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Freiwilligendienst im Ausland

Verspätungen in Spanien

Angeblich sind die Spanier ja recht locker in Sachen Pünktlichkeit. Das wurde mir vor meiner Abreise so oft erzählt. Mein erster Eindruck war zuerst einmal, dass das gar nicht stimmte: Gleich bei meinem ersten Seminar wurden wir darauf hingewiesen, dass wir pünktlich sein sollten. Umso länger ich jedoch in meinem Projekt arbeitete, desto klarer wurde mir, dass Spanier einfach entspannter auf Verspätungen reagieren: Wenn ich mit zehn Minuten Verspätung zur Arbeit kam, wurde nicht einmal eine Erklärung erwartet. In Deutschland hätte ich vermutlich ausführlich davon erzählt, wie ich beim Frühstück aufgehalten worden war, auch wenn diese Geschichten in meinen Ohren manchmal eher wie ein Gesprächseinstieg als eine Entschuldigung klingen.
Auch die Metro in Madrid erschien mir von Anfang an wirklich verlässlich und sämtliche Busreisen klappten ohne weitere Probleme. Dafür saß ich aber auch schon einmal knappe 20 Minuten in einem Zug, der im Bahnhof hielt, aber einfach nicht weiterfahren wollte – irgendwann wurde ich darauf hingewiesen, dass anscheinend gestreikt wurde. Zu dem Zeitpunkt war ich schon so spät für meinen Salsa-Unterricht dran, dass ich gleich zuhause geblieben bin.
Auch als mich zum ersten Mal eine Freundin aus Deutschland besuchen wollte, wurde mir schnell klar, dass Reisen nicht immer so funktionieren, wie sie geplant wurden: Zwei Stunden bevor ich sie vom Flughafen abholen wollte, bekam ich eine SMS mit dem Inhalt, dass die Notausgänge des Flugzeugs ausgefallen seien, daher nicht alle Passagiere mitgenommen werden konnten und sie nun ganze 24 Stunden später ankommen würde – ein Glück, dass mir selbst bis jetzt so ein Durcheinander erspart blieb!

Autor: Marie  |  Rubrik: orientieren  |  26.09.2016
Autor: Marie
Rubrik: orientieren
26.09.2016

Freiwilligendienst im Ausland

Wir werfen mit Farben!

Vor meinem Freiwilligendienst in Spaniens lebendiger Hauptstadt Madrid habe ich in einer so kleinen Stadt in Nordrhein-Westfalen gewohnt, dass ich schon in eine andere Stadt fahren musste, um zur Schule zu gehen. Hier bin ich immer wieder überrascht, wie vielseitig die Angebote sind, vor allem am Wochenende! Von gemütlichen Abenden in Bars bis zu Nachmittagen in Cafés, vielen Kultur- und Sportveranstaltungen und mehr ist für jeden etwas dabei – auch wenn ich immer noch das Gefühl habe, von all dem etwas erschlagen zu werden. In meiner Heimatstadt gab es genau ein Tanzstudio, in dem ich jahrelang Ballett, Jazztanz und mehr getanzt habe. Aber in Madrid gibt es weit über zwanzig Tanzstudios mit derartigen Kursen. Im Endeffekt bin ich mit einer Freundin in einem Fitnessstudio gelandet, weil ich gar nicht wusste, wo ich bei diesem riesigen Angebot anfangen wollte, zu suchen.

Und dennoch gibt es auch hier immer wieder Highlights. So hatte die Hauptstadt Spaniens am vergangenen Wochenende mal wieder etwas Besonderes zu bieten: den HoliRun. Die Veranstaltung kennt ihr vermutlich schon: Mehrere hundert Menschen laufen eine abgesteckte Strecke entlang und lassen sich dabei mit farbigem Pulver bewerfen – klingt verrückt, macht aber tatsächlich Spaß. Für uns stand sofort fest, dass dies umso mehr Spaß machen muss, wenn man es in einer so großen Stadt wie Madrid macht. Damit war die Entscheidung schnell getroffen und die Karten gekauft. Als wir uns am Sonntagmorgen mit unseren Turnbeuteln und den T-Shirts trafen, zweifelten wir jedoch zuerst einmal, ob dieses Wetter überhaupt tauglich fürs Joggen war: Schwarze Wolken breiteten sich nämlich über dem Himmel aus. Geschafft haben wir die Laufstrecke aber ohne Regen – ebenso wie viele Stunden danach, die wir tanzend vor der großen Bühne verbrachten. Mein Gesicht war mitunter neongrün und gegen Ende eine Mischung aus hochrot und dunkellila. Die dabei geschossenen Erinnerungsfotos gehören auf jeden Fall schon jetzt zu meinen liebsten aus Madrid!

Autor: Marie  |  Rubrik: orientieren  |  16.09.2016
Autor: Marie
Rubrik: orientieren
16.09.2016

Freiwilligendienst im Ausland

Englisch und weitere Schwierigkeiten

In meinen letzten Blogeinträgen habe ich viel von meinen Reisen erzählt. Jetzt wird es Zeit, auch einmal wieder etwas über meine Arbeit zu berichten: Mein Freiwilligendienst findet zum Großteil in der Universidad Autónoma de Madrid statt. Ich unterstütze die Dozenten in zwei Klassen, die jungen Menschen mit Behinderung die Möglichkeit geben, hier einen speziellen Abschluss zu machen. Eins kann ich euch über die Arbeit mit ihnen schon sagen: Langweilig wird es hier nie!
Seit Anfang des Jahres gebe ich in den Klassen selbst Englischunterricht – meist in der Kleingruppe. Meine vier bis fünf Schüler haben inzwischen schon ein recht gutes Niveau, einfache Texte und Konversationen verstehen sie schon ganz gut. Da uns noch die letzte Lektion für dieses Jahr fehlte, haben meine Projektpartnerin und ich die vergangenen Tage genutzt, um diese vorzubereiten: Die Schüler sollen lernen, anderen zu erzählen, wo sie gerne einmal arbeiten würden. Dafür haben wir Vokabellisten zusammengestellt und uns Aufgaben überlegt.
Außerdem haben wir vor einigen Tagen Vorstellungsgespräche mit ihnen geprobt und Beispielfragen wie „Warum sollten wir als Firma Sie einstellen?“ gestellt. Schnell wurde klar, dass diese Frage viele unserer Schüler überfordert: Die Fähigkeit, sich in eine andere Person hineinzuversetzen, fällt ihnen einfach schwer. Umso toller ist es, dass ich dies mittlerweile erkennen kann, denn je besser meine Spanischkenntnisse werden, desto mehr kann ich mit den Schülern üben.

Autor: Marie  |  Rubrik: orientieren  |  08.09.2016
Autor: Marie
Rubrik: orientieren
08.09.2016