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Freiwilligendienst im Ausland

Oh, wie schön ist Afrika!

In Hamburg traf ich die pensionierte Lehrerin Anne. Sie ist seit der Gründung mit Katempris, der Schule in Tansania, vertraut und besucht diese jährlich, um akademische Beratung und Fortbildungen für die Lehrer anzubieten. Im Januar stand ihr nächster Aufenthalt an. Ich als Frischling nutzte die Gelegenheit und buchte mich im gleichen Flieger ein, damit ich meine ersten Schritte als Freiwilliger in Afrika nicht alleine bestreiten musste. (Sie ist übrigens nicht die Gründerin Anne, nur eine Namensvetterin.)
Gemeinsam flogen wir nach Entebbe. Leser, die in Geografie bewandert sind, werden jetzt aufmerken und sagen: „Hat er nicht von einem Freiwilligendienst in Tansania gesprochen? Warum fliegt er dann nach Uganda?“ Und ich muss dir, lieber Leser, natürlich Recht geben. Nun liegt aber Kayanga so weit nordwestlich in Tansania (man könnte auch sagen mitten in der Pampa), dass Entebbe der nächste Flughafen ist.
Für uns hieß das, dass wir noch lange nicht am Ende unserer Reise angekommen waren. Den kompletten folgenden Tag verbrachten wir im Taxi und ich sammelte meine ersten Eindrücke von Afrika. Der Victoriasee zog an uns vorbei, wir überquerten den Nullmeridian, der die Erde in Nord- und Südhalbkugel trennt, fuhren über charakteristische rostrote Pisten, aber auch über frischgeteerte Highways.
Als der Taxifahrer uns fürs Mittagessen zum Restaurant seines Vaters führte, erfuhr ich soziologisch Interessantes. Ebenjener Vater erzählte uns freiheraus, dass er polygam leben würde und momentan drei Frauen habe – und fügte lakonisch hinzu, in seinem Alter müsse er eben langsamer machen. Anne und ich schauten uns nur kopfschüttelnd an: Drei Frauen hat man also, wenn man es langsam angeht … Nach der Anzahl seiner Kinder gefragt, konnte er gar keine genaue Antwort geben, schätzte aber „um die 35“.
Dass es so etwas wie Polygamie überhaupt noch gibt, war mir komplett neu und öffnete mir die Augen wie wahnsinnig anders die dortige Kultur doch ist.

Autor: Hannes  |  Rubrik: orientieren  |  26.04.2018

Freiwilligendienst im Ausland

Zurück nach Deutschland

Es war vermutlich ganz gut, dass mein Rückflug nach Deutschland mit einer Menge Trubel verbunden war: Ich wollte einen Wanderrucksack mit angeschnalltem Schlafsack als Sondergepäck abgeben, mein Handgepäckkoffer war viel zu groß und das Flugzeug hatte zwei Stunden Verspätung. So blieb mir nicht viel Zeit, darüber nachzudenken, dass ich mich schon auf dem Rückweg befand.
In Deutschland angekommen fühlte ich mich jedoch überraschend gut: Ich war erschöpft vom Kommunizieren in Fremdsprachen, vom Reisen, den vielen Begegnungen und Eindrücken und freute mich auf eine entspannte Zeit. Als ich über Weihnachten zu Hause war, hatte ich dieses Deutschland, in dem niemand mich mit Küsschen auf beide Wangen begrüßte und es um 16 Uhr plötzlich schon dunkel wurde, total gehasst. Jetzt war ich froh, wieder hier zu sein – vermutlich weil ich glücklicherweise schon eine Perspektive für die Zeit nach meinem Freiwilligendienst habe: das Studium! Beworben hatte ich mich schon von Spanien aus, doch jetzt begann das große Zittern, ob ich eine Zusage bekam.
Trotz der Freude zog ich mich in den ersten Tagen zurück und wollte mich so wenig wie möglich mit dem Thema Spanien auseinandersetzen. Erst nach einigen Tagen war ich bereit, mehr darüber zu erzählen, und habe mir fest vorgenommen, all die tollen Erinnerungsfotos entwickeln zu lassen und einen Ordner mit meinen Reisetickets, Blogeinträgen und mehr anzulegen.
Schlau war wohl auch, dass ich für fünf Tage nach meiner Rückkehr gleich eine Berlinfahrt gebucht und somit für jede Menge Ablenkung gesorgt hatte. Ich kann es auf gar keinen Fall leugnen: Ich hatte eine tolle Zeit in Spanien, freue mich jetzt aber auf neue Herausforderungen!

Autor: Marie  |  Rubrik: orientieren  |  22.02.2017
Autor: Marie
Rubrik: orientieren
22.02.2017

Freiwilligendienst im Ausland

Von Madrid nach Barcelona

Als ich Madrid verließ, war es früh am Morgen. Ich war mit einem Koffer und zwei Rucksäcken bepackt und konnte kaum glauben, dass mein Jahr hier schon zu Ende sein sollte. Ich wollte jedoch nicht direkt von Madrid nach Deutschland fliegen: Zum einen hatte ich das Gefühl, noch etwas Zeit zu brauchen, um mit all dem abschließen zu können. Zum anderen hatte ich noch ein letztes Reiseziel, das ich in meinem Spanienjahr auf gar keinen Fall verpassen wollte: Barcelona!
In Barcelona wurde mir erst richtig bewusst, dass ich so schnell nicht nach Madrid zurückkehren werde. Das machte mich wirklich traurig. Die Stadt, das Hostel, alles erschien mir am ersten Tag zuerst einmal schrecklich, so sehr hatte ich plötzlich Heimweh nach Madrid. Ich hatte zwar viel darüber nachgedacht, wie es sein würde, wenn der Freiwilligendienst zu Ende geht, wirklich realisiert hatte ich es aber noch nicht . In Barcelona ging es mit dem Realisieren dann plötzlich ganz schnell – und ich fühlte mich elend dabei.
Glücklicherweise ging es mir am nächsten Morgen schon besser. Ich hatte Glück und einige wirklich nette Engländer, Amerikaner und Mexikaner auf meinem Zimmer, mit denen ich auch mal am Morgen Yoga auf der Dachterrasse machen oder abends noch einen Cocktail trinken gehen konnte. Ansonsten gestaltete ich meinen Aufenthalt in Barcelona so entspannt wie möglich. Ohnehin hatte ich in Spanien erst gelernt, wie wunderschön es sein kann, einfach durch die Straßen einer Großstadt zu laufen und sich ein eigenes Bild zu machen!

Autor: Marie  |  Rubrik: orientieren  |  14.02.2017
Autor: Marie
Rubrik: orientieren
14.02.2017