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Mein Freiwilliges Jahr

Meine Aufgaben – Für was bin ich eigentlich da?

Auf jeder Station gibt es einen anderen Tagesablauf. Jeder Mitarbeiter hat feste Aufgaben, die täglich anstehen. Ganz wichtig ist aber auch Teamarbeit. Auch unter meinen FSJler-Kollegen unterscheiden sich die Aufgaben stark. So hat eine Freundin, die in der Psychiatrie arbeitet, weitaus weniger zu tun, als ich in der Neurologie.
Ursprünglich bin ich für die hauswirtschaftlichen Aufgaben eingestellt worden. Das heißt im Großen und Ganzen Essen bestellen, austeilen und Kaffee kochen. Mittlerweile hat sich mein Spektrum jedoch erweitert. Zwar bin ich noch im Bereich Hauswirtschaft tätig, aber nicht nur. Mal kümmere ich mich um Patienten, mal unterstütze ich die Ärzte und Ärztinnen bei Untersuchungen und zwischendurch sitze ich in der Kanzel und nehme Telefonate entgegen. Auch bei den Therapeuten helfe ich manchmal aus.
An sich ist dieses Gespringe ganz nett. Immerhin bekomme ich viel zu sehen. Andererseits ist das aber auch ganz schön anstrengend, wenn alle gleichzeitig Hilfe brauchen. Aber warum wurde mein Aufgabenpensum eigentlich so stark erhöht?
Ganz einfach: Es fehlt an Personal. Ursprünglich gab es noch zwei weitere Stationsassistenten. Diese sind aber derzeit nicht auf Station. Ersatz gibt es bisweilen noch nicht. Natürlich kann ich nicht die Arbeit für drei Leute machen. Wer kann das schon? Umso mehr freue ich mich, wenn wir wieder Unterstützung bekommen. Immerhin dauert auch mein Freiwilligenjahr nur noch wenige Wochen. Dann ist noch eine weitere Stelle unbesetzt. Ich hoffe sehr, dass dies nicht allzu lange der Fall sein wird.

Autor: Lydia  |  Rubrik: orientieren  |  20.06.2018
Autor: Lydia
Rubrik: orientieren
20.06.2018

Mein Freiwilliges Jahr

Bestandsaufnahme

Knapp vier Wochen, rund 20 Dienste und ein Seminar, dann ist mein Freiwilliges Soziales Jahr vorbei. Es ist wahnsinnig schnell vergangen. Ich hatte eine unfassbar gute Zeit, habe viel gelernt und bin aus meiner Komfortzone herausgekommen. Neben dem pflegerischen und medizinischen Wissen habe ich einige unerwartete Fähigkeiten erlernt, die man zwangsläufig in der Pflege braucht. Hier eine augenzwinkernde Auflistung:
1. Ein Frühdienst ersetzt das Fitnessstudio:
Pro Frühschicht laufe ich neun bis zehn Kilometer. Das gibt nicht nur platte Füße, sondern nebenbei auch hervorragende Beinmuskeln! Extra Laufrunden in der Freizeit kann ich mir also sparen.
2. Nichts trainiert eine volle Blase so sehr, wie eine volle Station:
Täglich schaue ich mir Urinflaschen von Patienten an und notiere, wenn eine andere Farbe oder etwas anderes Unübliches zu sehen ist. Ich denke mehr über anderer Leute Körperflüssigkeiten nach als über meine eigenen, fordere Patienten auf, regelmäßig auf Toilette zu gehen – und verkneife es mir selbst stundenlang trotz voller Blase.
3. Fünf Minuten Zeit können ein Segen sein:
Ab und an kommt es dann doch vor, dass ich kurz durchatmen und sogar die Toilette aufsuchen kann. In manchen Diensten ist das eine Seltenheit, dafür umso schöner!
4. Ich kann jetzt beim Wettessen mitmachen:
Trotzdem muss ich auch mal was essen, da ich sonst umkippe – ja, ich spreche aus Erfahrung! Das muss dann aber schnell gehen. Mittlerweile weiß ich: Ein Brot lässt sich gut in einer Minute essen, ein Joghurt in wenigen Sekunden runterschlingen. Wirklich genießen kann ich dabei nicht, aber immerhin landen Nährstoffe im Magen.
5. Ich bin die Tablettentante
Mehrmals am Tag achte ich penibel darauf, dass die Patienten ihre Tabletten pünktlich einnehmen. Geschieht dies zu spät, kann sich in manchen Fällen der Zustand des Patienten verschlechtern. Auf Station bin ich die akribische Tablettentante, meine eigenen Tabletten vergesse ich aber ab und zu – vielleicht sollte ich mir einen FSJler für diese Aufgabe suchen …

Mein Freiwilliges Jahr

#TMS2018 – ich war dabei!

Es ist vollbracht! Als ich um 16.30 Uhr den Testraum verlasse, habe ich endlich den TMS (Test für medizinische Studiengänge) hinter mich gebracht. Schon 2017 habe ich daran teilnehmen wollen, mich dann aber einen Tag davor dagegen entschieden, weil ich wegen des Abiturs gar nicht zum Vorbereiten gekommen war. Umso größer ist der Stein, der mir jetzt vom Herzen fällt!
Der TMS ist eine Möglichkeit seine Abiturnote aufzubessern, wenn man keinen 1,0- Schnitt hat, aber dennoch Medizin studieren möchte. In insgesamt neun Untertests werden unter anderem Fähigkeiten wie Konzentration, Logikverständnis oder Merkfähigkeit geprüft. Für jeden Test gibt es ein bestimmtes Zeitfenster – und einen unüberwindbaren Berg an Aufgaben. Der Test ist nämlich so konzipiert, dass gar nicht alle Aufgaben bewältigt werden können – in der Regel schafft man nur die Hälfte.
In diesem Jahr stellte ich mich nun dem TMS und war damit nicht alleine: Meine beiden FSJ-Kolleginnen nahmen auch teil. Wir hatten uns gemeinsam vorbereitet und gegenseitig beruhigt, wenn einer nervös wurde.
Um 8 Uhr ging es los. Ich musste mich bei der Testaufsicht anmelden, bekam ein hübsches Armbändchen und gab meine Sachen, die ich nicht für den Test nutzen durfte, an der Garderobe ab. Und dann hieß es warten. Bei über 500 Teilnehmenden alleine an meinem Testort, dauerte die Registrierung knapp zwei Stunden. Dann wurden wir in den Testraum gelotst und durften loslegen.
Bereits im Vorfeld hatte ich mich genau mit den einzelnen Testteilen auseinandergesetzt und wusste, was auf mich zukommt, was sich als gute Entscheidung herausstellte. Schlag auf Schlag folgte Test auf Test und nach der Mittagspause brachte ich den zweiten Prüfungsteil hinter mich. Ich war so erleichtert!
Der Test war schwerer als die Trainingsaufgaben, mit denen ich geübt hatte, aber darauf hatte ich mich bereits eingestellt. Wie gut ich abgeschnitten habe, kann ich nicht einschätzen. Schließlich hängt der Test nicht alleine von meinem Ergebnis, sondern auch von dem der anderen Teilnehmer ab. Ende Juni bekomme ich Rückmeldung – bis dahin werde ich mich jetzt mit allem anderen beschäftigen, nur nicht mehr mit dem TMS!

Autor: Lydia  |  Rubrik: orientieren  |  04.06.2018
Autor: Lydia
Rubrik: orientieren
04.06.2018