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Freiwilligendienst im Ausland

Abschiede und 45 Grad

Madrid, meine Wahlheimat während meines Freiwilligendienstes, kennt in Sachen Wetter nur Extreme: In den Bergen rund um Madrid kann man im Winter gut Ski fahren, im Sommer wird es sehr heiß. Als ich zum ersten Mal mit Freunden eine Nacht in Shorts und T-Shirt draußen verbringen konnte, war ich begeistert – doch die Temperaturen stiegen immer weiter. Mit einer Freundin fuhr ich nach Pardo, einer Gegend ganz in der Nähe, und als wir an der Bushaltestelle ausstiegen, zeigte die Temperaturanzeige 45 Grad an! Für mich begann damit eine Woche mit Nächten, in denen ich kaum noch schlafen konnte, weil unsere Wohnung keine Klimaanlage hatte. Auch tagsüber alles abzudunkeln brachte nichts.
Diese Woche war jedoch nicht einfach nur brütend heiß, es war auch meine letzte Woche in Madrid. Damit standen jede Menge Abschiede an – von den Menschen, mit denen ich das Jahr über zusammen gearbeitet hatte, von neuen Freunden aus Madrid, von den Freiwilligen, die mit mir ihren European Volunteer Service (EVS) machten. Ehrlicherweise ging mir dabei die typisch spanische Art bald auf die Nerven, mit der mir Menschen, von denen ich nicht mal eine Handynummer hatte, gleich anboten, dass ich doch bei ihnen übernachten könnte, wenn ich Madrid einmal besuchen wollte – wie sollte ich denn den Menschen, die ich wirklich lieb gewonnen hatte, sagen, dass sie bei mir in den kommenden Jahren jederzeit willkommen sein würden, wenn das hier mehr als leere Floskel gilt? Dennoch war es ein gelungener Abschied von Madrid – mit viel Freude auf alles Neue, auch der ein oder anderen Träne, aber ganz vielen tollen Erinnerungen!

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  10.02.2017
Autor: Marie
Rubrik: studium
10.02.2017

Freiwillgendienst im Ausland

Regenbogenfahnen

In den ersten Wochen in Madrid habe ich mich manchmal gefragt, ob es wohl besser wäre, wenn ich im Zentrum der Großstadt wohnen würde. Zwar habe ich Anbindung an die Metro, aber bis ins Zentrum brauche ich trotzdem knapp 30 Minuten. Dafür fahre ich aber auch nur 30 Minuten bis zur Arbeit, die in entgegengesetzter Richtung vom Zentrum liegt. Die vielen Events in Madrid haben mir aber gezeigt, wie gut es sein kann, etwas außerhalb der Stadt zu wohnen. Ein Event, auf das wir Europäischen Freiwilligen uns schon seit langem freuten, war die Madrid Orgullo, die spanische Version der Gay-Pride-Parade. Schon einige Tage zuvor bekam man jede Menge von dem Event mit, das in Madrid groß gefeiert wird: Die Fast-Food-Restaurants hatten beispielsweise die typischen Regenbogenfahnen aufgehängt und auch einige Metrostationen wurden in den Farben gestrichen. Und natürlich füllte sich die gesamte Stadt mehr und mehr mit Menschen, die die Regenbogenfahne bei sich trugen – ein wirklich tolles und kunterbuntes Spektakel!
Am Festtag standen wir also am Bahnhof von Atocha am Straßenrand und erfreuten uns an der Parade, die durch die Straße zog. Als wir am Abend jedoch hungrig wurden, war von den Fast-Food-Ketten bis zu den noblen Restaurants tatsächlich alles so voll, dass wir fast 30 Minuten mit der Metro fahren mussten, um etwas essen zu können – in einer so vollen Stadt war ich dann froh, nachts in ein ruhigeres Viertel zurückkehren zu können.

Autor: Marie  |  Rubrik: orientieren  |  02.02.2017
Autor: Marie
Rubrik: orientieren
02.02.2017

Freiwilligendienst im Ausland

Wir fliegen nach Lissabon!

Vor gefühlten Ewigkeiten hatten wir diese Reise gebucht und dann war es endlich soweit: Meine französische Projektpartnerin und ich flogen gemeinsam nach Lissabon! Der Tag vor dem Flug war unser letzter offizieller Arbeitstag als europäische Freiwillige. Nach dem Urlaub würden wir noch einige Tage in Madrid verbringen, ohne zu arbeiten. Aber für uns beide war es der letzte gemeinsame Urlaub.
In Lissabon stellten wir außerdem fest, dass es auch unser erster gemeinsamer Urlaub war, der uns nicht in eine spanische Stadt führte – denn unsere Versuche, uns auf Spanisch mit Busfahrern, Bäckern und Co. zu verständigen, gingen schief. Dafür kamen wir bei einem netten portugiesischen Pärchen unter, das sich mit einem Kauderwelsch aus Spanisch und Englisch wirklich Mühe gab, sich mit uns zu verständigen, und uns tolle Tipps für die Stadt nannte.
Als wir abends in einem Restaurant essen gingen, wurden wir vom Kellner angesprochen, warum wir denn miteinander Spanisch reden würden, wo wir doch in Portugal waren und obwohl man uns beiden anhören konnte, dass wir gar keine Spanier waren. Wir mussten lachen, war das doch für uns etwas, das dieses Jahr auf eine ganz spannende Art und Weise ausmachte: Wir haben tatsächlich keine andere gemeinsame Sprache und auch wenn wir bei Weitem nicht perfekt Spanisch können, sprechen wir doch keine andere Sprache miteinander. In Spanien und unter Spaniern war das für uns längst zu Gewohnheit geworden – als wir in Portugal darauf angesprochen wurden, waren wir aber beide noch einmal wirklich stolz, dass es uns mittlerweile tatsächlich gelang, allein auf Spanisch zu kommunizieren!

Autor: Marie  |  Rubrik: orientieren  |  26.01.2017