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Freiwillgendienst im Ausland

Regenbogenfahnen

In den ersten Wochen in Madrid habe ich mich manchmal gefragt, ob es wohl besser wäre, wenn ich im Zentrum der Großstadt wohnen würde. Zwar habe ich Anbindung an die Metro, aber bis ins Zentrum brauche ich trotzdem knapp 30 Minuten. Dafür fahre ich aber auch nur 30 Minuten bis zur Arbeit, die in entgegengesetzter Richtung vom Zentrum liegt. Die vielen Events in Madrid haben mir aber gezeigt, wie gut es sein kann, etwas außerhalb der Stadt zu wohnen. Ein Event, auf das wir Europäischen Freiwilligen uns schon seit langem freuten, war die Madrid Orgullo, die spanische Version der Gay-Pride-Parade. Schon einige Tage zuvor bekam man jede Menge von dem Event mit, das in Madrid groß gefeiert wird: Die Fast-Food-Restaurants hatten beispielsweise die typischen Regenbogenfahnen aufgehängt und auch einige Metrostationen wurden in den Farben gestrichen. Und natürlich füllte sich die gesamte Stadt mehr und mehr mit Menschen, die die Regenbogenfahne bei sich trugen – ein wirklich tolles und kunterbuntes Spektakel!
Am Festtag standen wir also am Bahnhof von Atocha am Straßenrand und erfreuten uns an der Parade, die durch die Straße zog. Als wir am Abend jedoch hungrig wurden, war von den Fast-Food-Ketten bis zu den noblen Restaurants tatsächlich alles so voll, dass wir fast 30 Minuten mit der Metro fahren mussten, um etwas essen zu können – in einer so vollen Stadt war ich dann froh, nachts in ein ruhigeres Viertel zurückkehren zu können.

Autor: Marie  |  Rubrik: orientieren  |  02.02.2017
Autor: Marie
Rubrik: orientieren
02.02.2017

Freiwilligendienst im Ausland

Wir fliegen nach Lissabon!

Vor gefühlten Ewigkeiten hatten wir diese Reise gebucht und dann war es endlich soweit: Meine französische Projektpartnerin und ich flogen gemeinsam nach Lissabon! Der Tag vor dem Flug war unser letzter offizieller Arbeitstag als europäische Freiwillige. Nach dem Urlaub würden wir noch einige Tage in Madrid verbringen, ohne zu arbeiten. Aber für uns beide war es der letzte gemeinsame Urlaub.
In Lissabon stellten wir außerdem fest, dass es auch unser erster gemeinsamer Urlaub war, der uns nicht in eine spanische Stadt führte – denn unsere Versuche, uns auf Spanisch mit Busfahrern, Bäckern und Co. zu verständigen, gingen schief. Dafür kamen wir bei einem netten portugiesischen Pärchen unter, das sich mit einem Kauderwelsch aus Spanisch und Englisch wirklich Mühe gab, sich mit uns zu verständigen, und uns tolle Tipps für die Stadt nannte.
Als wir abends in einem Restaurant essen gingen, wurden wir vom Kellner angesprochen, warum wir denn miteinander Spanisch reden würden, wo wir doch in Portugal waren und obwohl man uns beiden anhören konnte, dass wir gar keine Spanier waren. Wir mussten lachen, war das doch für uns etwas, das dieses Jahr auf eine ganz spannende Art und Weise ausmachte: Wir haben tatsächlich keine andere gemeinsame Sprache und auch wenn wir bei Weitem nicht perfekt Spanisch können, sprechen wir doch keine andere Sprache miteinander. In Spanien und unter Spaniern war das für uns längst zu Gewohnheit geworden – als wir in Portugal darauf angesprochen wurden, waren wir aber beide noch einmal wirklich stolz, dass es uns mittlerweile tatsächlich gelang, allein auf Spanisch zu kommunizieren!

Autor: Marie  |  Rubrik: orientieren  |  26.01.2017

Freiwilligendienst im Ausland

Ab in den Norden

Für meine letzten Reisen während meines Freiwilligendienstes in Spanien hatte ich mir ein Ziel gesetzt: Ich wollte unbedingt in den Norden. Zu diesem Zeitpunkt waren die Tickets für Portugal und Barcelona schon gebucht, in Andalusien und der Comunidad Valenciana war ich schon mehrmals gewesen, rund um Madrid hatten wir sowieso einige Ausflüge gemacht. Was fehlte also noch? Genau, der Norden, denn auch wenn es Touristen oft ganz typisch in den wärmeren Süden zieht, hatte ich in Spanien unheimlich viel Gutes über die Natur und die Landschaft dort oben gehört!
Eher zufällig und aus organisatorischen Gründen fiel die Wahl auf Gijón, eine eher kleinere Stadt, die ich an diesem Wochenende aber lieben lernen würde! Meine französische Projektpartnerin hatte mich zuvor immer vorgewarnt, der Norden ähnele vielleicht zu sehr Frankreich oder Deutschland, während der Süden eher dem Klischee von Spanien entspricht – begeistert war ich aber so oder so. Den letzten Tag nutzte ich dazu, einige Stunden lang an der Küste herunterzulaufen, und war fasziniert von dem tollen Ausblick aufs Meer und dem vielen Grün entlang der Küste.
Nur eins vergaß ich bei so viel Begeisterung glatt: Spanien ist generell ein warmes Land und auch im Norden kann die Sonne sehr stark sein, auch wenn man nicht gleich in Andalusien ist. Sonnencreme hatte ich für dieses Wochenende für unnötig gehalten und als ich am Samstagabend im Bus saß, um die knapp fünf Stunden Fahrt nach Madrid anzutreten, wurde mir zuerst schwindelig und dann bekam ich Kopfschmerzen. Als ich zu Hause ankam und in einen Spiegel blickte, wurde mir auch schnell klar warum: Hatte ich in meinem ganzen Spanienjahr bis dahin noch keinen Sonnenbrand gehabt, war meine Haut nun krebsrot. Die Lektion, die ich daraus lernte: In Spanien scheint auch im Norden kräftig die Sonne!

Autor: Marie  |  Rubrik: orientieren  |  20.01.2017