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Freiwilligendienst im Ausland

Farbenfrohe Wochentage

Eine Besonderheit, die ich aus keinem anderen Land der Welt kenne, ist, dass in Thailand jedem Wochentag eine bestimmte Farbe und sogar ein Planet zugeordnet ist. Jeder Tag erhält somit eine besondere und einzigartige Bedeutung. Dem Montag (sprich: wan dschan) wird die Farbe gelb (sii lüang) zugeordnet, was für den „heiligen Mond“ steht. Der Dienstag (wan ang kaan) ist rosa (sii tschom puu) und bedeutet „heiliger Mars“. Der Mittwoch (wan pud) ist grün (sii kiau käm) und dem „heiligen Merkur“ gewidmet. Der Donnerstag (wan par ü had sa boo dii) erhält die Farbe Orange (sii som) und bedeutet „heiliger Jupiter“. Am Freitag (wan sug) wählt man Blau (sii far) und feiert damit die„heilige Venus“. Samstage (wan sau) erstrahlen in Lila (sii muang) und ehren den „ heiligen Saturn“, sonntags (wan aa tid) steht alles im Zeichen der „heiligen Sonne“ und ist rot (sii däang). Der Mittwoch ist für mich ein spezieller Tag in meinem Leben als Lehrerin. Jede Schule hier hat sich einem Wochentag und der dazugehörigen Farbe verordnet und präsentiert sich an diesem bestimmten Tag in spezieller Kleidung. Für mich ist es am Mittwoch also eine gewisse Plicht, ein grünes Kleidungsstück zu tragen. Es drückt die Zugehörigkeit aus und zeigt, wie stolz man auf seine Schule ist.

Man sieht viele Thais, besonders Personen in öffentlichen und staatlichen Institutionen, die sich je nach Wochentag farblich passend kleiden. An meiner Schule sind es besonders ältere Lehrerinnen, die an dieser Tradition festhalten. Man ist allerdings keineswegs verpflichtet, sich nach diesem Farbcode zu richten, aber wenn man es trotzdem tut, kann man davon ausgehen, dass die Mitmenschen sich freuen und einem viel Glück (chook dii) wünschen werden. Ich finde diese Art des Kleidens sehr besonders und schön und versuche deshalb auch, mich so gut wie möglich anzupassen. Nur an einem Tag muss man wirklich aufpassen: Trage am Montag niemals rot! Denn es ist der gelbe Tag und das ist die Farbe des Königs und seiner Familie. Aufgrund der politischen Situation (Rothemden / Gelbhemden) wäre Rot an diesem Tag nicht angebracht und ein totaler Fehltritt.

Autor: Julia Z.   |  Rubrik: orientieren  |  18.06.2014
Autor: Julia Z.
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18.06.2014

Freiwilligendienst im Ausland

Als ich auflegte

„Hallo Esther!“, meldete sich mein Betreuer. „Wie schön, von dir zu hören! Ist alles klar bei dir?“ Ich erzählte Jonathan von den letzten drei Tagen, dass das Internet nicht funktionierte und meine Nachbarn erst am Vortag zurückgekommen sind, und ich ihn deshalb erst jetzt kontaktieren konnte. „Oh nein! Was für ein Pech! Da hattest du aber keine schönen ersten Tage hier in Brasilien. Völlig allein in einer Gegend, in der du dich nicht auskennst und ohne jegliche Kommunikationsmöglichkeiten!“, sagte er erschrocken. „Und ich dachte, dass du etwas mit Thais Eltern unternommen hättest und dich deshalb nicht bei mir gemeldet hast“, fügte er hinzu. Nachdem ich ihn beruhigt hatte, verabredeten wir uns für drei Uhr nachmittags, um ein Handy und ein paar andere Dinge zu kaufen. „Und dann erkläre ich dir, wie das Bussystem hier funktioniert, damit du auch mal allein etwas unternehmen kannst.“ Als ich auflegte, war ich unglaublich glücklich. Heute Nachmittag konnte ich endlich anfangen, die Stadt zu erkunden, in der ich die nächsten elf Monate verbringen würde.

Autor: Esther  |  Rubrik: orientieren  |  06.06.2014
Autor: Esther
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06.06.2014

Freiwilligendienst im Ausland

Dhamma Camp

Wie fühlt es sich an, drei Tage lang in einer buddhistischen Klosterschule zu leben und den Alltag einer Nonne beziehungsweise eines Mönches erleben zu dürfen? Es ist eine der spannendsten, interessantesten und aufregendsten Erfahrungen in meinem Leben und ein besonderes Erlebnis, das schwer zu beschreiben ist. Gemeinsam mit meiner Gastschwester und rund 300 bis 400 Schülerinnen meiner Schule habe ich mich auf den Weg nach Nakom Rachasima gemacht. Ein Ort in Zentralthailand, circa zwei Stunden von Bangkok entfernt, umgeben von grünen Wiesen und Wäldern. Thailand ist ein vom Buddhismus geprägtes Land und diese Weltreligion hat einen zentralen Standpunkt in der thailändischen Kultur. Das „Dhamma Camp“ ist ein buddhistisches Camp für Schüler. Es geht vor allem darum, den Jugendlichen die Religion des Buddhismus näherzubringen, Moral- und Wertevorstellungen zu vermitteln und verschiedene Traditionen zu praktizieren. Während der Zeit im Camp lebt man nach den acht buddhistischen Lebensregeln. Dazu gehört unter anderem, dass man nur zwei Mahlzeiten – Frühstück und Mittagessen – zu sich nimmt und gemeinsam auf Bambusmatten in einer großen Halle, auf dem Fußboden schläft. Ich hatte das Glück, in einem kleinen Haus mit drei Lehrerinnen schlafen zu dürfen . Komfortabler als in der großen Halle war es allerdings nicht. Auch wir haben mit einer Decke und einem Kopfkissen auf dem Fußboden genächtigt. Der Vorteil war ein eigenes Badezimmer.

Ein Tag in der Klosterschule beginnt vor Sonnenaufgang. Gegen 4.30 Uhr wurden wir durch einen Glocken-/Paukenschlag geweckt. Dann ging es direkt zur Morgenandacht, bei der gesungen und gebetet wird. Vor Beginn des gemeinsamen Frühstückes gehen die Mönche mit ihren Bettelgefäßen (baat) auf Almosengang (bintha baat) und lassen sich die Gefäße mit Essen (meistens Reis) füllen. Das gesammelte Essen, egal ob Suppe, Reis oder Obst, wird aus einer großen Metallschale gegessen. Der Vor- und Nachmittag gehört dem Studium der Heiligen Schrift sowie der Meditation. Wir haben während der drei Tage viel über die verschiedenen Denk- und Handlungsweisen des Buddhismus erfahren. Jeden Abend gab es eine Abendandacht mit Gesängen in der Sprache Pali, die etwa um 21.30 Uhr endete. Danach begibt man sich direkt ins Bett.

Das „Dhamma Camp“ war eine einzigartige Erfahrung, die mir deutlich gezeigt hat, dass man auch mit wenig Dingen im Leben auskommen kann und Konsumgüter nicht unser Leben bestimmen sollte. Die schönsten Momente waren die der vollkommenen Entspannung und Ruhe. Momente der Gedankenlosigkeit. Atemberaubend waren die morgendlichen Sonnenaufgänge und die abendlichen Sonnenuntergänge. Ein einzigartiges Farbspiel und für mich reine Momente des Glücks.

Autor: Julia Z.   |  Rubrik: orientieren  |  30.05.2014
Autor: Julia Z.
Rubrik: orientieren
30.05.2014