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Freiwilligendienst im Ausland

Wir fliegen nach Lissabon!

Vor gefühlten Ewigkeiten hatten wir diese Reise gebucht und dann war es endlich soweit: Meine französische Projektpartnerin und ich flogen gemeinsam nach Lissabon! Der Tag vor dem Flug war unser letzter offizieller Arbeitstag als europäische Freiwillige. Nach dem Urlaub würden wir noch einige Tage in Madrid verbringen, ohne zu arbeiten. Aber für uns beide war es der letzte gemeinsame Urlaub.
In Lissabon stellten wir außerdem fest, dass es auch unser erster gemeinsamer Urlaub war, der uns nicht in eine spanische Stadt führte – denn unsere Versuche, uns auf Spanisch mit Busfahrern, Bäckern und Co. zu verständigen, gingen schief. Dafür kamen wir bei einem netten portugiesischen Pärchen unter, das sich mit einem Kauderwelsch aus Spanisch und Englisch wirklich Mühe gab, sich mit uns zu verständigen, und uns tolle Tipps für die Stadt nannte.
Als wir abends in einem Restaurant essen gingen, wurden wir vom Kellner angesprochen, warum wir denn miteinander Spanisch reden würden, wo wir doch in Portugal waren und obwohl man uns beiden anhören konnte, dass wir gar keine Spanier waren. Wir mussten lachen, war das doch für uns etwas, das dieses Jahr auf eine ganz spannende Art und Weise ausmachte: Wir haben tatsächlich keine andere gemeinsame Sprache und auch wenn wir bei Weitem nicht perfekt Spanisch können, sprechen wir doch keine andere Sprache miteinander. In Spanien und unter Spaniern war das für uns längst zu Gewohnheit geworden – als wir in Portugal darauf angesprochen wurden, waren wir aber beide noch einmal wirklich stolz, dass es uns mittlerweile tatsächlich gelang, allein auf Spanisch zu kommunizieren!

Autor: Marie  |  Rubrik: orientieren  |  26.01.2017

Freiwilligendienst im Ausland

Ab in den Norden

Für meine letzten Reisen während meines Freiwilligendienstes in Spanien hatte ich mir ein Ziel gesetzt: Ich wollte unbedingt in den Norden. Zu diesem Zeitpunkt waren die Tickets für Portugal und Barcelona schon gebucht, in Andalusien und der Comunidad Valenciana war ich schon mehrmals gewesen, rund um Madrid hatten wir sowieso einige Ausflüge gemacht. Was fehlte also noch? Genau, der Norden, denn auch wenn es Touristen oft ganz typisch in den wärmeren Süden zieht, hatte ich in Spanien unheimlich viel Gutes über die Natur und die Landschaft dort oben gehört!
Eher zufällig und aus organisatorischen Gründen fiel die Wahl auf Gijón, eine eher kleinere Stadt, die ich an diesem Wochenende aber lieben lernen würde! Meine französische Projektpartnerin hatte mich zuvor immer vorgewarnt, der Norden ähnele vielleicht zu sehr Frankreich oder Deutschland, während der Süden eher dem Klischee von Spanien entspricht – begeistert war ich aber so oder so. Den letzten Tag nutzte ich dazu, einige Stunden lang an der Küste herunterzulaufen, und war fasziniert von dem tollen Ausblick aufs Meer und dem vielen Grün entlang der Küste.
Nur eins vergaß ich bei so viel Begeisterung glatt: Spanien ist generell ein warmes Land und auch im Norden kann die Sonne sehr stark sein, auch wenn man nicht gleich in Andalusien ist. Sonnencreme hatte ich für dieses Wochenende für unnötig gehalten und als ich am Samstagabend im Bus saß, um die knapp fünf Stunden Fahrt nach Madrid anzutreten, wurde mir zuerst schwindelig und dann bekam ich Kopfschmerzen. Als ich zu Hause ankam und in einen Spiegel blickte, wurde mir auch schnell klar warum: Hatte ich in meinem ganzen Spanienjahr bis dahin noch keinen Sonnenbrand gehabt, war meine Haut nun krebsrot. Die Lektion, die ich daraus lernte: In Spanien scheint auch im Norden kräftig die Sonne!

Autor: Marie  |  Rubrik: orientieren  |  20.01.2017
Autor: Marie
Rubrik: orientieren
20.01.2017

Freiwilligendienst im Ausland

Das Uni-Jahr geht zu Ende

Die Stiftung, bei der ich während meines Freiwilligendienstes in Spanien arbeite und die in einer Kooperation mit der Universidad Autónoma de Madrid Schülern mit geistiger Behinderung die Türen an eine Universität öffnet, veranstaltet jedes Jahr eine große Abschlussfeier, bei der auch die europäischen Freiwilligen dabei sein dürfen. Für mich begann der Morgen am Tag der Abschlussfeier zuerst einmal mit viel Trubel: Ich war erst am Abend zuvor von einem Urlaubswochenende zurückgekommen – und das zum ersten Mal während meines Spanienjahres mit ordentlich Sonnenbrand. Daher musste eine Bluse her, die einen so hohen Kragen hat, dass sie auf meinem Schlüsselbein die Grenze zwischen blasser und knallroter Haut versteckte, und dann musste ich ein Make-up finden, das auch im Gesicht den Sonnenbrand abdeckte.
In der Woche davor hatten wir eine Rede verfasst, die wir vor den Schülern, ihren Familien, den Stiftungsmitgliedern und allen anderen Anwesenden halten sollten, wofür wir im Vorfeld natürlich fleißig geübt hatten. Für uns war die Abschlussfeier der letzte Tag, an dem wir die Schüler, die wir nun ein Jahr lang viermal pro Woche gesehen hatten, trafen und die Rede war somit eine Möglichkeit, uns noch einmal bei allen zu bedanken. Als ich zum ersten Mal vor so vielen Menschen Spanisch sprechen musste, war ich ganz schön nervös, dafür aber auch umso stolzer auf unsere Schüler und ihre Abschlüsse. Auch wenn im Verlauf des Abends noch die eine oder andere Träne verdrückt wurde (immerhin war es der letzte offizielle Arbeitstag für mich), war es dennoch ein Tag, den ich wohl immer in guter Erinnerung behalten werde!

Autor: Marie  |  Rubrik: orientieren  |  12.01.2017