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Freiwilligendienst im Ausland

Aufbruchsstimmung

Der Tag, an dem ich für meinen Europäischen Freiwilligendienst nach Madrid fliegen sollte, kam schneller als gedacht: Plötzlich stand ich mit gepackten Koffern am Düsseldorfer Flughafen. Ein wenig mulmig wurde mir in dem Moment schon, schließlich wusste ich noch nicht wirklich, was mich in den nächsten neun Monaten erwarten würde.

Gerade, als ich mich von meinen Eltern verabschieden wollte, wurde mir angezeigt, dass mein Flug eine Stunde verspätet starten würde. Da meine deutsche Internet-Flat bereits gekündigt war und das Flughafen-WLAN nicht funktionieren wollte, befürchtete ich schon, dass ich meinem spanischen Tutor, der mich vom Flughafen abholen wollte, nicht Bescheid geben konnte. Ich war erleichtert, als es dann doch noch funktionierte. Hätte ich die Spanier damals jedoch schon etwas besser gekannt, hätte ich mir wohl keine Sorgen diesbezüglich gemacht.

Als ich nach zwei Stunden Flugzeit in Madrid ankam, erkannte ich meinen Tutor sofort: schließlich hielt er ein Blatt in den Händen, auf dem in großen Buchstaben mein Name geschrieben stand. Gleich darauf folgte die nächste Erleichterung: er sprach ziemlich gut Englisch und willigte ein, heute Englisch mit mir zu sprechen – vielleicht, weil er einsah, dass ich mit meinen nicht vorhandenen Spanischkenntnissen sonst aufgeschmissen wäre, vielleicht auch, weil ich nach einer dreistündigen Autofahrt, dreistündigem Warten und zweistündigem Flug endlos müde aussah.

Ein Flugzeug hatte jedoch noch mehr Verspätung als mein eigenes: das meiner französischen Projektpartnerin, mit der ich in den folgenden neun Monaten zusammen wohnen und arbeiten sollte. Als sie schließlich kam, wünschten wir uns beide wohl nichts anderes als endlich in unseren Betten zu liegen. In der ersten Nacht machte ich jedoch trotz der Strapazen des Tages kein Auge zu – so aufgeregt war ich.

Autor: Marie  |  Rubrik: orientieren  |  19.02.2016
Autor: Marie
Rubrik: orientieren
19.02.2016

Freiwilligendienst im Ausland

Wie bin ich eigentlich in Spanien gelandet? – Teil 2

Es folgten unzählige Motivationsschreiben, dann Fragebögen, die ausgefüllt werden wollten, schließlich Einladungen zu telefonischen Gesprächen oder Skype-Unterhaltungen. Als ich mit einem Jugendzentrum in Marseille telefonierte, war die Verbindung so schlecht, dass wir das Vorstellungsgespräch beenden mussten und ich danach nie wieder von dem Projekt gehört habe. Ein Projekt in Murcia erschien mir so religiös und spirituell, dass meine Eltern Angst bekamen, ich könnte in einer Sekte landen. Bevor ich mit der Universidad Autónoma de Madrid, meinem heutigen Aufnahmeprojekt, skypte, schlug meine Mutter vor, dass ich doch wenigstens vorab ein bisschen Spanisch lernen könnte. Da sie selbst Spanisch und Englisch studiert hat, half sie mir dabei, einen kurzen Vorstellungstext über mich zu schreiben – mehr zum Spaß, dachte ich. Nachdem die Ansprechpartnerin und ich uns zuerst auf Englisch unterhielten, kam plötzlich die Frage, ob ich denn schon ein wenig Spanisch sprechen könnte und mich zum Beispiel auf Spanisch vorstellen könnte. Konnte ich nicht, aber den Text ablesen, das konnte ich schon. Im Endeffekt glaube ich, dass ich wirklich Glück hatte, ein so gut zu mir passendes Projekt gefunden zu haben: Es dreht sich in dem Projekt beispielsweise um die Arbeit mit Menschen mit Behinderung und ich habe schon während meiner Schulzeit ehrenamtlich mit Menschen mit Behinderung gearbeitet zu haben. Drei Tage nach dem Skype-Gespräch kam die Zusage von dem Projekt. Daraufhin musste sich die Universität jedoch erst noch mit mir und meiner französischen Projektpartnerin bei der spanischen Erasmus-Agentur bewerben, um die Gelder für unseren Freiwilligendienst bewilligen zu lassen.

Im Mai saß ich gerade bei einem der letzten Besprechungen unseres Abiturzeitungsgremiums, als ich die E-Mail aus Madrid bekam, dass das Projekt genehmigt war und ich meinen Flug buchen könnte – ihr glaubt gar nicht, wie froh ich damals war!

Autor: Marie  |  Rubrik: orientieren  |  15.02.2016
Autor: Marie
Rubrik: orientieren
15.02.2016

Freiwilligendienst im Ausland

Wie bin ich eigentlich in Spanien gelandet?

Direkt nach dem Abitur zu studieren – das kam für mich eigentlich nie in Frage. Schon als es noch Jahre entfernt war, kannte ich schon verschiedene Programme, mit denen ich ins Ausland gelangen könnte. Am liebsten hätte ich so viel wie möglich in dieses eine Jahr nach dem Abi gepackt: Vielleicht ein halbes Jahr nach Frankreich und noch ein halbes Jahr nach Afrika oder doch erst als Au-pair arbeiten und danach noch Freiwilligendienst machen?

Als es aber langsam ernst wurde, wurde mir schnell klar, dass das wohl eher nicht klappen würde. Mir wurde klar, dass es mir vermutlich viel mehr bringt, eine längere Zeit in nur einem Land zu verbringen. Erst hatte ich Frankreich im Kopf, immerhin hatte ich in der Schule fünf Jahre lang Französischunterricht; eigentlich wollte ich aber viel lieber nach Spanien, auch wenn ich kein Wort Spanisch sprach.

Bewusst habe ich mich dann für den Europäischen Freiwilligendienst entschieden: Der Gedanke an einen Austausch zwischen Jugendlichen aller europäischen Länder und die vielen verschiedenen Projekte dazu haben mich spontan begeistert. In einer Projektdatenbank habe ich nach interessanten Angeboten gesucht und schließlich über 300 E-Mails verschickt. Ein Jahr im Voraus habe ich angefragt, ob das jeweilige Projekt noch Freiwillige für das kommende Jahr sucht – dabei leider nur mehr oder weniger 30 Antworten bekommen. Ich wollte zwar unbedingt nach Spanien, doch das Land scheint bei Freiwilligen einfach so beliebt, dass es schwierig ist, dort einen Platz zu finden. Daher hatte ich Schweden, Belgien oder Luxemburg bald ebenso im Hinterkopf.

Autor: Marie  |  Rubrik: orientieren  |  08.02.2016
Autor: Marie
Rubrik: orientieren
08.02.2016