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Freiwilligendienst im Ausland

Mein Arbeitstag

Was genau macht man eigentlich im Freiwilligen Sozialen Jahr als „Teaching Assistant“? Diese Frage stellen sich vermutlich viele von euch und deshalb möchte ich euch heute ein bisschen von meinem Arbeitsalltag berichten und von meinen Aufgaben erzählen. Es ist ein persönliches Erlebnis und heißt nicht, dass es immer genau so ablaufen muss, aber es ist ein genereller Einblick in die Arbeit als Aushilfslehrer. Seit fast zwei Monaten bin ich nun an der Satrinonthaburi Schule („Satrin“). Mein Arbeitsalltag beginnt jeden Tag mit der ersten Stunde um 8.20 Uhr und endet am späten Nachmittag zwischen 16.30 und 17 Uhr. Aufgrund der Verkehrslage (viele Staus) und des morgendlichen Treffens aller Schülerinnen und Lehrer auf dem Schulhof, für die Schul- und Nationalhymne, bin ich aber schon immer um 7 Uhr an meinem Arbeitsplatz. Ich arbeite von Montag bis Freitag. Vier bis fünf Mal während des Auslandsjahres werde ich auch samstags arbeiten. Ich unterrichte Deutsch in vier verschiedenen Klassen, nämlich in den Klassen zehn bis zwölf. Meine Schülerinnen sind zwischen 13 und 18 Jahre alt. Hauptsächlich assistiere ich den Lehrern im Unterricht, helfe, Tafelbilder zu erstellen, die Aussprache zu korrigieren und die Schülerinnen spielerisch für die Sprache zu motivieren. Außerdem bereite ich Unterrichtsstunden vor und nach, erstelle Arbeitsblätter und Tests und sammle Informationen für neue Unterrichtsstunden. In meiner Funktion als „Teaching Assistant“ gehört es auch zu meinen Aufgaben, Tests und Hausaufgaben zu kontrollieren und zu benoten. Insgesamt habe ich zwölf feste Arbeitsstunden in den Klassen. Dazu habe ich pro Woche noch drei Stunden, in denen ich alleine unterrichte und Zusatzunterricht („Lesegruppe“) anbiete. In der „Lesegruppe“ ist es vor allem wichtig, die Schülerinnen zum Lesen und Sprechen zu animieren, ihren Wortschatz zu erweitern und ihr Interesse an der deutschen Sprache zu wecken und zu befriedigen. Ich denke, das Präsentieren der deutschen Kultur sowie das Beantworten aller Fragen zu Deutschland und den Deutschen sind meine indirekten Hauptaufgaben.

Autor: Julia Z.   |  Rubrik: orientieren  |  26.06.2014
Autor: Julia Z.
Rubrik: orientieren
26.06.2014

Freiwilligendienst im Ausland

Farbenfrohe Wochentage

Eine Besonderheit, die ich aus keinem anderen Land der Welt kenne, ist, dass in Thailand jedem Wochentag eine bestimmte Farbe und sogar ein Planet zugeordnet ist. Jeder Tag erhält somit eine besondere und einzigartige Bedeutung. Dem Montag (sprich: wan dschan) wird die Farbe gelb (sii lüang) zugeordnet, was für den „heiligen Mond“ steht. Der Dienstag (wan ang kaan) ist rosa (sii tschom puu) und bedeutet „heiliger Mars“. Der Mittwoch (wan pud) ist grün (sii kiau käm) und dem „heiligen Merkur“ gewidmet. Der Donnerstag (wan par ü had sa boo dii) erhält die Farbe Orange (sii som) und bedeutet „heiliger Jupiter“. Am Freitag (wan sug) wählt man Blau (sii far) und feiert damit die„heilige Venus“. Samstage (wan sau) erstrahlen in Lila (sii muang) und ehren den „ heiligen Saturn“, sonntags (wan aa tid) steht alles im Zeichen der „heiligen Sonne“ und ist rot (sii däang). Der Mittwoch ist für mich ein spezieller Tag in meinem Leben als Lehrerin. Jede Schule hier hat sich einem Wochentag und der dazugehörigen Farbe verordnet und präsentiert sich an diesem bestimmten Tag in spezieller Kleidung. Für mich ist es am Mittwoch also eine gewisse Plicht, ein grünes Kleidungsstück zu tragen. Es drückt die Zugehörigkeit aus und zeigt, wie stolz man auf seine Schule ist.

Man sieht viele Thais, besonders Personen in öffentlichen und staatlichen Institutionen, die sich je nach Wochentag farblich passend kleiden. An meiner Schule sind es besonders ältere Lehrerinnen, die an dieser Tradition festhalten. Man ist allerdings keineswegs verpflichtet, sich nach diesem Farbcode zu richten, aber wenn man es trotzdem tut, kann man davon ausgehen, dass die Mitmenschen sich freuen und einem viel Glück (chook dii) wünschen werden. Ich finde diese Art des Kleidens sehr besonders und schön und versuche deshalb auch, mich so gut wie möglich anzupassen. Nur an einem Tag muss man wirklich aufpassen: Trage am Montag niemals rot! Denn es ist der gelbe Tag und das ist die Farbe des Königs und seiner Familie. Aufgrund der politischen Situation (Rothemden / Gelbhemden) wäre Rot an diesem Tag nicht angebracht und ein totaler Fehltritt.

Autor: Julia Z.   |  Rubrik: orientieren  |  18.06.2014
Autor: Julia Z.
Rubrik: orientieren
18.06.2014

Freiwilligendienst im Ausland

Als ich auflegte

„Hallo Esther!“, meldete sich mein Betreuer. „Wie schön, von dir zu hören! Ist alles klar bei dir?“ Ich erzählte Jonathan von den letzten drei Tagen, dass das Internet nicht funktionierte und meine Nachbarn erst am Vortag zurückgekommen sind, und ich ihn deshalb erst jetzt kontaktieren konnte. „Oh nein! Was für ein Pech! Da hattest du aber keine schönen ersten Tage hier in Brasilien. Völlig allein in einer Gegend, in der du dich nicht auskennst und ohne jegliche Kommunikationsmöglichkeiten!“, sagte er erschrocken. „Und ich dachte, dass du etwas mit Thais Eltern unternommen hättest und dich deshalb nicht bei mir gemeldet hast“, fügte er hinzu. Nachdem ich ihn beruhigt hatte, verabredeten wir uns für drei Uhr nachmittags, um ein Handy und ein paar andere Dinge zu kaufen. „Und dann erkläre ich dir, wie das Bussystem hier funktioniert, damit du auch mal allein etwas unternehmen kannst.“ Als ich auflegte, war ich unglaublich glücklich. Heute Nachmittag konnte ich endlich anfangen, die Stadt zu erkunden, in der ich die nächsten elf Monate verbringen würde.

Autor: Esther  |  Rubrik: orientieren  |  06.06.2014
Autor: Esther
Rubrik: orientieren
06.06.2014