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Freiwilligendienst im Ausland

"Wai Khru"

Diese Woche war in meiner Schule der „Wai Khru“. Eine Zeremonie, bei der die Schüler ihren Lehrern Respekt aussprechen und sich bei ihnen für den Unterricht bedanken. „Wai Khru“ findet immer am Anfang eines Schuljahres statt. Lehrer sind in Thailand die dritt-wichtigste Person im Leben eines Schülers. An erster und zweiter Stelle stehen Mutter und Vater. Am „Wai Khru“ wird die Beziehung der Schüler und Lehrer gefestigt, aber besonders die Dankbarkeit der Schüler ausgedrückt. Die Schüler und Lehrer treffen sich auf dem Schulhof und feiern mit traditionellen Liedern und ein paar Ansprachen. Die Lehrer sitzen im Halbkreis vor ihren Schülern und die Schüler sitzen in Reihen vor ihren Lehrern. Zwei Klassenvertreter sitzen direkt vor ihrem Lehrer. Jede Klasse hat ein individuelles Blumengesteck angefertigt, welches die Klassenvertreter dann, als Symbol der Dankbarkeit und des Respektes während der Zeremonie, an ihre Lehrer überreichen. Beim Überreichen knien sich die Schüler vor die Lehrer und senken den Kopf. Das ist ein besonderer Moment. Nach der Zeremonie beginnt der „normale“ Unterricht, die Ehrung der Lehrer läuft aber weiter. Die Schüler kommen mit kleinen Blumenketten in die Klassen oder ins Lehrerzimmer, knien nieder und überreichen sie. Die Lehrer sprechen den Schülern dann Wünsche für die Zukunft zu und erinnern sie an das disziplinierte und respektvolle Verhalten als Schüler. Diese Momente sind sehr emotional und zeigen deutlich, wie eng die Beziehung zwischen Schülern und Lehrern hier ist. Besonders berührt war ich, dass auch mir einige Schüler eine Blumenkette überreicht haben und mich gedrückt haben. Und das, obwohl ich gerade mal zwei Monate in Thailand bin!

Autor: Julia Z.   |  Rubrik: orientieren  |  30.06.2014
Autor: Julia Z.
Rubrik: orientieren
30.06.2014

Freiwilligendienst im Ausland

Mein Arbeitstag

Was genau macht man eigentlich im Freiwilligen Sozialen Jahr als „Teaching Assistant“? Diese Frage stellen sich vermutlich viele von euch und deshalb möchte ich euch heute ein bisschen von meinem Arbeitsalltag berichten und von meinen Aufgaben erzählen. Es ist ein persönliches Erlebnis und heißt nicht, dass es immer genau so ablaufen muss, aber es ist ein genereller Einblick in die Arbeit als Aushilfslehrer. Seit fast zwei Monaten bin ich nun an der Satrinonthaburi Schule („Satrin“). Mein Arbeitsalltag beginnt jeden Tag mit der ersten Stunde um 8.20 Uhr und endet am späten Nachmittag zwischen 16.30 und 17 Uhr. Aufgrund der Verkehrslage (viele Staus) und des morgendlichen Treffens aller Schülerinnen und Lehrer auf dem Schulhof, für die Schul- und Nationalhymne, bin ich aber schon immer um 7 Uhr an meinem Arbeitsplatz. Ich arbeite von Montag bis Freitag. Vier bis fünf Mal während des Auslandsjahres werde ich auch samstags arbeiten. Ich unterrichte Deutsch in vier verschiedenen Klassen, nämlich in den Klassen zehn bis zwölf. Meine Schülerinnen sind zwischen 13 und 18 Jahre alt. Hauptsächlich assistiere ich den Lehrern im Unterricht, helfe, Tafelbilder zu erstellen, die Aussprache zu korrigieren und die Schülerinnen spielerisch für die Sprache zu motivieren. Außerdem bereite ich Unterrichtsstunden vor und nach, erstelle Arbeitsblätter und Tests und sammle Informationen für neue Unterrichtsstunden. In meiner Funktion als „Teaching Assistant“ gehört es auch zu meinen Aufgaben, Tests und Hausaufgaben zu kontrollieren und zu benoten. Insgesamt habe ich zwölf feste Arbeitsstunden in den Klassen. Dazu habe ich pro Woche noch drei Stunden, in denen ich alleine unterrichte und Zusatzunterricht („Lesegruppe“) anbiete. In der „Lesegruppe“ ist es vor allem wichtig, die Schülerinnen zum Lesen und Sprechen zu animieren, ihren Wortschatz zu erweitern und ihr Interesse an der deutschen Sprache zu wecken und zu befriedigen. Ich denke, das Präsentieren der deutschen Kultur sowie das Beantworten aller Fragen zu Deutschland und den Deutschen sind meine indirekten Hauptaufgaben.

Autor: Julia Z.   |  Rubrik: orientieren  |  26.06.2014
Autor: Julia Z.
Rubrik: orientieren
26.06.2014

Freiwilligendienst im Ausland

Farbenfrohe Wochentage

Eine Besonderheit, die ich aus keinem anderen Land der Welt kenne, ist, dass in Thailand jedem Wochentag eine bestimmte Farbe und sogar ein Planet zugeordnet ist. Jeder Tag erhält somit eine besondere und einzigartige Bedeutung. Dem Montag (sprich: wan dschan) wird die Farbe gelb (sii lüang) zugeordnet, was für den „heiligen Mond“ steht. Der Dienstag (wan ang kaan) ist rosa (sii tschom puu) und bedeutet „heiliger Mars“. Der Mittwoch (wan pud) ist grün (sii kiau käm) und dem „heiligen Merkur“ gewidmet. Der Donnerstag (wan par ü had sa boo dii) erhält die Farbe Orange (sii som) und bedeutet „heiliger Jupiter“. Am Freitag (wan sug) wählt man Blau (sii far) und feiert damit die„heilige Venus“. Samstage (wan sau) erstrahlen in Lila (sii muang) und ehren den „ heiligen Saturn“, sonntags (wan aa tid) steht alles im Zeichen der „heiligen Sonne“ und ist rot (sii däang). Der Mittwoch ist für mich ein spezieller Tag in meinem Leben als Lehrerin. Jede Schule hier hat sich einem Wochentag und der dazugehörigen Farbe verordnet und präsentiert sich an diesem bestimmten Tag in spezieller Kleidung. Für mich ist es am Mittwoch also eine gewisse Plicht, ein grünes Kleidungsstück zu tragen. Es drückt die Zugehörigkeit aus und zeigt, wie stolz man auf seine Schule ist.

Man sieht viele Thais, besonders Personen in öffentlichen und staatlichen Institutionen, die sich je nach Wochentag farblich passend kleiden. An meiner Schule sind es besonders ältere Lehrerinnen, die an dieser Tradition festhalten. Man ist allerdings keineswegs verpflichtet, sich nach diesem Farbcode zu richten, aber wenn man es trotzdem tut, kann man davon ausgehen, dass die Mitmenschen sich freuen und einem viel Glück (chook dii) wünschen werden. Ich finde diese Art des Kleidens sehr besonders und schön und versuche deshalb auch, mich so gut wie möglich anzupassen. Nur an einem Tag muss man wirklich aufpassen: Trage am Montag niemals rot! Denn es ist der gelbe Tag und das ist die Farbe des Königs und seiner Familie. Aufgrund der politischen Situation (Rothemden / Gelbhemden) wäre Rot an diesem Tag nicht angebracht und ein totaler Fehltritt.

Autor: Julia Z.   |  Rubrik: orientieren  |  18.06.2014
Autor: Julia Z.
Rubrik: orientieren
18.06.2014