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Freiwilligendienst im Ausland

Im Schlafanzug durch Sardinien

Momentan sitze ich in einem Hostel in der Hauptstadt Sardiniens, Cagliari. Dieser Ausflug ist gewissermaßen meine Wochenendbeschäftigung. Da ich am Sonntagabend wieder zurück muss, wollte ich nicht mehr Gepäck als unbedingt nötig mitnehmen. Mal ganz abgesehen davon, dass in meinem Rucksack nur begrenzt Platz ist. Am Freitag nach der Arbeit bin ich deshalb wie eine Wilde durch mein Zimmer gehüpft, um zu packen und meinen Bus noch zu erwischen. Der Schlafanzug passte nicht mehr rein. Was habe ich also getan? Ihn angezogen. Naja, wenigstens ist er in einem matten Rot gehalten, das heißt, es fällt nicht auf den ersten Blick auf, dass es sich um einen Schlafanzug handelt. Da das Mittagessen aus Zeitmangel ausfiel, kam ich schließlich mit knurrendem Magen in Cagliari an. Und dann ging die Suche los: Wo bekomme ich etwas zu essen her? Wo ist das Hostel? Ich habe im Endeffekt aber alles gefunden. Und dann ist mir aufgefallen, was ich alles vergessen habe: Haarbürste, Shampoo, Föhn.

Nachdem ich nun einen Tag in Cagliari verbracht habe, muss ich mir wohl eingestehen, dass ich mir das anders vorgestellt habe Nach einer schlaflos verbrachten Nacht (partywütige Mitbewohner, die erst um vier Uhr morgens ins Bett gehen und sich vorher lautstark unterhalten, sind echt nicht zu empfehlen), habe ich mir morgens die Stadt angeguckt und war etwas enttäuscht. Ich entwickele sowieso seit geraumer Zeit eine Abneigung gegen große Städte. Da helfen auch keine Straßenkünstler, die ich eigentlich mag.

Dennoch habe ich meinen Aufenthalt in Italien verlängert. Die Arbeit gefällt mir ganz gut (allerdings weiß ich jetzt auch, dass aus mir definitiv keine Gärtnerin wird), die Leute sind immer noch super nett und mein Italienisch wird immer besser (letzte Woche habe ich mich das erste Mal auf Italienisch unterhalten.

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  30.04.2013
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
30.04.2013

Freiwilligendienst im Ausland

Regensburg in die engere Auswahl?

Inzwischen bin ich mir relativ sicher, dass ich Medizin studieren möchte. Vor einem Jahr hatte ich ja noch ganz andere Vorstellungen von meinem zukünftigen Beruf: Ich wollte Geographie oder vielleicht auch Politik studieren, um dann in einer Nicht-Regierungs-Organisation zu arbeiten. Nach einem viermonatigen Praktikum bei Amnesty International wusste ich aber, dass das aus verschiedenen Gründen nichts für mich ist. Da habe ich mich an meinen erinnert. Nach längerem Hin- und Herüberlegen und einigen Tagen im Uniklinikum in Mexiko-Stadt und in der Praxis meiner Tante, die Gynäkologin in den USA ist, bin ich mir jetzt relativ sicher: Ich will Ärztin werden.

Ich möchte das Studium im Oktober anfangen und wenn es gar nichts für mich ist, kann ich ja immer noch wechseln. Aber um im Oktober anfangen zu können, muss man sich ja jetzt schon bald bewerben. Als „Altabiturient“ ist für mich die Bewerbungsfrist für NC-pflichtige Fächer wie Medizin, Zahnmedizin etc. schon recht früh. Es ist ganz schön kompliziert sich so zu bewerben, dass man erstens einen Studienplatz bekommt und zweitens dort, wo man will. Um aber die richtigen Ortspräferenzen angeben zu können, muss man auch erst mal wissen, wohin man überhaupt will.

Ich bin zwar in meinem Leben schon viel gereist, muss aber zugeben, dass ich in Deutschland noch gar nicht so viel kenne. Klar, die Großstädte München, Berlin und Hamburg kennt man. Aber wer war schon mal in Greifswald, Rostock oder Mainz? Diese Städte kennt man wohl nur, wenn man in der Nähe wohnt. Im Moment recherchiere ich fleißig: Wie viele Leute leben in der Stadt? Wie viele Studenten gibt es? Wie hoch ist die Studentendichte? Was sagt das CHE-Ranking zur Uni? Aber selbst wenn man das alles weiß, hat man eigentlich noch nicht wirklich ein Bild von der Stadt und von der Uni. Also habe ich beschlossen, die für mich interessanten Unis und Städte anzuschauen. Da mein Papa vor ein paar Tagen geschäftliche nach Regensburg musste, dachte ich mir: Das ist doch die perfekte Gelegenheit!

Ich bin also mitgefahren. Eine Freundin hat netterweise Kontakt zu einem ihrer Freunde hergestellt, der dort Medizin studiert. Er war total nett und hat mir sämtliche Fragen beantwortet: Was sind Teilstudienplätze? Wie ist der Zusammenhalt unter der Studenten? Wie sieht es mit der Betreuung aus? Wie gefällt’s dir insgesamt? Freundlicherweise hat er mir auch die außerordentlich hässliche medizinische Fakultät gezeigt und das wunderhübsche Regensburg. Ich habe erfahren, dass die Bardichte hoch ist und dass es sich auch ansonsten sehr gut in Regensburg aushalten lässt.

Ich hatte totales Glück, an so einen netten Medizinstudenten geraten zu sein, der sich bei einem recht stressigen Studium noch Zeit für eine vollkommen Fremde genommen hat.

Im Endeffekt ist für mich Regensburg als zukünftige Unistadt sehr interessant: Nicht weit von zu Hause, schöne Stadt und gute Atmosphäre. Sicherlich werde ich aber in den nächsten Wochen noch ein paar weitere Universitätsstädte besuchen und vielleicht gefällt mir ja noch die eine oder andere.

Autor: Maja  |  Rubrik: orientieren  |  29.04.2013
Autor: Maja
Rubrik: orientieren
29.04.2013

Freiwilligendienst im Ausland

Gleich weiter nach Weimar

Wieder zu Hause anzukommen, nachdem man neun Monate auf einem anderen Kontinent mit anderer Sprache und Kultur gelebt hat, ist gar nicht so einfach. Klar habe ich mich sehr gefreut meine Eltern wiederzusehen und auch die paar wenigen Freunde, die noch in Nürnberg wohnen. Aber wenn es ungefähr null Grad hat, Schnee liegt und auch ansonsten alles grau in grau ist, wird man schon ein bisschen traurig, den Sonnenschein Mexikos hinter sich gelassen zu haben.

Die ersten Tage kam mir hier alles so still und tot vor. In Mexiko oder zumindest in Mexiko-Stadt ist es nie still, man hört immer Musik, Verkehr oder Leute, die sich unterhalten. Die Menschen sind auch bunter angezogen und haben eher mal ein Lächeln auf den Lippen.

Allerdings muss ich zur Verteidigung Deutschlands sagen, dass auch hier vor ein paar Tagen die Sonne geschienen hat und die Leute gleich viel farben- und generell froher rumgelaufen sind. Spontan wurde man von dem einen oder anderen sogar gegrüßt.

Zu Beginn fand ich es bei uns zu Hause so still und einsam, und ich war es auch gar nicht mehr gewöhnt, nur an einem Ort zu sein (die letzten Monate hatte ich ja alle paar Wochen bzw. Tage den Ort gewechselt). Deswegen, und auch weil ich eine meiner besten Freundinnen unbedingt wieder sehen wollte, bin ich gleich am ersten Wochenende nach meiner Rückkehr nach Weimar gefahren.

Meine Freundin studiert dort Urbanistik und wohnt in einer ganz wunderbaren Dreier-WG. Dort sind wir stundenlang im Wintergarten gesessen und haben alleine oder mit einer ihrer Mitbewohnerinnen gequatscht. Außerdem hat sie mir natürlich die Stadt gezeigt. Weimar ist ja wunderschön! Die historische Altstadt mit dem Goethe-Schiller-Denkmal, der Ilmpark mit Goethes Gartenhaus... Schon interessant, mal zu sehen, wo sich die großen Klassiker, mit denen man in der Schulzeit so geplagt wird, aufgehalten haben.

Am letzten Tag haben wir noch an einem Bauhausspaziergang teilgenommen. Dieser war auch recht informativ. Wir haben einiges über die Entstehungsgeschichte des Bauhaus‘ gelernt und konnten die Gebäude von z.B. Henry van de Velde mit ein bisschen mehr Hintergrundwissen anschauen.

Natürlich waren wir auch auf Studentenpartys und das hat mir wieder ein bisschen mehr Lust aufs Studieren gemacht. Ich hatte also eine ganz wunderbare Zeit in Weimar und zusammen mit dem besseren Wetter bin ich inzwischen wieder mit Deutschland versöhnt und habe nicht das Gefühl, dass ich sofort wieder nach Mexiko zurück will.

Autor: Maja  |  Rubrik: orientieren  |  23.04.2013
Autor: Maja
Rubrik: orientieren
23.04.2013