankenhausdirektion erneut zum FSJ-Forum ein, eine Gesprächsrunde, an der sich alle derzeitigen FSJler beteiligen und mit der Direktion oder dem Vorstand des Krankenhauses sprechen. Diesmal stand die Veranstaltung unter dem Thema Ausbildung.
Das Krankenhaus ist nämlich ein Lehrkrankenhaus für Auszubildende und Studierende.
Ich habe mich schon sehr auf dieses Treffen gefreut, da ich von einer Ausbildung im Haus nicht abgeneigt bin.
Nachdem die Veranstaltungsleiter ein paar Eckdaten über das Krankenhaus genannt hatten, stellten die Bereichsleiter die jeweiligen Ausbildungsberufe vor. Das war sehr interessant und nützlich, da ich Hinweise für meine Bewerbung bekam und außerdem noch ein paar interessante Fakten sammeln konnte. Im Anschluss hatte ich die Möglichkeit, direkt mit den aktuellen Auszubildenden der jeweiligen Fachrichtung zu sprechen. Ich sprach zum Beispiel mit Hebammenschülern oder OTAs (Operationstechnische Assistenz) über deren Ausbildungsalltag. Mit den Gesundheits- und Krankenpflegern konnte ich mich bereits auf der Station unterhalten.
Zum Schluss sprach ich auch noch mit der Bereichspflegeleitung der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Auch sie hat mir noch einige Hinweise für das Bewerbungsverfahren mitgegeben. Außerdem freut sie sich schon auf meine Bewerbung. Ich konnte also schon im Vorfeld einen guten Eindruck hinterlassen.
Das Positive an meinem Freiwilligenjahr ist, dass ich automatisch zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen werde und Vorteile gegenüber anderen Bewerbern habe. Schließlich arbeite ich ja auch schon ein Jahr lang in dem Unternehmen und die jeweilige Station konnte sich schon ein gutes Bild von mir machen. Zu Beginn hatte ich sehr starke Zweifel, ob ich das Jahr wirklich machen sollte. Mittlerweile bin ich aber sehr glücklich und zufrieden mit meiner Einsatzstelle und meiner Arbeit. Und wer weiß, vielleicht geht meine berufliche Zukunft auch direkt in dem Unternehmen weiter? Ich werde euch auf dem Laufenden halten!

Autor: Lydia  |  Rubrik: orientieren  |  17.01.2018

Mein Freiwilliges Jahr

Mit Vollgas ins neue Jahr!

Auch im neuen Jahr musste ich am Ball bleiben, was meine Zeit nach dem FSJ anging. Mein Freiwilligenjahr läuft noch ein paar Monate – was mache ich dann? Ich möchte weiterhin Medizin studieren, aber was, wenn ich wieder nicht zugelassen werde? Also schrieb ich wieder Bewerbungen, zum einen für ein paar Ausbildungsstellen zur Notfallsanitäterin überall in Deutschland, zum anderen für Ausbildungen im Pflegebereich bei uns im Krankenhaus. Immerhin habe ich dort ja schon viel Praxiserfahrung gesammelt – vielleicht erhöht das meine Chancen.
Außerdem lernte ich fleißig für den Test für medizinische Studiengänge sowie den HamNat, den Auswahltest für medizinische Studiengänge der Uniklinik Hamburg-Eppendorf. Auch wenn ich noch nicht weiß, ob ich zu Letzterem zugelassen werde, möchte ich mich schon vorbereiten, denn die Einladung erfolgt wenige Tage vor dem Test, da bleibt nicht mehr viel Zeit zum Üben.
Das ganze Bewerben und Lernen erinnert mich stark an mein letztes Schuljahr. Damals dachte ich, dass genau diese Phase irgendwann ein Ende hat. Und gefühlt habe ich mich gar nicht weiterentwickelt, immerhin kreisen genau die gleichen Fragen in meinem Kopf wie vor einem Jahr – einzig das Wort „Abi“ wurde durch das Wort „FSJ“ ersetzt. Was mache ich nach meinem FSJ? Welchen Weg soll ich gehen? Ich muss zugeben, diese Ungewissheit ist echt frustrierend. Während meine Freunde nach dem Abi alle schon eine Ausbildung bekommen haben oder studieren, wird bei mir noch eine gewisse Zeit vergehen, bevor ich diese Fragen endlich beantworten kann.
Aber ich weiß, dass sich das FSJ lohnt, denn ich lerne viele neue Dinge eines Krankenhausalltags kennen. Ich bin ein sehr zielstrebiger Mensch und wenn ich etwas erreichen will, muss ich eben auch durch diese Zeit durch. Klar, ich könnte auch einfach irgendetwas anderes studieren. Aber warum eine Sache halbherzig tun, wenn doch die volle Leidenschaft dabei sein kann? Ich möchte auch später nicht in einem Beruf arbeiten, der mir keine Freude bereitet. Und was wäre das Leben ohne Hindernisse, die wir bewältigen müssen? Das wäre ja langweilig!

Autor: Lydia  |  Rubrik: orientieren  |  11.01.2018

Mein Freiwilliges Jahr

„Privilegien und Machtdifferenzen“

Nun sind schon vier Monate meiner Freiwilligenzeit um. Vor Weihnachten fand die dritte Seminarwoche statt. Schon in der Vorbereitungsmail wurde das Thema „Privilegien und Machtdifferenzen“ angekündigt. In der Herberge angekommen, konnte sich jeder einen Workshop aussuchen, in dem es um Privilegien ging. Zur Auswahl standen Rap, zwei Theatergruppen, eine Fotowerkstatt sowie eine Schreibgruppe. Obwohl ich anfangs zögerte, schloss ich mich schließlich der Schreibgruppe an. Ich schreibe sehr gerne und habe auch viele Ideen, bin aber auch sehr selbstkritisch. Ich traue mir auch nicht wirklich zu, über Politik zu schreiben. Dennoch trug ich mich dafür ein. Unsere Gruppenleiterin versicherte uns, dass nichts nach außen dringen würde, was in diesem Raum besprochen würde. Wir konnten auch jederzeit entscheiden, ob wir Übungen mitmachen und unsere Texte veröffentlichen wollten oder nicht. Das war auch genau richtig, denn Schreiben ist emotional und man gibt viel von sich preis.
Nach und nach befassten wir uns mehr mit dem Thema Privilegien. Wann ist man privilegiert und was bedeutet das überhaupt? Am Ende der Woche präsentierte jede Gruppe ihr Ergebnis. Von Galerien bis zu Musikvideos oder Flashmobs war alles dabei. Meine Gruppe hat eine Galerie mit unseren Texten umgesetzt. Außerdem haben wir einige Werke vorgelesen. Wir präsentierten unsere Werke nicht nur vor unseren FSJ-Kollegen, sondern auch vor dem Vorstand der Herberge sowie dem Vorstand unseres Trägers – ein größeres Projekt als angenommen. Das hat mich wahnsinnig stolz gemacht. Worte, die ich verfasst habe, haben andere bewegt. Kurz gesagt: Es war faszinierend. Unsere Gruppenleiterin betonte, dass wir und unsere Texte wichtig sind. Wir sind es wert, mit unseren Texten Raum einzunehmen. Und genau das zählt auch zu den Privilegien. Ich kann mich sehr glücklich schätzen so privilegiert zu sein.
Neben der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen wurden wir in unserem Selbstbewusstsein bestärkt. Deshalb finde ich dieses Seminar absolut gelungen. Ich bin schon gespannt auf das nächste. Jetzt freue ich mich aber erstmal wieder auf die Arbeit im Krankenhaus!

Autor: Lydia  |  Rubrik: orientieren  |  08.01.2018