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Freiwilligendienst im Ausland

Dorfleben - Teil 1

Abends erreichten wir das Ziel unserer Reise: Kayanga, ein kleiner Ort im Nordwesten Tansanias, der auf Google Maps nicht mal mit Straßen angezeigt wird. Für die nächsten zweieinhalb Monate sollte ich also hier wohnen. Wir konnten bei den Katabaros wohnen, den Schulgründern von Katempris. An ihrer Schule sollte ich nun als Freiwilliger arbeiten.
Zusammen mit vier Dänen, die auch gerade ihren Schulabschluss in der Tasche hatten, bezog ich einen Teil des Hauses, der speziell für die Freiwilligen eingerichtet ist. Dort hatten wir eine eigene kleine Küche mit Gasherd und Esstisch, jeder sein eigenes Zimmer sowie Badezimmer mit westlichen Keramiktoiletten und Duschen mit fließendem, warmem Wasser.
Um besser zu verstehen, was für einen Luxus das war, muss ich euch kurz ein normales tansanisches Haus beschreiben: Dieses ist einfach und klein gebaut. Es gibt einen Wohnraum, der gleichzeitig auch als Küche und Esszimmer dient. Gekocht wird zumeist auf Herden, die mit Holzkohle betrieben werden. Die Toiletten sind in den Boden eingelassen und somit zum Hocken. Auch fließendes Wasser ist durch die völlige Abwesenheit von entsprechender Infrastruktur keine Selbstverständlichkeit. Wasser aus dem Wasserhahn hat nur, wer das Regenwasser auffängt und in einen Mini-Wasserturm pumpt.
Wir hatten im Wohnbereich für uns Freiwillige also einiges, was nicht zum Standard gehörte. So war der Kulturschock auch nicht allzu groß – fürs Erste.

Autor: Hannes  |  Rubrik: orientieren  |  16.05.2018

Freiwilligendienst im Ausland

Oh, wie schön ist Afrika!

In Hamburg traf ich die pensionierte Lehrerin Anne. Sie ist seit der Gründung mit Katempris, der Schule in Tansania, vertraut und besucht diese jährlich, um akademische Beratung und Fortbildungen für die Lehrer anzubieten. Im Januar stand ihr nächster Aufenthalt an. Ich als Frischling nutzte die Gelegenheit und buchte mich im gleichen Flieger ein, damit ich meine ersten Schritte als Freiwilliger in Afrika nicht alleine bestreiten musste. (Sie ist übrigens nicht die Gründerin Anne, nur eine Namensvetterin.)
Gemeinsam flogen wir nach Entebbe. Leser, die in Geografie bewandert sind, werden jetzt aufmerken und sagen: „Hat er nicht von einem Freiwilligendienst in Tansania gesprochen? Warum fliegt er dann nach Uganda?“ Und ich muss dir, lieber Leser, natürlich Recht geben. Nun liegt aber Kayanga so weit nordwestlich in Tansania (man könnte auch sagen mitten in der Pampa), dass Entebbe der nächste Flughafen ist.
Für uns hieß das, dass wir noch lange nicht am Ende unserer Reise angekommen waren. Den kompletten folgenden Tag verbrachten wir im Taxi und ich sammelte meine ersten Eindrücke von Afrika. Der Victoriasee zog an uns vorbei, wir überquerten den Nullmeridian, der die Erde in Nord- und Südhalbkugel trennt, fuhren über charakteristische rostrote Pisten, aber auch über frischgeteerte Highways.
Als der Taxifahrer uns fürs Mittagessen zum Restaurant seines Vaters führte, erfuhr ich soziologisch Interessantes. Ebenjener Vater erzählte uns freiheraus, dass er polygam leben würde und momentan drei Frauen habe – und fügte lakonisch hinzu, in seinem Alter müsse er eben langsamer machen. Anne und ich schauten uns nur kopfschüttelnd an: Drei Frauen hat man also, wenn man es langsam angeht … Nach der Anzahl seiner Kinder gefragt, konnte er gar keine genaue Antwort geben, schätzte aber „um die 35“.
Dass es so etwas wie Polygamie überhaupt noch gibt, war mir komplett neu und öffnete mir die Augen wie wahnsinnig anders die dortige Kultur doch ist.

Autor: Hannes  |  Rubrik: orientieren  |  26.04.2018

Freiwilligendienst im Ausland

Zurück nach Deutschland

Es war vermutlich ganz gut, dass mein Rückflug nach Deutschland mit einer Menge Trubel verbunden war: Ich wollte einen Wanderrucksack mit angeschnalltem Schlafsack als Sondergepäck abgeben, mein Handgepäckkoffer war viel zu groß und das Flugzeug hatte zwei Stunden Verspätung. So blieb mir nicht viel Zeit, darüber nachzudenken, dass ich mich schon auf dem Rückweg befand.
In Deutschland angekommen fühlte ich mich jedoch überraschend gut: Ich war erschöpft vom Kommunizieren in Fremdsprachen, vom Reisen, den vielen Begegnungen und Eindrücken und freute mich auf eine entspannte Zeit. Als ich über Weihnachten zu Hause war, hatte ich dieses Deutschland, in dem niemand mich mit Küsschen auf beide Wangen begrüßte und es um 16 Uhr plötzlich schon dunkel wurde, total gehasst. Jetzt war ich froh, wieder hier zu sein – vermutlich weil ich glücklicherweise schon eine Perspektive für die Zeit nach meinem Freiwilligendienst habe: das Studium! Beworben hatte ich mich schon von Spanien aus, doch jetzt begann das große Zittern, ob ich eine Zusage bekam.
Trotz der Freude zog ich mich in den ersten Tagen zurück und wollte mich so wenig wie möglich mit dem Thema Spanien auseinandersetzen. Erst nach einigen Tagen war ich bereit, mehr darüber zu erzählen, und habe mir fest vorgenommen, all die tollen Erinnerungsfotos entwickeln zu lassen und einen Ordner mit meinen Reisetickets, Blogeinträgen und mehr anzulegen.
Schlau war wohl auch, dass ich für fünf Tage nach meiner Rückkehr gleich eine Berlinfahrt gebucht und somit für jede Menge Ablenkung gesorgt hatte. Ich kann es auf gar keinen Fall leugnen: Ich hatte eine tolle Zeit in Spanien, freue mich jetzt aber auf neue Herausforderungen!

Autor: Marie  |  Rubrik: orientieren  |  22.02.2017
Autor: Marie
Rubrik: orientieren
22.02.2017