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Freiwilligendienst im Ausland

In meinem Keller liegt ne Leiche ...

„… wie werde ich sie los / hat da jemand einen Plan?“ Dieser Song von SDP und Sido spukt mir oft im Kopf herum und lässt mich oft tagelang nicht los. Seit einer Woche erscheint mir der Weg vom Song zur Realität gar nicht mehr so weit: Etwas zu optimistisch spaziere ich morgens um viertel vor sieben zum Joggen aus dem Haus. Die typische Motivationsmusik auf den Ohren mache ich zwei schwungvolle Schritte in die klare Luft hinaus. Auf der anderen Seite der ins Schloss fallenden Tür bemerke ich meine etwas zu voreilige Zuversicht – Schlüssel vergessen. Zu spät. Die Tür ist zu. Egal, denke ich, ich bin eh zu spät dran. Wenn ich mit der Runde fertig bin, müsste schon jemand am Empfang sitzen. Eine gute halbe Stunde später stelle ich ernüchtert fest, dass ich mit dieser Einschätzung falsch lag. In dem Moment ist aber auch das nicht weiter tragisch, strahlt die Sonne doch mit einer für die Jahreszeit ungewöhnlichen Kraft vom Himmel. Ich setze mich also auf die Stufen vor dem Eingang und warte. Langsam beschleicht mich das Gefühl, dass der vor der Kreuzung etwas unentschlossen herumeiernde Mercedesfahrer beim nächstbesten Passanten seine Hilflosigkeit zum Ausdruck bringen wird. Als mir klar wird, dass der nächstbeste Passant ich bin, lässt der schon etwas angegraute Mann bereits sein Fenster herunter.

„Guten Tag. Wissen sie, ob die Krankenpfleger schon da sind?“ Natürlich sind hier schon Pfleger da. Das ist ein Altenheim. Da werden die Leute nicht ihrem Schicksal überlassen, nur weil es Nacht ist, denke ich. Mein offenbar verständnisloser Blick lässt ihn noch hinzufügen: „Ich brauche einen Krankenpfleger. Ich weiß nicht, was ich machen soll!“ Beruhigend versichere ich ihm, dass ich jemanden rufen kann, was ich auch sofort tue. Kurze Zeit später steht der auch schon in der Tür.

Als der Mann dann sein Problem darlegt, bekomme ich leider nur die Hälfte mit, weil ich größtenteils damit beschäftigt bin, mich zu fragen, ob ich das Ganze gerade tatsächlich richtig verstehe. Der Mann erzählt, er hätte zu Hause eine tote Verwandte und wüsste jetzt nicht so ganz genau, was man da machen sollte. So makaber diese Geschichte auch klingt, der Mann wirkte gefasst und nicht verzweifelt. Er war einfach nur ratlos. Der Pfleger alarmierte einen Arzt und der Mann trat beruhigt seinen Rückweg an.

Autor: Katha  |  Rubrik: orientieren  |  05.06.2015
Autor: Katha
Rubrik: orientieren
05.06.2015

Freiwilligendienst im Ausland

Abenteuer Englisch im Elsass (Teil 2)

Eigentlich bin ich froh, den verloren geglaubten Brief mit der PIN für mein Bankkonto nicht früher gefunden zu haben. So habe ich nämlich zumindest einen kleinen Schritt aus meiner Komfortzone heraus machen müssen und obendrein eine interessante Erfahrung gemacht. Denn ich lerne daraus: Am Ende kann man sich schon irgendwie verständigen. Und sei es in einem bunten Mix aus Sprachen, von denen man höchstens eine richtig beherrscht. Gerade im Altenheim mache ich die Erfahrung, dass es nicht immer die gemeinhin geläufige Weltsprache Englisch braucht, um sich klar zu machen. Denn von meinen lieben Alten spricht kaum jemand die Sprache des ehemaligen Alliierten. Hier wird man eher in einwandfreiem Deutsch zugetextet. Und ich muss die Anglizismen aus der Zeitung übersetzen.

Und für den unwahrscheinlichen Fall, dass in allen drei Sprachen (Französisch, Englisch und Deutsch) nichts mehr geht, bleibt ja immer noch der „französische Dialekt“ Elsässisch. Obwohl dieser Dialekt in meinen Augen weder Französisch noch Dialekt ist, sondern eine völlig eigene Sprache, die (wenn überhaupt) eher dem Deutschen zuzuordnen ist. Denn wohingegen ich meine Senioren inzwischen fast immer verstehe, steht meine französische Kollegin oft mit großen Augen vor ihren Landsleuten und muss erklären: „Tut mir leid, ich habe Sie nicht verstanden. Ich spreche kein Elsässisch.“

In diesem Sinne: Salü, Tschüss, Salut und Bye!

Autor: Katha  |  Rubrik: orientieren  |  29.05.2015
Autor: Katha
Rubrik: orientieren
29.05.2015

Freiwilligendienst im Ausland

Vatertag in Thailand

Der 5. Dezember ist in Thailand ein Nationalfeiertag. An diesem Tag wird der Geburtstag des aktuellen Königs gefeiert und da der König als „Vater der Nation“ gilt, ist gleichzeitig auch Vatertag. Der König hat einen ganz besonderen Stellenwert in Thailand und wird vom Volk verehrt. Die Vorbereitungen für den Festtag begannen schon Wochen vorher: Häuser und Gebäude im ganzen Land wurden mit dem Porträt des Königs, Lichterketten sowie gelben Flaggen und der Nationalflagge geschmückt und jeder hat sich mit gelben Kleidungsstücke ausgestattet. Denn am Vatertag wird traditionell die Farbe Gelb getragen. Ich habe euch ja schon mal erklärt, dass jeder Wochentag in Thailand eine bestimmte Farbe hat. Der König wurde an einem Montag geboren, der Tag der Farbe Gelb. In den Tagen vor dem 5. Dezember finden verschiedene Zeremonien und Veranstaltungen für den König statt und außerdem werden „hervorragende Väter des Landes“ ausgezeichnet. Am Feiertag selbst fahren traditionell alle Kinder zu ihren Eltern und überreichen ihren Vätern Blumenrohr, die Blume der Männlichkeit und Stärke. Viele Thais versammeln sich zudem mit ihren Familien im „Sanam Luang“, einem riesigen Park vor dem Palast des Königs. Normalerweise hält er dort eine Rede, doch aufgrund seines Alters und eines Aufenthalts im Krankenhaus, fand dieses Jahr kein offizieller Auftritt statt.

Mein Vatertag war sehr besonders, denn mein Gastpapa war einer dieser „hervorragenden Väter des Landes“, die einen Tag vorher in der Schule ausgezeichnet wurden. Es gab es eine kleine Zeremonie, in der meine Gastschwester und ich ihm Blumenrohr an das T-Shirt gesteckt, eine Blumengirlande überreicht und uns vor ihm niedergekniet haben, um ihm unseren Dank und Respekt zu zeigen.

Autor: Julia Z.   |  Rubrik: orientieren  |  05.01.2015
Autor: Julia Z.
Rubrik: orientieren
05.01.2015